Katholische Frauengemeinschaft

Kfd St. Clemens in Gelsenkirchen-Sutum feiert 60. Geburtstag

Als die Kfd Gelsenkirchen-Sutum sich 1959 gründete, stand die Kirche St. Clemens Maria Hofbauer noch nicht. Die Frauen trafen sich in der Gaststätte „Ernst“.

Als die Kfd Gelsenkirchen-Sutum sich 1959 gründete, stand die Kirche St. Clemens Maria Hofbauer noch nicht. Die Frauen trafen sich in der Gaststätte „Ernst“.

Foto: Michael Korte / Funke Foto Services

Gelsenkirchen-Beckhausen.  Die Kfd St. Clemens Maria Hofbauer begeht runden Geburtstag mit einer Festmesse. Mix aus Religion, Vorträgen und Geselligkeit traf 1959 den Nerv.

Frauen den Zugang zu wirklich allen Diensten und Ämtern zu gewähren – inklusive dem der Priesterin und Päpstin: Mit dieser Forderung mischt die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) derzeit die katholische Kirche auf. Vor 60 Jahren, als der Sutumer Ortsverband unter dem Namen „Mütterverein“ gegründet wurde, war das noch undenkbar. Dessen 39 Mitgliedern ging es darum, zusammen den Glauben zu leben, gemeinsam zu beten, sich auszutauschen und zu unterstützen. Und das ist auch heute, in kirchenpolitisch aufgeladeneren Zeiten, noch so.

„Anfangs gab es die Kirche St. Clemens Maria Hofbauer noch nicht, auch kein Pfarrheim und keinen Kindergarten. Es stand nur ein Provisorium“, berichtet die Vorsitzende Ursula Schelhas aus der Chronik. „Die Frauen trafen sich in der Gaststätte ,Ernst’ zum Kaffeetrinken. Das Kaffeegeschirr wurde von zu Hause mitgebracht.“

Im Gründungsjahr stieg die Mitgliederzahl innerhalb von zwölf Monaten von 39 auf 100

Trotzdem stießen die Versammlungen offenbar auf großes Interesse: Schon im Januar 1960 zählte der Verein 100 Mitglieder. Bernhardine Löken und Anni Lowinski nahmen in dieser Anfangszeit leitende Aufgaben wahr, bis 1962 ein offizieller Vorstand gewählt wurde mit Gertrud Berberich an der Spitze und Anna Lowinski als Stellvertreterin.

Dass die Katholikinnen mit der Gründung des „Müttervereins“ einen Nerv getroffen hatten – 1973 zählte er unter dem neuen Verbandsnamen Kfd 220 Mitglieder und zehn Mitarbeiterinnen –, verwundert Bernd Steinrötter, Pastor in der Liebfrauen-Gemeinde und zuständig für das kirchliche Leben rund um die Filialkirche St. Clemens, nicht. „In einer Zeit, in der die Berufstätigkeit von Frauen nicht die Regel war, nutzten sie die Gelegenheit, sich neben Familie und Haushalt in der Kirche zu engagieren.“

Auch der große Protestant Martin Luther steht auf dem Programm

Das Konzept – ein Mix aus Gebet und Gottesdiensten, Vorträgen, geselligen Treffen und Ausflügen – kam bei vielen katholischen Frauen in Beckhausen gut an. Erfahrungen aus dem Leben als Mutter, Haus- und Ehefrau auszutauschen, neue (religiöse) Impulse zu erhalten und über den heimischen Tellerrand zu blicken, war für viele Mitglieder von unschätzbarem Wert. „Auch heute genießen wir die geselligen Zusammenkünfte, profitieren aber auch von Referaten. So beschäftigten wir uns vor einiger Zeit mit Martin Luther, ganz im Sinne einer guten Ökumene.“ Kein Wunder, lebt die Kfd Sutum doch seit Jahren schon in guter Nachbarschaft mit der evangelischen Frauenhilfe, die sich ebenfalls im Gemeindesaal St. Clemens trifft.

Der Zenit in Sachen Mitgliederzahl war in den 1970er-Jahren allerdings überschritten: 1984, als Annemarie Voß von Anni Lowinski das Amt der Vorsitzenden übernahm, zählte die Kfd 162 Mitglieder – heute sind es noch 84 zwischen 50 Jahren und Mitte 80. Die wenig rosigen Prognosen für das Fortbestehen kirchlicher Verbände im Allgemeinen wollen die Akteurinnen freilich nicht zu schwer nehmen. „Wir wollen weiterhin daran mitwirken, ein lebendiger Teil unserer Gemeinde zu sein“, so Ursula Schelhas.

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