Make-up

Visagistin gibt Seniorinnen Tipps fürs tägliche Schminken

Kosmetikerin Elfriede Dikmen schminkt Chris Miesen im Awo-Seniorenzentrum in Gelsenkirchen-Erle.

Kosmetikerin Elfriede Dikmen schminkt Chris Miesen im Awo-Seniorenzentrum in Gelsenkirchen-Erle.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen-Erle.   Elfriede Dikmen gibt Damen im Awo-Seniorenzentrum in Gelsenkirchen-Erle Tipps rund um das Make-up. Sie sagt: Rot geht im Alter nicht mehr.

„Ich sage morgens immer zu meinem Mann, ich gehe in die Werkstatt“, scherzt Elfriede Dikmen als sie verrät, man müsse als Frau eben so seine kosmetischen Tricks haben. Die Damenrunde fühlt sich bestens unterhalten. Auch durch die tolle Vorher-Nachher-Show. Denn natürlich lassen es sich die Damen im besten Alter nicht nehmen, die Expertin an das eigene Gesicht zu lassen – und überraschende Ergebnisse mitzuerleben.

Gerade ist Chris Miesen nach vorn gekommen. „Spannend“ findet sie, was nun mit ihr geschieht. Zunächst geht es ans Abschminken, muss das eigene Make-up runter. Hier gilt: gewusst wie. „Immer nur von innen nach außen.“ Sonst wische man den Schmutz des Alltags ins Auge. „Das ist unser empfindlichstes Organ. Also gehen wir sorgsam damit um.“ Dann geht es auch schon los: Foundation, glänzendes Rouge, Lidschatten. Den mischt Elfriede Dikmen ganz individuell für jede Dame neu an. Mit dem Pinsel verreibt sie mehrere Farben auf ihrem Handrücken, bis sie zufrieden ist. Bei Chris Miesen steigert das die Spannung nur. „Wo gehen wir heute hin?“, fragt sie und lacht. Sie freut sich sichtlich auf das Ergebnis.

Alle Damen sind von den Schminktipps begeistert

Marie-Luise Jelson war schon dran. Sie sieht aus wie das blühende Leben, strahlt richtig – von außen und von innen. „Ich schminke mich schon seit meiner Jugend. Schön kräftig, das war immer meins“, sagt sie und erzählt, sie habe versucht sich zu merken, was die Expertin genau gemacht hat. Denn das Ergebnis gefällt ihr gut. Da gibt es nur einen kleinen Wermutstropfen: „Schade, dass die Cafeteria heute geschlossen ist.“ Den neuen Look nämlich hätte die Dame gern groß ausgeführt.

Auch jene Damen, die heute nicht geschminkt werden können, weil das bei so vielen Besucherinnen die Möglichkeiten übersteigt, sind begeistert. „Das macht die Visagistin wunderbar. Sie erklärt und alles“, ist Christa Schlüter begeistert. „Und wenn mich etwas interessiert, kann ich auch Fragen stellen. Man will ja Tipps mitnehmen. Deswegen sind wir ja hier.“

Elfriede Dikmen ist echte Expertin in ihrem Gebiet

Und Elfriede Dikmen ist echte Expertin in ihrem Gebiet, unterrichtete viele Jahre medizinische Kosmetik. Heute ist sie für die Familienberatung der Awo im Einsatz. „Dadurch bin ich sehr eingebunden“, sagt sie. Wie sich, abgesehen von den Pflegebedürfnissen älter werdender Haut, das Make-up mit den Jahren wandeln sollte? Na, farblich, zum Beispiel. „Farbe ist gut. Aber sie muss abgepasst sein. Der Kleidung und der eigenen Verfassung. Helle, jugendliche Farben passen in unserem Alter nicht mehr. Und Rot ist gar nichts.“ Ja, sie findet deutliche Worte. Genau das aber kommt an bei den Erler Damen. „Die Schönheit haben wir erhalten. Wir unterstützen sie nur ein bisschen“, spricht Elfriede Dikmen in die Runde.

Dann wendet sie sich wieder Chris Miesen zu, hält in der Hand einen Pinsel. Mit dem will sie nun einen Lippenstift in zartem Rosé auftragen. „Jetzt mal den Mund halten“, weist sie an. Ein bisschen Spaß müsse sein.„Fesch“, kommentieren die Damen das neue Make-up von Chris Miesen. „Doll“, findet das die Schönheit auch selbst. „Bitte – da habt ihr eure First Lady“, sagt Elfriede Dikmen. „Wer ist die nächste?“

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