Gastronomie

Das Bikini ist tot, es lebe Domgold

Christoph Klug (r.), hier mit Nils-Peder Dobratz, führt künftig das „Domgold“. Es öffnet am morgigen Mittwoch.

Christoph Klug (r.), hier mit Nils-Peder Dobratz, führt künftig das „Domgold“. Es öffnet am morgigen Mittwoch.

Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen-Buer. Das „Bikini“: Es passte den Männern Ende 2012 nicht mehr. Finanziell zu eng war es für drei Gesellschafter, bisweilen auch zu laut für die Anwohner. Das Szenelokal am Russellplatz in Buer ist nun drei Monate tot und mit ihm ein Stück Gastronomieleben. Doch pünktlich zu Ostern ersteht es mit neuem alten Betreiber, verändertem Konzept und Desgin wieder auf – als „Domgold“. Und da sage noch einer, es gebe keine Tresenpoesie.

Christoph Klug (38), schon vorher Mitgesellschafter des „Bikini“ mit Benjamin Laschke und Nils-Peder Dobratz, sucht jetzt allein sein Glück im „Domgold“; ein Name, der als Hommage eines Lokalpatrioten an „seine“ Domplatte zu verstehen ist, und eben an das „flüssige Gold“ erinnert, das an der Theke durch die Kehlen rinnt.

Weniger Partys als im „Bikini“

Klugs Kompagnons haben sich zurückgezogen, um sich beruflich neu zu orientieren; zudem sei es „nie die Idee (gewesen), mit dem Bikini’ drei Leute zu ernähren“, so Dobratz kurz nach dem Aus. Eigentlich wollte das Trio das Lokal verkaufen. „Es gab auch einen Interessenten, der aber wieder einen Rückzieher gemacht hat. Also habe ich mich entschlossen, alleine weiterzumachen“, so Klug, im Nebenjob FDP-Stadtverordneter.

Er führt das „Domgold“ nun nicht mehr als Bar/Restaurant, sondern als Bar/Bistro. „Wir bieten kleinere Gerichte wie Salate, Pasta und Flammkuchen an. Sonst kann man hier entspannt sein Bierchen trinken“, so der Wirt. Neu im Angebot hat er samstags ein ausgiebiges (Langschläfer-)Frühstück ab 10 Uhr – bis in den Nachmittag.

Sorge, sich selbst die Kundschaft abspenstig zu machen, hat Klug nicht, der schon seit Jahren das benachbarte „Lokal ohne Namen“ an der Hagenstraße betreibt. „Die zwei Gastronomien sprechen unterschiedliche Klientel an. Das ,Domgold’ richtet sich an ältere Gäste und kommt deshalb auch nicht mehr so flippig daher wie früher das ,Bikini’.“ Waren es sonst 20 bis 25 größere Veranstaltungen, die am Russellplatz für Stimmung sorgten, so sollen es künftig nur noch „maximal sechs“ sein.

Viele Anwohner dürften dies als Zugeständnis empfinden, hatten sich doch einige immer wieder über den Lärmpegel der Partygesellschaften beschwert, wie Klug einräumt. Kurz vor der (Wieder-)Eröffnung unter veränderten Vorzeichen hat er aber mit den Anwohnern das Gespräch gesucht und ihnen das neue Konzept erläutert. „Das wird sich alles einspielen“, geht er von einer guten Nachbarschaft aus – zumindest für die nächsten zehn Jahre. Für diese Dauer hat er den Pachtvertrag abgeschlossen, mit Option zur Verlängerung, versteht sich.

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