Sammelleidenschaft

Briefmarken als Zeugen der Schalker Vereinsgeschichte

Benjamin Neumann mit einer seiner ersten Fußballkarten – ein Sonderdruck zur Fußball-Europameisterschaft 1988 in Deutschland. Das PArkstadion in Gelsenkirchen war einer der Schauplätze.

Benjamin Neumann mit einer seiner ersten Fußballkarten – ein Sonderdruck zur Fußball-Europameisterschaft 1988 in Deutschland. Das PArkstadion in Gelsenkirchen war einer der Schauplätze.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Benjamin Neumann sammelt Briefmarken, Poststempel und Karten mit Schalke-Bezug. In seinem Album steckt Vereinsgeschichte aus den 1930er Jahren.

Benjamin Neumann ist Schalke-Fan mit Sammelleidenschaft. Trikots und Autogramme seiner Lieblingsspieler lassen sein Herz aber nicht höher schlagen. Er sammelt Briefmarken, Postkarten und Sonderstempel mit Bezug zur Mannschaft. Inzwischen hat der 39-Jährige Erinnerungen an wichtige Ereignisse für den Verein – von den 1930er-Jahren bis heute.

Schon in seiner frühen Jugend hat der gebürtige Gelsenkirchener angefangen, sich für die Postwertzeichen zu interessieren. Sein Onkel hatte ihm ein Sammelalbum geschenkt. „Damals hat man dann einfach alles gesammelt“, erinnert sich Neumann. Schnell begann der fußballbegeisterte Junge aber, Souvenirs von Fußballspielen zu sammeln.

„Berni“ war der Erste in der Sammlung

Beim Blättern durch seine chronologisch sortierten Alben stockt er deshalb bei einer besonderen Karte. Sie zeigt das kickende Hasen-Maskottchen „Berni“ im schwarz-rot-goldenen Trikot und das Gelsenkirchener Parkstadion. Bei der Europameisterschaft 1988 die deutsche Nationalelf dort in der Vorrunde das dänische Team mit 2:0 besiegt – am 14. Juni, dem Datum des Poststempels. „Das war eine meiner ersten Karten. Ich weiß noch genau, wie ich die als kleiner Knirps bei einem Stand auf der Bahnhofstraße gekauft habe“, sagt Neumann.

Seine Sammlung reicht inzwischen deutlich weiter zurück als bis in die 80er. „Irgendwo bei einer Tauschbörse“ hat der Berufsschullehrer das älteste Stück in seiner Sammlung gefunden. Drei Pfennige hat die hellbraune Briefmarke aus dem Deutschen Reich einst gekostet. Sie ist eigentlich „nichts besonderes“, Sammlerwert hat allerdings der Poststempel vom 26. Juni 1938. Sie verweist auf das Endspiel der deutschen Meisterschaft, bei dem Schalke im Berliner Olympiastadion auf Hannover 96 traf. Das Spiel endete mit einem Unentschieden, Hannover wurde wegen der besseren Tordifferenz Meister.

Ein Stempel zum Meisterschaftssieg 1958

Und noch mehr Erinnerungen stecken in den Alben von Benjamin Neumann. Etwa an das Jahr 1958, in dem die Schalker Mannschaft deutscher Fußballmeister wurde. Oder an das UEFA-Pokal-Finale 1997, die Königsblauen waren nach ihrem 1:0 Heimsieg beim Hinspiel im Parkstadion auch im Rückspiel gegen Inter Mailand im Giuseppe_Meazza-Stadion als Sieger vom Platz gegangen. Der italienische Sonder-Poststempel vom 21. Mai ‘97 erinnert Neumann daran.

Aber nicht nur große sportliche Erfolge finden sich in der Sammlung. Auch Briefmarken, Karten und Stempel zum 100. Vereinsjubiläum, der Einweihung und später Umbenennung der Arena und Motive von einzelnen Spielern stecken, ordentlich sortiert, in den Sammelbüchern des heute in Marl lebenden Neumann. Besonders stolz ist er auf eine spanische Marke aus dem Jahr 2000. Sie zeigt Ausnahmespieler Raùl, lange bevor seine Karriere ihn nach Gelsenkirchen führte. „Damals war er hier noch kaum bekannt“, sagt Neumann.

Allen noch sehr präsent ist dagegen Rudi Assauer. Eine Karte mit Marke und Sonderstempel vom 30. April 2019 – der inzwischen verstorbene Vereinsmanager wäre an diesem Tag 75 Jahre alt geworden – dominiert die bislang letzte Seite des Sammelalbums.

Viel wert sind die Marken nicht

Neumanns Zusammenstellung ist damit allerdings noch lange nicht am Ende. Regelmäßig sucht der zweite Vorsitzende der Gelsenkirchener Briefmarkenfreunde bei Tauschbörsen und im Internet nach weiteren Schätzen. Das ist gar nicht so leicht, denn „man weiß überhaupt nicht, was es alles gibt“. Obwohl der materielle Wert der Sammlung laut dem Philatelisten gering ist, so motiviert ihn jeder neue Fund doch, weiterzumachen.

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