Familie

Hasseler Kindergarten bewegt sich jetzt mit Brief und Siegel

Die Tanzkinder zeigen „Winke, winke, den Körperteil-Blues“. Bewegung ist hier Trumpf.

Die Tanzkinder zeigen „Winke, winke, den Körperteil-Blues“. Bewegung ist hier Trumpf.

Foto: Michael Korte / FFS

Gelsenkirchen-Hassel.  Die Kita an der Oberfeldinger Straße ist die 15. Einrichtung mit Zertifikat. Polizei-Sportverein Gelsenkirchen ist als Kooperationspartner aktiv.

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Das ist Platz: Fast 500 Quadratmeter in einem schmucken Altbau und einem praktischen und dabei ansehnlichen Neubau und dazu ein Außengelände einmal rundum. 65 Kinder können an und in der Tageseinrichtung an der Oberfeldinger Straße all das als „Eichhörnchen“, „Igel“ oder „Schnecken“ nutzen. Der Kindergarten hat gerade das Gütesiegel als „Anerkannter Bewegungskindergarten“ vom Landessportbund bekommen.

Die 65 Kinder mit ihren zehn Betreuerinnen und einem vielköpfigen Stab aus dem Elternbeirat haben das ganze Haus, das seine Geschichte als Werkskindergarten der Hibernia AG und später als Berglehrlings-Wohnheim praktisch noch atmet, mit Luftballons und Girlanden bunt geschmückt. Bleche mit Häppchen stehen bereit, und natürlich wuselt es überall. Zwischen vier Monaten und sechs Jahren sind die kleinen Besucher alt, und das Zertifikat ist etwas Besonderes für sie.

Bis 2020 sollen es 20 Kindergärten mit Siegel sein

Für Jürgen Deimel von Gelsensport ist es schon der 15. Kindergarten, aber er strahlt immer noch großen Enthusiasmus aus, freut sich über jede neue Einrichtung. „Bis 2020 wollen wir noch die 20 schaffen“, gibt er als Parole aus. Er hat nicht nur die Urkunde für die Kita dabei, sondern auch noch eine für Monika Heuer, die Abteilungsleiterin für Judo im Gelsenkirchener Polizei-Sportverein PSV. Denn die Zusammenarbeit mit einem örtlichen Sportverein ist ebenso Bedingung für die Zertifizierung wie die intensive Schulung des Kita-Teams.

„Kinderfreundliche Sportverein heißt für uns“, erzählt die Kampfsportlerin, die später selbst noch auf die Matte zur Show-Vorführung muss, „dass wir für eine Stunde mit den Kindern rauskommen und üben. Aber außerdem kommen die zu unseren Veranstaltungen und wir sind bei allen Festen hier auch dabei.“

Dreieck aus Kita, Verein und Schule

Für Gelsensport-Präsident Deimel ist es ein wünschenswertes „Bewegungsdreieck“, das so ganz allmählich entstehen kann. Dann, wenn die Kita-Kinder den Spaß an der Bewegung im Verein weiter ausleben können, die Vereine so einen festen Unterbau über die Jugendarbeit bekommen und womöglich anschließend auch die Grundschulen noch mit im Boot sind.

In dem über 100 Jahre alten Gebäude können die Kinder außerdem auch das Kinderbewegungsabzeichen ablegen, und ein Aushang macht die Eltern darauf aufmerksam: „Wir machen verstärkt Bewegungsangebote, bitte geben Sie Ihrem Kind ein T-Shirt, eine Jogginghose und Rutschsocken mit.“

In der Turnhalle sind die Regeln sogar noch mit Piktogrammen versehen: „Beim Sport keinen Schmuck tragen, nicht hauen, schubsen oder ärgern, nicht ohne Erzieherin klettern, nur mit Stoppersocken oder barfuß laufen.“ Und die Hasseler Kita-Leiterin Elena Schreiner erklärt schmunzelnd: „Da achten die Kinder auch untereinander drauf wie die Sheriffs.“

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