Kultur & Musik

Auftakt für das Festival „Klezmerwelten“ im Schloss Horst

Daniel Kahn bestreitet das Eröffnungskonzert des Festivals „Klezmerwelten“ in Gelsenkirchen. Es findet am Samstag, 19. Oktober, im Schloss Horst statt.         

Daniel Kahn bestreitet das Eröffnungskonzert des Festivals „Klezmerwelten“ in Gelsenkirchen. Es findet am Samstag, 19. Oktober, im Schloss Horst statt.         

Foto: Oleg Farynyuk

Gelsenkirchen-Horst.  Festival „Klezmerwelten“ erlebt am Samstag in Gelsenkirchen seinen Auftakt: Daniel Kahn & Friends bestreiten im Schloss Horst das erste Konzert.

Daniel Kahn – den in der Szene alle nur „Dan“ rufen – war zum letzten Mal 2013 bei den „Klezmerwelten“ mit dabei. Nun wird dem Sänger und Songschreiber, der in der US-Metropole Detroit aufgewachsen ist, seit vielen Jahren aber in Berlin lebt, die große Ehre zuteil, das Eröffnungskonzert dieses Festivals für jiddische Musik und Klezmer zu bestreiten. Der Startschuss zur siebten Auflage dieser beliebten Veranstaltungsreihe fällt am Samstag, 19. Oktober, um 20 Uhr in der wahrlich prächtigen Glashalle von Schloss Horst.

„Wir haben wieder eine bunte Mischung aus internationalen Topstars und hoffnungsvollen Neustartern der Klezmerszene eingeladen“, sagt Hans-Joachim Siebel vom Kulturreferat der Stadt Gelsenkirchen, das gemeinsam mit der hiesigen Jüdischen Gemeinde das Festival plant und organisiert. Insgesamt neun Konzerte sowie weitere Mitmachaktionen warten bis einschließlich 21. November auf alle Neugierigen. Zu den Spielorten gehört neben Schloss Horst auch der Kurt-Neuwald-Saal in der Neuen Synagoge sowie die Bleckkirche in Bismarck und das Hans-Sachs-Haus in der Altstadt.

The Klezmatics zählen zu den Superstars in der Klezmerszene

In letzterer Örtlichkeit steigt mit dem Auftritt der Gruppe The Klezmatics der Höhepunkt dieses Festivals. Die sechsköpfige Formation aus New York hat sich in der Klezmerszene den Status von Superstars erarbeitet. „Deswegen gehen wir damit auch ins Hans-Sachs-Haus, weil wir dort bis zu 400 Zuhörer unterbringen können“, erläutert Siebel. Auch für diesen Abend (Sonntag, 10. November) gibt es noch Restkarten. „Mit dem bisherigen Vorverkauf sind wir sehr zufrieden“, ordnet der Kulturreferent ein.

Ein kurzer Blick zurück auf die Historie der „Klezmerwelten“: In den Jahren 2003 und 2004 fand das Festival seine Anfänge. Nach zwei Ausgaben verordneten die Macher aber eine Zwangspause. „Vornehmlich aus Kostengründen“, so Siebel. Als dann dank hartnäckiger Akquise der Kreis der Sponsoren spürbar erweitert werden konnte, wurde das Festival 2012 aus seinem Dornröschenschlaf wachgeküsst. Seit der Ausgabe 2013 findet es bis heute im Zwei-Jahres-Rhythmus statt. „Für eine jährliche Ausrichtung ist der personelle und finanzielle Aufwand einfach zu groß“, sagt Siebel.

Workshop soll junge Musiker in die Klezmerwelt entführen

Die Vorbereitungen auf die „Klezmerwelten“ laufen bereits seit fast einem Jahr. Wieder mussten genügend Sponsoren gefunden werden. Dazu zählen neben dem NRW-Kulturministerium und dem Landesmusikrat NRW auch die Sparkasse und die Gelsenwasser-Stiftung sowie der Zentralrat der Juden in Deutschland und das in Düsseldorf ansässige Generalkonsulat der USA.

Dank ihrer finanziellen Unterstützung kann auch diesmal wieder ein Klezmer-Workshop für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene angeboten werden. Die Teilnehmer erhalten unter der Anleitung von sechs renommierten Dozenten für eine Woche exklusiven Unterricht. „Die Teilnehmer müssen ihr Instrument aber zumindest beherrschen können“, schränkt Siebel die Bedingungen ein. Für bis zu 35 Interessierte ist Platz. Los geht’s am Sonntag, 20. Oktober, in der Neuen Synagoge. Bis zum 27. Oktober üben sie täglich von 10 bis 17 Uhr unter Anleitung. Kurzfristige Anmeldungen sind noch möglich unter: 0209/169 61 59. Gemeinsam mit ihren Dozenten werden die jungen Musiker dann auch ein Konzert geben – am 27. Oktober um 18 Uhr im Schloss Horst.

Junges Orchester verbindet jüdische und arabische Musik

Mindestens ebenso spannend ist das Projekt namens Caravan Chamber Orchestra: Hier haben sich junge Musiker jüdischen, christlichen und muslimischen Glaubens aus Weimar und Haifa zusammengetan, um jüdische und arabische Musik in einem mitreißenden Stil zu präsentieren. Für diese Idee regnete es bereits Auszeichnungen. Dieser weitere Festival-Höhepunkt lockt am Samstag, 2. November, um 20 Uhr ins Schloss Horst.

Die weiteren Konzerttermine: Karsten Troyke und Trio Scho (Do., 31. Oktober, 20 Uhr), Lebedik (Do., 7. November, 20 Uhr, beide Neue Synagoge), Waxband (Do., 14. November, 20 Uhr), Sveta Kundish & Alan Bern (Do., 21. November, 20 Uhr, beide Schloss Horst) sowie Fran & Flora (Sa., 16. November, 20 Uhr, Bleckkirche in Bismarck).

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