Prüfungen

Abitur: Gelsenkirchener Schulleiter tendieren zu Prüfungen

Ob und wann es 2020 Abiturprüfungen geben wird, soll am Freitag entschieden werden.

Ob und wann es 2020 Abiturprüfungen geben wird, soll am Freitag entschieden werden.

Foto: Gero Helm / Gero Helm / WAZ FotoPool

Gelsenkirchen.  Bis Freitag soll die Entscheidung zu Abiturprüfungen 2020 fallen. Wir fragten Gelsenkirchener Schulleiter nach ihren Wünschen an die Politik.

Abiturzeugnisse oder auch Abschlüsse nach Klasse 10 aufgrund der aktuellen Noten zu vergeben, das ist mittlerweile vom Tisch. Ob aber die normalen Prüfungstermine halten oder die Prüfungen verschoben werden und wie: Darüber soll die Bundespolitik bis Freitag spätestens entschieden haben. Wir fragten Gelsenkirchener Schulleiter, was sie für die beste mögliche Lösung halten -- bevor die Einigung der Bundesländer erging, dass möglichst geprüft werden sollte.

"Für Schüler ginge durch Verzicht auf Prüfung eine große Chance verloren"

Thomas Henrichs und Frank Kaupert, Leiter des Max-Planck-Gymnasiums und des Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasiums, waren sich einig: Ein Verzicht auf die Prüfungen wäre schwierig wegen der großen Bedeutung der Prüfungsnoten für das Gesamtzeugnis. "Für die Schüler ginge damit eine große Chance, sich zu verbessern, verloren", erklärt Frank Kaupert den Hintergrund. Den Termin weit nach hinten zu verschieben wäre in NRW allerdings deutlich schwieriger als etwa in Bayern, wo die Schulferien einen ganzen Monat später als in NRW starten. Am 21. April, direkt nach den Osterferien, ginge es planmäßig los mit den ersten Prüfungsklausuren. "Eine Verschiebung um zwei Wochen wäre bei uns machbar. Und wir müssten eigentlich auch den Infektionsschutz bei den Prüfungen gewährleisten können", schätzt Kaupert. Die Gesamtschulleiter sind sich ebenfalls einig: Sie wollen der Entscheidung der Politik nicht vorgreifen, keine eigenen Präferenzen nennen, um nicht zu verunsichern, so Schulformsprecherin Ulrike Purz.

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Zentrale Prüfungen in Klasse 10 wirken sich weniger stark auf die Note aus

Für Realschulen und die dortigen Zentralen Prüfungen nach Klasse 10 ist die Situation grundsätzlich eine andere: Die Prüfungen haben nicht so eine große Auswirkung auf die Abschlussnote wie die Abiturprüfungen auf die Abiturnote. Realschulformsprecherin Gabriele Kurenbach-Gerlach hofft daher auf eine Lösung, die den Schülern gerecht wird, ihre Lebensplanung nicht unnötig verschiebt.

Am Mittwochabend hatten sich die Kulturminister der Länder geeinigt, eine einheitliche Lösung, nach Möglichkeit mit Abiturprüfungen anzustreben. Einen Terminplan für NRW will Ministerin Yvonne Gebauer am Freitag vorstellen.

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