Autodiebstahl

IT-Experte warnt vor „Keyless Go“-System bei Autos

Damit sind Autodiebe auch in Fröndenberg unterwegs.

Damit sind Autodiebe auch in Fröndenberg unterwegs.

Foto: Karsten Zimmer

Fröndenberg.   Heimischer Spezialist geht auf Schulung für „Keyless Go“-Diebstahl in den Niederlanden. „Es gibt keinen 100-prozentigen Schutz“.

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In Fröndenberg ist ein Cabrio mit der „Keyless Go“-Methode gestohlen worden (WP berichtete), im Kreis Unna weitere hochwertige Autos. Die Polizei hat noch keine Spur. Der heimische IT-Spezialist Karsten Zimmer warnt vor der Technik: „Das ist momentan ein riesiges Problem.“

Bei einem Fabrikatshändlerkongress in Berlin steht ein IT-Fachmann auf der Bühne. Die Autobauer sind sich sicher: „Das kann er nicht schaffen.“ Weniger als zwei Minuten später hat der Mann sie eines Besseren belehrt. Das Auto macht ein Klick-Geräusch und nicht nur die Münder der Autobauer, sondern auch die Türen ihres neusten Modells stehen offen. IT-Experte Karsten Zimmer aus Menden war nicht der Mann auf der Bühne, aber er war im Publikum dabei. Er ist fasziniert von dieser Technik und informiert sich auf einer Spezialschulung in den Niederlanden mit Fachleuten und Polizei-Ermittlern aus halb Europa darüber, wie professionelle Autodiebe arbeiten.

Spezialschulung

Ein Laptop, so wie es die Unnaer Polizei im Rahmen des Fröndenberger Falles gesagt hatte, komme dabei nicht zum Einsatz. Das sei veraltetes Denken, erklärt Karsten Zimmer, und es sei sinnbildlich für deutsche Ermittler: „Die Holländer sind viel weiter als wir in Sachen Cybercrime“, erklärt Zimmer. Er ist zudem verwundert, dass „ein so altes Auto“ aus einer Einfahrt an der Hauptstraße – das Ford Mustand Cabriolet war drei Jahre alt und hatte noch einen Restwert von 30 000 Euro – gestohlen wurde.

Auf der Spezialschulung in den Niederlanden bekam Zimmer eine weiße Wunderbox vorgeführt. So klein wie ein Router und mit ein paar Lämpchen und Schaltern bestückt, hat es nur einen Nutzen: „Wer so ein Gerät besitzt, der will nur eine Sache damit machen: Ein Auto stehlen“, sagt Karsten Zimmer. Das Absurde daran: Der Besitz des Gerätes ist nicht verboten – nur dessen Benutzung. Kostenpunkt: Zwischen 3000 und 20 000 Euro.

Zimmer warnt: „Es gibt keinen 100-prozentigen Schutz.“ Er selbst besitzt allerdings auch ein Auto mit dem „Keyless-Go“-System und gibt zu: „Ich würde es aus Bequemlichkeit wieder kaufen.“

Allerdings hat der IT-Experte sein Auto eigenhändig sicher gemacht vor Autodieben, die mit dieser neuen Methode unterwegs sind: Zimmer hat einen Schalter eingebaut, der die Batterie seines Autos ausschaltet. So kann der Schlüssel zwar funken ... aber das Signal kommt nicht an.

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