Ausstellung

Der kunstvolle Blick auf Europa in Gelsenkirchen

Den Blick auf Europa gerichtet haben (von links): Die Künstler Christel Klarhöfer, Christian Hardick, Sabine Leichner-Heuer, Andreas Piwek, der Europabeauftragte der Stadt Gelsenkirchen, Monika Stolarczyk-Salehian und Barbara Ring.

Den Blick auf Europa gerichtet haben (von links): Die Künstler Christel Klarhöfer, Christian Hardick, Sabine Leichner-Heuer, Andreas Piwek, der Europabeauftragte der Stadt Gelsenkirchen, Monika Stolarczyk-Salehian und Barbara Ring.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen.   Wohin rudert Europa? Diese Frage haben sich Kreative vom Bund Gelsenkirchener Künstler gestellt. Die Ergebnisse sind in der Sommerschau zu sehen.

„Wohin rudert Europa?“, fragt Cordula Stein vom Bund Gelsenkirchener Künstler mit einem ihrer Werke in der Sommerausstellung

des BGK an der Bergmannstraße. Mit einem dunklen Bild, auf der die Welt im Chaos versinkt und zwei bunt bemalten Paddeln unterstreicht sie dann die Frage, die in dieser Gemeinschaftsausstellung über allen kreativen Arbeiten steht.

„Kunst - Aspekt - Europa“, so lautet der offizielle Titel dieser Ausstellung, die zwischen Statusabfrage, Wunschdenken und Lösungsansätzen changiert. „Wir wollten ‘mal wieder eine richtig politische Ausstellung mit Kunstwerken machen“, erzählt Sabine Leichner-Heuer, die erste Vorsitzende des Künstlerbundes. Die anstehende Europawahl und die unsichere Lage der EU boten sich als Projektionsfläche für die kreativen Gedanken an: „Wir wollten am Puls der Zeit sein“, so fasst Leichner-Heuer die Grundidee zusammen.

Die EU im Umbruch durch Zuwanderung

Wie unterschiedlich die Ergebnisse der zehn Künstler ausfallen, zeigt diese Werkschau sehr eindrucksvoll: Monika Stolarczyk-Salehian hat eine überdimensionale Bettdecke mit Landkarten-Motiv an die Wand gehängt, darunter liegt ein Koffer mit kleinen Kissen, die aus den Landesflaggen der USA, Syrien, Afghanistan und weiteren Ländern genäht sind. Hier trifft die alte Welt auf die neue - doch ob man unter der großen Europadecke noch ruhig schlafen kann, ist eine andere Frage.

Christiane Steffler lässt derweil hauchdünne Metall-Figuren auf filigranen Metallstäben „balancieren“. Schon ein kurzer Windhauch bringt die Balance ins Wanken. Christel Klarhöfer und Barbara Ring stellen mit ihren Arbeiten in Mischtechnik die tapfere Europa als Frauenfigur in den Mittelpunkt –

umrahmt vom Stier, der in Rings Mosaik-Werk in ganz unterschiedliche Rollen schlüpft.

Ist Europa noch eine Gemeinschaft?

Auf die Grundpfeiler des Europäischen Gemeinschaftsgedankens spielen derweil die Werke von Sabine Leichner-Heuer und Susanne Olbrich-Hantzschk an, die – wie die Schwarz-Weiß-Fotografieserie von Gerd Schneider – von Träumen und Albträumen, von Zusammenleben und Auseinanderbrechen erzählen.

Während Bärbel und Gerd Schneider mit einer Raum-Installation einen überdimensionalen Hut lüften wollen, lässt Christian Hardick die Besucher am Rad drehen: Acht bunte „Spinner“ hat der Künstler in seiner kinetischen Arbeit mit Magneten versehen. „Wenn Berlin am Rad dreht, drehen Rom und Paris automatisch auch am Rad“, erklärt er schmunzelnd. Sein zerbrochener Krug in Europaflaggen-Blau braucht derweil kaum noch eine Erklärung. . .

>> Eröffnung mit Worten zu Europa

Eröffnet wird die Ausstellung „Kunst Aspekt Europa“ am 19. Mai um 11 Uhr an der Bergmannstraße 53, zu sehen ist sie hernach jeweils samstags von 14 bis 17 Uhr. Die Einführung gestaltet Hella Nocke-Schrepper, Andronik Yegiazaryan musiziert, der Europabeauftragte der Stadt, Andreas Piwek, spricht auch.

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