Kultur

Organistin Antonina Krymova zu Gast in St. Hippolytus

Antonina Krymova aus Fellbach-Schmieden interpretiert am Spieltisch der Rieger-Orgel von St. Hippolytus in Gelsenkirchen-Horst Kompositionen großer Meister.

Antonina Krymova aus Fellbach-Schmieden interpretiert am Spieltisch der Rieger-Orgel von St. Hippolytus in Gelsenkirchen-Horst Kompositionen großer Meister.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Horst.  Mit dem Konzert Antonina Krymovas ging die dreiteilige Reihe zu Ende. Die Musikerin interpretierte Stücke der russischen Klassik.

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Es ist der Abschluss der dreiteiligen Orgelkonzertreihe in St. Hippolytus, die in diesem Monat mit hochkarätigen Interpreten wie Kompositionen in der Kirche an der Essener Straße aufwartet. Auf Echopreisträger Christian Schmitt und Konrad Suttmeyer folgt ein Gastspiel von Antonina Krymova. Und die junge Organistin hat den Besuchern Beeindruckendes mitgebracht.

Ihr Konzert beginnt geistlich mit „Nun freut eich, lieben Christen“ aus der Feder von Matthias Weckmann – sehr klassisch, erhaben, von großer Strahlkraft, mit einem ganz leichten Mittelstück und insgesamt erstaunlich modernen Momenten, bedenkt man, die Entstehung ist datiert auf das 17. Jahrhundert. Im Verlauf spielt die junge Musikerin Kompositionen großer Meister, begeistert etwa mit Buxtehudes „Magnificat Primi Toni“. Das ist mitreißend ab dem ersten Ton, eingängig, ansprechend und hier sehr schön mit Leben gefüllt.

Herausragendes Klangerlebnis mit der Intensität einer Oper

Der eigentliche Höhepunkt des Konzertes aber folgt gen Ende: die „Orgelsuite Nr. 2 „Orpheus“ des zeitgenössischen russischen Komponisten und Musikprofessors Valeri Kikta. Er setzt die Erzählung aus der griechischen Mythologie hier bildhaft in Musik um. Mit dem ersten Satz nimmt Antonina Krymova die Hörer mit ins Reich des Todes. Bedrohlich und musikalisch intensiv ist der Einstieg, der sogleich im Kopf Bilder erzeugt. Dann lässt die Organistin im zweiten Satz die „rastlose Harpyie“ musikalisch durch die Luft rasen – in Sachen Virtuosität ein Beweis ihres großen Könnens.

Von berührender Melancholie ist der „traurige Schatten der Eurydike“. Man sieht die Szene vor sich, fühlt musikalisch mit. Ganz anders ihr „Klageruf“ – der ist voll Energie und Emotionen. Die Komposition ist von der Intensität und der Bildhaftigkeit einer Oper, und die Organistin weiß das zu interpretieren. Unfassbar, welche Klänge sie der Orgel entlockt. Ein ganz herausragendes Klangerlebnis, das vom Flehen des Orpheus beschlossen wird und einem emotionalen Wechselspiel zwischen Bitten und Wut – großartig!

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