Kunst

„Werkstatt“: Norbert Bückers aufregend unruhige Ausstellung

Der Recklinghäuser Künstler Norbert Bücker vor seinen Arbeiten in der Galerie „Werkstatt“ in Gelsenkirchen-Buer.

Der Recklinghäuser Künstler Norbert Bücker vor seinen Arbeiten in der Galerie „Werkstatt“ in Gelsenkirchen-Buer.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Buer.  In der „Werkstatt“ eröffnet Freitag die Ausstellung mit Bildern des Künstlers Norbert Bücker – samt Präsentation des Werkstattkalenders 2020.

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Was für ein Chaos! Wild, ungezügelt, aggressiv toben sich schwarze Linien und Schraffuren auf weißen Blättern aus. Die Farben verstärken den düsteren Eindruck: schmutziges Grau, Braun, Ocker dominiert. „Laokoon oder Alles ist Zeichnung, alles ist“ titelt der Recklinghäuser Künstler Norbert Bücker seine aufregend unruhige Ausstellung, die am Freitag, 15. November, um 19 Uhr im Kunstraum „Werkstatt“ an der Hagenstraße 34 eröffnet wird.

Gleichzeitig wird an diesem Abend der in der Kunstszene begehrte, weil hochwertige Werkstattkalender 2020 präsentiert. Auch hier ist Bücker mit einem Blatt vertreten.

Norbert Bücker ist fasziniert von Laokoon

Der 66-jährige Maler und Zeichner begann sein Berufsleben einst als Schriftenmaler. Die Liebe zu Texten und Buchstaben ist ihm, als Künstler vielfach ausgezeichnet, bis heute geblieben. Auf so manchem Blatt tauchen Statements oder Wortfetzen auf. „Die kommen mir beim Zeichnen spontan in den Sinn“, sagt Bücker, der zumeist schnell, gestisch, mit einer ganz eigenen, schwer zu entschlüsselnden Bildsprache arbeitet.

Die mythologische Figur des Laokoon fasziniert ihn, vor allem die Laokoon-Figurengruppe in den Vatikanischen Museen. So wie sich hier Arme, Beine, Schlangen wild umeinander ranken, schlingen und winden, so kreisen auch die ungezähmten Linien über die Blätter von Norbert Bücker. „Alles ist.“ Auch der Klang des Namens Laokoon: „Der hat mich inspiriert.“

Der ehemalige Recklinghäuser Museumschef Ferdinand Ullrich, Professor an der Kunstakademie Münster, begleitet das Schaffen Norbert Bückers seit vielen Jahren und wird zur Eröffnung die Einführung in sein Werk geben. „Bei allem scheinbaren Chaos, aller Unruhe, lässt sich in seinen Arbeiten doch der Wille zur Struktur und zur Ordnung erkennen.“ Die unruhigen Werke, in der Zeichnung, Schrift und Malerei Hand in Hand gehen, würden getragen von der Linie, die alles zusammenhalte.

Bücker ist auf der Suche nach Spuren von Harmonie im bewegten Welten-Dschungel. Er nutzt für seine eigenwilligen Arbeiten, mal landschaftlich, mal scheinbar figural, immer Seelenspiegel, eine Mischung aus Kreide, Kohle, Bleistift, Tusche und Wasserfarben.

Start für den 44. Werkstattkalender

Im neuen, nunmehr 44. Werkstattkalender ist Bücker mit einer dynamischen, rötlich-schwarzen Arbeit vertreten.

Das Titelblatt ziert ein bewegendes Foto von Dieter Grundmann, das den unvergessenen Gelsenkirchener Künstler Rolf Glasmeier zeigt und an die letzte Ausstellung in der Galerie erinnert. Die Gelsenkirchenerin Malerin und Illustratorin Margarete Gockel, die sich immer wieder den glamourösen Ikonen der Modewelt widmet, zeigt das ausdrucksstarke Porträt eines Models. Heike Feddern verblüfft mit ihrer fantasievollen Malerei, die einen auf einem Käfer reitenden Cowboy zeigt.

Eberhard Bitter präsentiert das zerklüftete Porträt eines jungen Mannes, Harald Lange ist mit einer Figurengruppe vertreten, Marion Mauß wiederum widmet sich dem menschlichen Antlitz.

Alle Arbeiten, gedruckt auf hochwertigem Büttenpapier und in einer Auflage von 200 Exemplaren, sind nummeriert und signiert und entpuppen sich zumeist im Laufe der Jahre als begehrte Sammlerstücke.

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