Fällungen

Heiße Sommer und Bakterien vernichten 38 Stadtbäume in Buer

Die Hitze des Sommers hat vielen Bäumen in Gelsenkirchen zu schaffen gemacht. Diese Kastanie ist von Astbruch befallen, andere kämpfen mit Bakterien.

Die Hitze des Sommers hat vielen Bäumen in Gelsenkirchen zu schaffen gemacht. Diese Kastanie ist von Astbruch befallen, andere kämpfen mit Bakterien.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  38 Straßenbäume wird Gelsendienste im nächsten Jahr im Gelsenkirchener Norden fällen. Die gute Nachricht dabei: Alle Holzgewächse werden ersetzt.

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Die Mitglieder der Bezirksvertretung Nord haben sich Zeit genommen, sind Ende September zu einer gemeinsamen Stadtrundfahrt mit Mitarbeitern der Gelsendienste gestartet und haben sich insgesamt 38 Bäume angeschaut. 38 Holzgewächse, die aus Alters- oder Krankheitsgründen im kommenden Jahr gefällt werden sollen. Wichtig dabei: Die Politiker haben sich der Argumentation von Gelsendiensten angeschlossen und den Fällungen zugestimmt.

Auf der Hochstraße sind alleine zwischen der Hausnummer 74 und 82 neun inzwischen abgestorbene Rotdorne betroffen. Am Springemarkt sollen sieben weißblühende Rosskastanien weichen. Sie leiden laut Gelsendienste an der Rosskastanien-Komplexerkrankung, einem bakteriellen Befall, der 2007 erstmals in Hamburg beobachtet wurde.

Gelsendienste setzt auf neue Arten

Die gute Nachricht dabei: Nachpflanzungen soll es für jeden einzelnen Baum geben. „Wir müssen auf Erkrankungen von bestimmten Baumarten reagieren“, sagt Gelsendienst-Sprecher Tobias Heyne. Von daher wird sich das Stadtbild in Zukunft ein wenig verändern. Auf dem Springemarkt sollen in Verbindung mit der Umgestaltung des Marktplatzes Schnurbäume der Marke Regent neu gepflanzt werden. Der ursprünglich aus Japan stammende Baum hat eine hohe Trockenheitstoleranz und macht ihn somit als Baum, der mit dem Klimawandel sowie dem Stadtklima zurechtkommt, ausgesprochen interessant.

An der Hochstraße hingegen werden zum Beispiel in Zukunft Hainbuchen wachsen. Aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit wurde der säulenförmige Baum vom bayrischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten als Stadtklimabaum getestet. „Bei der Auswahl der Baumarten bzw. Baumsorten für die Nachpflanzungen haben verschiedene Faktoren eine Rolle gespielt“, sagt Tobias Heyne. Natürlich ginge es auch darum, den Baumbestand an die Änderung der klimatischen Bedingungen anzupassen.

Auch am Diesingweg zollt Gelsendienste den heißer werdenden Sommern Tribut. So soll in Höhe der Hausnummer 16 ein Feldahorn anstelle eines Spitzahorns gepflanzt werden, „da der Feldahorn besser mit Wärme und Trockenstress zurechtkommt“, so Tobias Heyne.

Verschiedene Bäume werden getestet

Bei der Auswahl der neuen Holzgewächse orientiere sich Gelsendienste unter anderem an der Straßenbaumliste der GALK (Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz) sowie den Empfehlungen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. „Beide Institutionen führen eigene Versuchsreihen durch, um die Eignung von Baumarten für verschiedene Standortbedingungen in der Praxis zu testen“, so Heyne.

So hat die Galk 2012 eine Straßenbaumliste zusammengestellt. In ihr werden unter anderem wissenschaftlichen Daten über Wachstum, Resistenz, Größe und Verwendbarkeit von Bäumen in Stadt- und Siedlungsräumen, vorwiegend in Straßen, aufgelistet. Berücksichtigt wurden dabei die sich ändernden Rahmenbedingungen durch Klimaänderungen und deren Folgen.

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