Schmierereien

Graffiti: Stadt will Schmierereien in Buer nicht entfernen

Eine Kritzelei auf der frisch sanierten Stützmauer an der Kurt-Schumacher-Straße ärgert Passanten, aber nicht die Stadt

Eine Kritzelei auf der frisch sanierten Stützmauer an der Kurt-Schumacher-Straße ärgert Passanten, aber nicht die Stadt

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services GmbH

Buer.  Die frisch sanierte Stützmauer an der Kurt-Schumacher-Straße ist mit Farbe besprüht. Handlungsbedarf sieht die Stadt allerdings nicht.

In strahlendem Weiß kommt die Betonmauer daher, die gegenüber der Einfahrt in den Vincketunnel den Fußgängerweg von den dahinterliegenden Grundstücken trennt. Nur makellos ist sie nicht: Einzelne Buchstaben – Abkürzungen, in der Sprayerszene „Tags“ genannt – sind mit schwarzer Farbe deutlich sichtbar auf die Fläche gemalt.

Noch kein Jahr ist seit der Sanierung der Stützwand an der Kurt-Schumacher-Straße gleich hinter der Einmündung des Schernerwegs vergangen, schon ärgern sich Anwohner über unschöne Kritzeleien auf dem weißen Beton. Die Stadt, Bauherr der Modernisierungsmaßnahmen, zuckt jedoch nur müde mit den Schultern und teilt mit: Die Graffitis bleiben.

Rund 120.000 Euro hatten die Arbeiten an der 1970 errichteten Mauer die Stadt gekostet. Sie soll die Geländeversprengung zwischen der viel befahrenen Hauptverkehrsader und den angrenzenden Grundstücken, die etwas weiter zurückliegen, auffangen. Die Betonkonstruktion reicht dazu von der Kurt-Schumacher-Straße bis in den von dort aus abknickenden Schernerweg hinein.

Stadt kämpft auch im Vincketunnel gegen Graffitis

Dass die weiße Fläche, die erst im September 2018 fertig saniert worden war, nun schon Opfer von Graffiti-Sprayern wurde, hat die Stadt ebenfalls zur Kenntnis genommen: „Zurzeit sind mehrere kleine Graffitis auf der Mauer“, sagt Stadtsprecher Martin Schulmann auf Nachfrage. Die werden dort zunächst auch bleiben, denn „es ist aktuell nicht beabsichtigt, diese Graffitis zu entfernen“, heißt es weiter.

Auch im Vincketunnel, nur einen Steinwurf von der Stützmauer entfernt, kämpft die Stadt gegen Vandalismus. So erwischten Polizisten im vergangenen September nach einem Zeugenhinweis gleich neun Täter, die dabei waren, die neuen Fliesen auf den Wänden des Tunnels, der noch immer saniert wird, mit Farbe zu besprühen.

Die Schmierereien zu entfernen ist sehr aufwendig. Gelsendienste-Mitarbeiter rücken dann mit speziellem Gerät an, um der Farbe mit Hochdruck, Wasser und Muschelkalk zu Leibe zu rücken. Tätig wird der Trupp allerdings vornehmlich bei Graffitis mit sexistischen oder rassistischen Motiven – davon sind am Schernerweg bislang keine gemeldet.

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