Verkehrswende

Ahag-Gruppe setzt mit Start-Up neue Mobilitätskonzepte um

Der Geschäftsführer der Ahag-Gruppe, Christoph Pieper, präsentiert die  Kooperationspartner für das neue Beratungscenter am Standort Gelsenkirchen-Buer.

Der Geschäftsführer der Ahag-Gruppe, Christoph Pieper, präsentiert die Kooperationspartner für das neue Beratungscenter am Standort Gelsenkirchen-Buer.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  Im klassischen Autohandel läuft die Mobilitätswende. Am Ahag-Standort in Buer entsteht Beratungscenter für E-Mobile, Service und Digitalisierung.

Wenn ein alteingesessenes Autohaus mit großem Aufschlag seine Green-City-Ideen vorstellt, wenn ein Unternehmerpaar geradezu eine ganze Batterie E-Fahrzeuge und -Kräder, E-Roller, Transporter und Streetscooter auffährt, ist klar: Die Mobilitätswende ist auch im klassischen Autohandel angekommen. Bei Ahag in Buer, gediegene Drehscheibe für die Marken BMW, wird in den kommenden Wochen ein Teil der Ausstellungsfläche umgebaut. Entstehen wird ein „Green-City-Hub“, ein Knotenpunkt für Dienstleistung und Digitalisierung mit diversen Service- und Handelsstationen.

Vom E-Bike bis zum Streetscooter

Eingebunden ist die Westfälische Hochschule, vertreten sein werden in dem geplanten Beratungscenter Energiedienstleister wie die ELE, Infrastrukturpartner wie die Netzwerker von Gelsen-Net, aber auch Firmen-Partner, die neue Mobilitäts- und Mietfahrzeugkonzepte oder eben ihre breite Palette an E-Mobilen vom Fun-Gerät bis zum Handwerker-Fahrzeug anbieten: wie Motorstore (E-Motorräder), Streetscooter (E-Transporter) oder „e.Go“. Die höchst kompakten Elektro-Minis rollen ab 15.900 Euro auf den deutschen Markt. Ahag-Geschäftsleiter Christopher Pieper will in wenigen Wochen als „erster privater Händler in Deutschland“ für die Marke „am Netz sein.“ Im E-Scooter-Bereich ist Ahag nach eigener Auskunft bislang der „zweitgrößte Händler in Deutschland“.

E-Tankstelle am Firmengelände

Bei 23 Prozent im Neuwagenbereich liegt bislang insgesamt der Anteil von E- und Hybridfahrzeugen in den Häusern der Ahag-Gruppe. Doch Pieper will mehr. Er will die Verbindung von Dienstleistungen und Digitalisierung. Wer sich künftig (nicht nur) mit E-Mobilität beschäftigt, soll Mobilitätsangebote quasi aus einer Hand bekommen. Angefangen bei der Beratung, wie im Wohnumfeld die eigene Stromtanke realisiert werden könnte, bis zu Mietmodellen (Pieper: „Gerade bei E-Transportern sind für Kunden lange Probierphasen wichtig“) oder künftigen Formen von Vernetzung von Verkehrsträgern, Bus und Bahn, Radverkehr und autonomer Pendelverkehr inbegriffen. Das Fernziel ist ambitioniert: der Green-City-Hub soll ein Ausgangspunkt für ein CO-2-neutrales Autohaus und in der Konsequenz auch für eine CO-2-neutrale City werden. Dazu passt, dass am Firmengelände an der Cranger Straße bis Frühjahr 2020 eine E-Großtankstelle gebaut wird, mit acht Ladeplätzen und 22 kW Wechselstrom.

Autohändler plant eine Gebäudeerweiterung

Vieles ist noch Zukunftsmusik, manches zeichnet sich zumindest grob auf den Plänen ab, die Donnerstag Firmenpartnern und Kunden vorgestellt wurden. Über das Beratungscenter hinaus plant Ahag eine Gebäudeerweiterung – für ein Mobilitätscenter. Der heute vorhandene Platz ist beschränkt. Dafür, macht Pieper deutlich, „müssen wir unseren Standort optimieren, sicher auch in die Geschossigkeit gehen.“

Die Zeitschiene für das Beratungscenter samt Showroom ist ambitioniert. Am 28. November soll der Umbau abgeschlossen sein, sollen die Partner des Start-Ups eingezogen sein. Für Caroline und Christopher Pieper, das Geschäftsleitungs-Paar, ist der Startschuss eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft. „Wir wenden uns als innovatives Unternehmen neuen Geschäftsideen zu.“ Ein Stück weit wird die Branche im Nachklang des Dieselskandals zur Veränderung getrieben – durch neue Antriebe, neue Formen des Fahrens, neue Ansprüche an den Individualverkehr. Christopher Pieper: „Den Druck nutzen wir als Rückenwind, um zu segeln und unser Geschäftsmodell voranzutreiben.

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