Pflege

Ambulanter Hospizdienst im Amalie-Sieveking-Haus geplant

Hospizkoordinatorin Marianne Petsch (v.l.), Hausleitung Olaf Horn, Pflegedienstleiterin Britta Kannenberg und Andrea Hundert von der Fachstelle Demenz der Caritas freuen sich auf den geplanten ambulanten Pflegedienst im Amalie-Sieveking-Haus.

Hospizkoordinatorin Marianne Petsch (v.l.), Hausleitung Olaf Horn, Pflegedienstleiterin Britta Kannenberg und Andrea Hundert von der Fachstelle Demenz der Caritas freuen sich auf den geplanten ambulanten Pflegedienst im Amalie-Sieveking-Haus.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen-Altstadt.   Im Amalie-Sieveking-Haus in Gelsenkirchen sollen Ehrenamtliche bei der Begleitung von Sterbenden helfen. Dafür starten im September Schulungen.

Der Pflegenotstand in Altenheimen ist ein Dauerthema. Aus Personalmangel sind Pfleger häufig überlastet und auch frustriert – weil sie nur noch das Nötigste für die Patienten tun können und häufig die Zeit fehlt, um den älteren Menschen etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Um diesbezüglich die Situation der Bewohner zu verbessern, plant das Amalie-Sieveking-Haus den Aufbau eines ambulanten Hospizdienstes.

Unter dem Leitspruch „Sterben in Geborgenheit“ sollen für die Bewohner, die sich eine Begleitung wünschen, Ehrenamtliche gesucht werden, die sich solch eine Aufgabe zutrauen und vorstellen können. „Wir versprechen uns davon eine größere Zufriedenheit“, erklärt Hospizkoordinatorin Marianne Petsch. Sowohl bei den Bewohnern als auch bei den Pflegern.

Schulungen für die freiwilligen Helfer

Damit das Konzept funktionieren kann, muss jedoch auch eine Art Ausbildung her. „Die Ehrenamtlichen müssen natürlich qualifiziert sein“, betont Petsch. Deshalb sollen die freiwilligen Helfer in kostenlosen Schulungen an die Arbeit in einer Pflegeeinrichtung herangeführt und dabei auch in puncto Trauerbewältigung und Kommunikation geschult werden. Die „Ausbildung“, die von verschiedenen Dozenten geleitet wird, soll am 14. September beginnen und bis Ende März 2020 laufen. Eine Art Praktikum soll den Interessierten helfen, das Leben im Altenheim kennenzulernen.

„Es geht darum, Zeit zu schenken“, erklärt Britta Kannenberg, die Leiterin des Pflegedienstes im Amalie-Sieveking-Haus. Kannenberg, Marianne Petsch und Hausleiter Olaf Horn erhoffen sich durch das Konzept auch eine Art Symbiose mit den Pflegekräften. „Natürlich sollen die Ehrenamtlichen keine Pflegeaufgaben übernehmen“, betont Hospizkoordinatorin Petsch.

Keine Vorgaben, wie viel Zeit geschenkt werden soll

Wie viel Zeit jeder Ehrenamtliche seinem Bewohner oder seiner Bewohnerin schenkt, bleibt dabei völlig ihm überlassen. Vorgaben wird es keine geben. Die ersten Personen haben in jedem Fall bereits Interesse signalisiert, sich an dem ambulanten Hospizdienst zu beteiligen. Mittelfristig sollen möglichst rund 15 Ehrenamtliche bei „Sterben in Geborgenheit“ mitmachen.

„Empathie und zuhören zu können sind die wichtigsten Aspekte“, sagt Britta Kannenberg. Ansonsten gibt es keine grundsätzlichen Bedingungen, die Interessierte erfüllen müssen. „Ein gewisses Maß an Lebenserfahrung ist mit Sicherheit hilfreich, aber grundsätzlich ist auch ein Abiturient natürlich willkommen“, sagt Marianne Petsch. Klar ist: Das Pflegeheim hofft darauf, dass sich einige Unterstützer melden. Denn davon dürften letztlich alle Beteiligten profitieren. „Es ist schlimm, zu wenig Zeit zu haben. Die Pflege freut sich aufs Ehrenamt“, so Petsch.

>> Regelmäßige Vorträge im Amalie-Sieveking-Haus

Regelmäßig finden im Amalie-Sieveking-Haus Vorträge statt, bei denen für das neue Konzept „Sterben in Geborgenheit“ geworben werden soll. Zuletzt war Andrea Hundert von der Fachstelle Demenz der Caritas im ASH zu Gast. Am 25. Juni geht es um das Thema Patientenverfügungen.

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