Verein Scooterboys

Gemütliche Fahrt durchs Ruhrgebiet – mit der Vespa

Gleich geht’s los: Start frei für die Vespa-Roller und ihre Glück-Auf-Rallye durchs Ruhrgebiet.

Gleich geht’s los: Start frei für die Vespa-Roller und ihre Glück-Auf-Rallye durchs Ruhrgebiet.

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen.  Der Kultroller Vespa stand im Mittelpunkt der Glück-Auf-Rallye, die sich am Samstag von Gelsenkirchen aus auf den Weg durchs Ruhrgebiet machte.

Wir schreiben das Jahr 1984: Unterschiedlichste Subkulturen überschwemmen Deutschland, in den Charts haben Alphaville mit „Big in Japan“, Laura Branigan mit „Self Control“ und Nino de Angelo mit „Jenseits von Eden“ das Sagen. Auf den Straßen – nicht nur in Italien – sind zahlreiche Fahrer mit ihrer Vespa unterwegs. Und exakt von diesem vom damaligen Lebensgefühl geprägt gründen zwei Gelsenkirchener nach gemeinsamer Zeit bei einer Düsseldorfer Gruppe den „Vespaclub Gelsenkirchen Scooterboys“.

35 Jahre später hat dieser knapp 100 Mitglieder, von denen sich am Samstag jede Menge zur großen Glück-Auf-Rallye am Nordsternpark unterm Herkules treffen. „Wir haben jetzt schon länger keine Aktion mehr gestartet, aber jetzt war es mal wieder an der Zeit“, so der Vorsitzende des Clubs, Markus Freynik.

Zwar sehen sich die Mitglieder bei regelmäßigen Treffen im Jahr und nehmen während der Saison auch an diversen Veranstaltungen teil, „jedoch wollten wir auch mal wieder selbst eine Rallye organisieren“. Dazu haben sich die Scooterboys bewusst den kulturellen Hintergrund des Ruhrgebiets zu Herzen genommen: Gegen 9 Uhr starten die etwa 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Zeche Nordstern. Dann geht es auf der rund 75 Kilometer langen Strecke an unterschiedlichen Standorten im Ruhrgebiet entlang. Einige der Checkpoints, an denen diverse Fragen zur Club-Geschichte beantwortet werden müssen (zum Beispiel: Wie heißen die Schwesterclubs der Scooterboys GE?), sind weitere Zechen und traditionelle Orte, wie etwa Zollverein in Essen.

Die Glück-Auf-Rallye ist kein Wettrennen

Wichtige Grundregel für die Rallye: Es handelt sich nicht um ein Wettrennen, sondern um eine sogenannte „Gleichmäßigkeitsfahrt“. Also: Nur kein Stress! Niemand soll irgendwo entlang hetzen, stattdessen sind die Vespa-Fahrer dazu angehalten, die Aussicht und die Kulisse des Ruhrgebiets zu genießen. Eine festgeschriebene Route gibt es dabei jedoch nicht: „Wir haben zwar eine Idealroute im Kopf, aber wie die Leute schlussendlich von Checkpoint zu Checkpoint kommen, ist ihnen selbst überlassen“, erklärt Freynik. 25 bis 30 Stundenkilometer Durchschnittsgeschwindigkeit sind angesetzt. An jedem dieser Checkpoints werden die Teilnehmer dann auch entsprechend kulinarisch versorgt.

Das Vespa-Fahren liegt bei vielen Club-Mitgliedern übrigens in der Familie: „Mein Vater ist gefahren, mein Großvater, jetzt auch meine Frau und mein Sohn“, erklärt zum Beispiel Frank Lohmann. Er selbst kaufte sich mit 16 seinen ersten Motorrolle, seitdem sind etliche dazu gekommen: „Aktuell besitze ich um die zehn Stück. Die Sammlung wechselt aber auch immer wieder“. Für Lohmann ist der Reiz am Fahren der soziale Faktor: „Es ist einfach schön, ein gemeinsames Hobby zu haben, das uns alle miteinander verbindet“.

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