23. Weihnachtscircus

Circus Probst fest in Frauenhand: Anett Simmen führt Regie

Bei Regisseurin Anett Simmen laufen die Fäden zusammen. Der 23. Weihnachtscircus in Gelsenkirchen feiert am 18. Dezember Premiere.

Bei Regisseurin Anett Simmen laufen die Fäden zusammen. Der 23. Weihnachtscircus in Gelsenkirchen feiert am 18. Dezember Premiere.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Der 23. Gelsenkirchener Weihnachtscircus feiert am 18. Dezember Premiere. Die Show aus Artistik und Poesie hat Anett Simmen konzipiert.

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„Wir reisen in eine kleine Traumwelt“, erklärt Anett Simmen. „Somnia“ ist der Name der neuen Show im Gelsenkirchener Weihnachtscircus. „In der römischen Mythologie ist das die Personifizierung des Traums“, so die Regisseurin des Programms. Sogleich verrät sie ein Geheimnis, schildert, wie die Traumreise beginnt und macht neugierig: Zu Beginn stehe eine Violinistin in der Manege. Spielend erhebe sie sich in die Höhe. Ihr großer Rock werde zur Projektionsfläche für Zauberhaftes, für Aufregendes, für Berührendes.

Jede Nummer mit eigener Dramaturgie

Immer wieder erfindet Anett Simmen ein neues Konzept für den Weihnachtscircus. Dabei muss sie vieles bedenken. „Wenn ich am Theater arbeite, habe ich entweder ein festes Stück oder ich entwickle selbst einen roten Faden. Hier hat jede Nummer eine eigene Dramaturgie und wir entwickeln dazu die Gesamtdramaturgie.“ Idealerweise greife eines ins andere. „Dazu kommen in einem Zirkus viel stärker äußere Aspekte.“ Technische Abläufe müssten immer mitbedacht werden. „Damit muss ich mich im Vorfeld viel mehr auseinandersetzen.“ Da werde viel telefoniert. Gemeinsame Zeit vor der Premiere habe man nämlich recht wenig. „Bei den Proben muss es eigentlich schon alles laufen.“

Artistisches Tanztheater

Weil im Moment die einen Künstler schon da sind, die anderen Artisten noch nicht, werden einzelne Teile probiert. So wie die tänzerischen Sequenzen. Erstmals nämlich ist das eigene Ensemble von Anett Simmen, „Vola“, mit dabei. Mit ihm entwickelt die Choreografin Cross-Over-Stücke, artistisches Tanztheater. In Gelsenkirchen geht sie auch auf einen der spektakulären Höhepunkte des Programms ein, den „Globe of Death“. Das klingt schon spannend. Das Konzept begeisterte schon vor Jahrzehnten: In einer stählernen Gitterkugel bieten todesmutige Artisten halsbrecherische Kunststücke auf dem Motorrad.

Tänzer auf der Todeskugel

Die Tänzer nutzen für ihre Kunst die Außenhülle der Kugel, brauchen sie in der Vertikalen als Boden für ihre Darbietungen. Das ist insofern eine Herausforderung, als dass auch hier bislang nicht geprobt werden konnte. Die massive Kugel wird erst in diesem Moment aufgebaut. Dann bleiben nur noch ein paar Tage bis zur Premiere, um sich an die außergewöhnliche Kulisse zu gewöhnen. „Im Moment wissen wir selbst noch nicht, was auf uns zukommt“, sagt Anett Simmen.

Arbeit für Varietés

Das ist, so scheint es, die Besonderheit, die Herausforderung und der Reiz an der Regiearbeit im Zirkus. Nicht alles ist planbar. So aber bleibt Raum für Entstehungsprozesse, für Ideen, für den kreativen Funken. Anett Simmen, die zunächst die Dresdner Palucca Hochschule für Tanz absolvierte und nach ihrer eigenen tänzerischen Laufbahn an festen Häusern Regie führte, spezialisierte sich mit den Jahren auf die Arbeit im Zirkuszelt. „Da wächst man so rein“, sagt sie und erzählt, dass sie daneben auch für Varietés tätig sei und große Events entwickle.

Vision und Herzenssache

Für den Zirkus aber, den traditionellen wir auch den zeitgenössischen, schlage ihr Herz. „Für mich ist das mein Traumberuf.“ Das ist spürbar – auch im Gespräch. Alles um sie herum nimmt sie wahr, alles hat sie im Blick. Mit strahlenden Augen. Hier entsteht, was ihre Vision und Herzenssache ist. Zumal es immer mehr Formate wie den Gelsenkirchener Weihnachtscircus gebe. „Dieser hier aber ist das Original.“ Dennoch müsse man jedes Jahr eine Menge tun, damit er immer neue Strahlkraft entfalte.

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