Betreuung

Absage: Für jede Gelsenkirchener Familie eine Katastrophe

Tina Bucek

Tina Bucek

Foto: Gerd Bertelmann / fFS

In Gelsenkirchen haben 447 Kinder bisher keinen Betreuungsplatz für das neue Kindergartenjahr. Für jede einzelne Familie ist das schlimm.

„Wir haben keinen Betreuungsplatz für Ihr Kind!“ Ich erinnere mich, als im Herbst 2018 die E-Mail von der Kita in meinen Posteingang flatterte. Ich brach in Tränen aus. Denn es war nicht die erste. Vorher hatten schon drei andere Einrichtungen abgesagt. Da krachte plötzlich mein wohlorganisiertes Betreuungskonstrukt zusammen. Was, wenn ich für meine Kleine bis August keine Unterbringung finde? Zuhause bleiben kann ich nicht, weil dann das Geld fehlt. Opa und Oma wohnen weit weg. Mein Mann hat einen Tag in der Woche frei. Und was passiert an den restlichen Tagen?

Kita-Platz wird zur Existenzfrage

447 Eltern in Gelsenkirchen geht es jetzt vermutlich ziemlich genau so. In Zeiten, in denen die Mieten hoch sind und viele Gehälter so niedrig, dass Familien ohne ein zweites Einkommen kaum über Runden kommen, wird der Kita-Platz zur Existenzfrage.

Die Stadt bemüht sich, sie will mit jedem Betroffenen reden. Das ist gut so. Wichtiger aber ist, dass sie weiter mit voller Kraft am Kita-Ausbau arbeitet. Darauf sollten Eltern in den Gesprächen mit den Verantwortlichen bestehen.

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