Klimaprotest

200 Demonstranten beim „Friday for Future“ in Gelsenkirchen

Setzten auf dem Heinrich-König-Platz in Gelsenkirchen ein Zeichen: Unter dem Motto "Fridays for Future" demonstrierten etwa 200 Schüler, Eltern und Lehrer für ein besseres Klimabewusstsein.

Setzten auf dem Heinrich-König-Platz in Gelsenkirchen ein Zeichen: Unter dem Motto "Fridays for Future" demonstrierten etwa 200 Schüler, Eltern und Lehrer für ein besseres Klimabewusstsein.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen.   Etwa 200 Schüler, Eltern und Lehrer sind zum ersten „Fridays for Future“ in Gelsenkirchen gekommen. Manchem Klimaschützer drohen nun Sanktionen.

An die 200 Schülerinnen und Schüler, Studenten, Lehrer und Eltern kamen zur ersten „Fridays for Future“-Demonstration in Gelsenkirchen im Dauer-Nieselregen. Das Motto: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!“ Bei der Auftaktkundgebung wird klar: Es geht allen um Klimaschutz, einigen aber auch um Parteipolitik. Was die Veranstaltung anfangs beinahe zum Kippen brachte.

Mitglieder von Rebell, der Jugendorganisation der MLPD, hatten die Demonstration angemeldet, als „Fridays for Future“-Aktion. Nach der allgemeinen Begrüßung allerdings, bei der Teilnehmer verschiedenster Gruppen wie „Plant for Planet“, Organisationen und Schulen ihre umweltpolitischen Motive vorstellen, nutzt die Sprecherin und Mitorganisatorin Besrina die Gelegenheit, um für den Kampf gegen Kapitalismus zu werben – begleitet von Applaus aus den eigenen Reihen, aber vor allem auch von zahlreichen Buhrufen der Teilnehmer, die sich eine überparteiliche Veranstaltung für eine bessere Klimapolitik wünschen.

Protest für besseren Klimaschutz statt Parteipolitik

Ein 18-jähriger Gymnasiast vom Schalker Gymnasium, Vincent, rettet die Veranstaltung. Er mahnt zum gemeinsamen, überparteilichen Streit für die Zukunft des Planeten jenseits aller Ideologien. Unterstützt von Vanessa, Schülerin des Grillo und bei „Fridays for Future“ aktiv als Organisatorin. Auch Elmond, Schüler der Gesamtschule Berger Feld, ärgert sich hörbar: „Wir wissen doch aus der Geschichte, was Extreme anrichten können. Es geht um das Klima“.

Auch ein Vater von der mittlerweile 15-köpfigen Gelsenkirchener „Parents for Future“-Gruppe, Paul, schaltet sich ein. Er spricht von der besseren Zukunft, die er sich für seine Kinder wünscht, von drohenden Hitzewellen und Wassermangel, von Einschüchterungsversuchen der Politik.

Vielen Teilnehmern drohen Sanktionen

Tatsächlich gab es klare Drohungen der Schulministerin mit der Handlungsanweisungen für Schulleitungen bezüglich Sanktionen, die später nur in Teilen relativiert wurden. Die meisten Schulleitungen in Gelsenkirchen folgten ihrer Ansage; aber nicht alle.

Die Evangelische Gesamtschule etwa entschuldigte rund 100 Schüler ausdrücklich für die Demonstration, verbunden mit der Verpflichtung, den Stoff nachzuholen. Auch am Gauß gab es für jene, die ihre Motivation für die Teilnahme benennen konnten, eine Freigabe, auch am Berger Feld gab es keine Drohung mit Konsequenzen. Im Gegensatz zum Schalker und auch Grillo.

Solidarische, aber auch kritische Passanten

„Motor aus, Fahrrad fahren!“, „Es gibt keinen Planeten B“, „Loyal zu Mutter Erde“, „Keine Toleranz für Klimaignoranz“, „Es ist unsere Zukunft“ und „Hopp Hopp Kohlestopp“ skandierend zog die Gruppe nach kurzem Zwischenstopp am Hans-Sachs-Haus über die Fußgängerzone zum Bahnhofsvorplatz, begleitet von vielen skeptischen, aber auch freundlichen Blicken der Passanten.

Maria Rumski nutzt ihre Mittagspause, um ihre Solidarität zu zeigen „Heute Politik praktisch“ verkündet ihr handgeschriebenes Plakat. „Die überhebliche Kritik von Christian Lindner hat mich so empört, dass ich dabei sein wollte,“ erklärt sie. Auch Schüler aus Herne,wo keine Demonstration läuft, sind zur Demonstration gekommen, zudem Simon, Leonie und Luisa, Studenten aus Düsseldorf, Gelsenkirchen und von der Uni Essen.

Ende nach 90 Minuten im Dauer-Nieselregen

Vom Bahnhofsvorplatz geht es zurück zur Altstadt-Kirche. 90 Minuten hat die Demonstration gedauert. Ob es nächste Woche weiter geht? Vanessa von den „Fridays“ weiß es noch nicht, es soll Absprachen mit den Parents, den Eltern, geben. Die meisten Teilnehmer sind noch unsicher, ob sie nun jede Woche kommen wollen.

Wer sich informieren möchte: www.facebook.com/fridays-for-future-gelsenkirchen

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