Werbegemeinschaft

„Buer live“ – ein Stadtfest mit Licht und Schatten

Das Menschenkicker-Turnier auf der Domplatte kam sehr gut an. Zwar hatten drei Teams kurzfristig abgesagt, die übrigen vier kämpften aber mit viel Spaß um den Ball.

Das Menschenkicker-Turnier auf der Domplatte kam sehr gut an. Zwar hatten drei Teams kurzfristig abgesagt, die übrigen vier kämpften aber mit viel Spaß um den Ball.

Foto: Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  Neues Familienfest-Konzept der Werbegemeinschaft Buer geht nur bedingt auf: Menschenkicker kommt gut an, nach Geschäftsschluss fehlen Besucher.

Neues auszuprobieren, das bedeutet nicht immer, einen Erfolg auf ganzer Linie einzufahren. Eine Erfahrung, welche die buersche Werbegemeinschaft an diesem Wochenende machen muss. Auf dem Programm steht „Buer live“. Das kommt in neuem Gewand daher, setzt auf Spiel und Spaß für die ganze Familie statt auf ein mehrstündiges Live-Musik-Programm auf großer Bühne – und erlebt dabei Licht und Schatten.

„Totentanz“ am Freitagabend

Ganz neu ist das Tischkicker-Turnier, bei dem statt Plastikfiguren echte Menschen gegeneinander antreten. Am Fuße des Doms ist das am Samstagnachmittag eine riesige Gaudi. Vor allem für jene, die hier antreten. Vier Mannschaften sind gekommen. Geplant waren eigentlich sieben. Drei aber sagten ganz kurzfristig ab. Dass auch die Werbegemeinschaft mitkickt, ist Ehrensache. „Das ist ein Mega-Spaß“, ist Ole Siemienski, der erste Vorsitzende, ebenso verschwitzt wie begeistert. „Und die Resonanz ist super. Wir haben schon jetzt fünf Anmeldungen mehr für das nächste Jahr. Dieses Turnier ist aus der Not geboren, aber es ist etwas ganz Tolles geworden.“

Das Turnier soll in den kommenden Jahren Kultcharakter entwickeln. Zumindest kommt es gut an bei den Teilnehmern. „Es ist lustig und hat Spaß gemacht“, so Edu Heilemann vom „Domgold“-Team. „Nächstes Jahr gerne wieder.“ So sieht es auch Dominic Schneider, für die „Jecken am Pütt“ am Start. „Es ist anstrengend, aber schön. Hart umkämpft, aber fair.“ „Beim nächsten Mal sind wir wieder dabei. Vorher gehen wir aber ins Trainingslager.“

Schattenseite auf der oberen Hochstraße

Die Schattenseite befindet sich auf der oberen Hochstraße. Hier steht nur noch eine kleine Bühne. Auf der treten an den Nachmittagen einige Kindergruppen auf. An den Abenden legt ein DJ hier auf, bietet, so steht es im Programmheft, „Musik zum Abzappeln“. Der Plan: „Wir hatten uns gedacht, so können wir bestmöglich auf das Publikum reagieren. So ein DJ, der hat ja alles dabei, kann Charts spielen oder Oldies.“ Offenbar aber ist das zu wenig. „Am Freitagabend war hier Totentanz in der Stadt“, räumt Ole Siemienski ehrlich ein. Mit Ladenschluss sei auch das Fest schnell vorbei gewesen.

Viel anders sieht es auch am Samstagabend nicht aus. Vor der Bühne herrscht gähnende Leere, an den Imbissständen stehen einige Besucher. Die Feuerwehr ist bei ihrem 24-Stunden-Benefiz-Lauf eher unter sich. Die Verkaufsstände auf der Hochstraße haben es ebenfalls schwer. „Ich habe das typische buersche Publikum vermisst“, sagt etwa Gudrun Moselewski, die seit vielen Jahren an ihrem Stand Fotoarbeiten mit Gelsenkirchener Motiven anbietet.

„Das Fest wird von der Bevölkerung nicht mehr so angenommen“, bringt es Ole Siemienski auf den Punkt – und ergänzt, das werde man im Nachgang intern auswerten. So wie es gestaltet ist, steht das Stadtfest „Buer live“ somit einmal mehr auf dem Prüfstand.

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