Fitness

Warum Pilates und Yoga fit machen und den Menschen gut tun

Yoga trainiert nicht nur den Körper, sondern auch den Geist. Besonders in einer so entspannenden Umgebung wie einem See.

Yoga trainiert nicht nur den Körper, sondern auch den Geist. Besonders in einer so entspannenden Umgebung wie einem See.

Foto: imago stock

Ruhrgebiet.   Yoga und Pilates bringen Fitness, Entspannung und Wohlbefinden. Hier erklären wir ihre Glücksformel - und die feinen Unterschiede der Sportarten.

Kennen Sie den „herabschauenden Hund“? Oder den „Glücksstern“? Das sind Übungen, die nur auf den ersten Blick wie Verrenkungen aussehen. Wer sich mit Yoga und Pilates auskennt, schöpft aus solchen Positionen durchaus Kraft. Da kann der Kopf nicht nur nach unten zeigen, er muss es. Und Arme und Beine dürfen sich nicht recken und strecken, sie sollen es. Doch es geht natürlich auch sanfter. Die Trendsportarten Yoga und Pilates bringen Millionen Menschen dazu, motiviert auf die Sportmatte zu springen. Schließlich versprechen sie Entspannung, Gesundheit und Wohlbefinden. Seit Jahren erfreuen sich diese Bewegungsformen großer Beliebtheit – ein Studio nach dem anderen schießt aus dem Boden, alle „gehen zum Yoga“ oder „machen ein wenig Pilates“ nach der Arbeit.

Trotzdem wissen viele Menschen gar nicht, was genau hinter den beiden Bezeichnungen steckt. Eine Übersicht.

Darum geht es

Das Ashtanga Yoga kommt ursprünglich aus Indien und gilt als spirituelle Lehre. Deshalb gehört zu den Grundgedanken der Sportart eine Mischung aus Meditation, Konzentration und kontrollierter Bewegung, die Körper und Seele in Einklang bringen soll. Auch die Atmung ist beim Yoga entscheidend und gilt als eigene Übung, die besonders der Entspannung dient.

Im Gegensatz dazu dreht sich beim Pilates alles um die kontrollierte und bewusste Übungsabfolge, die einen gesunden Körper und ein besseres Körperempfinden schaffen soll. Pilates zielt auf die tief liegende Rumpfmuskulatur und fördert Kraft, Flexibilität und Koordination. Der Sport wurde während des Ersten Weltkriegs aus der Not geboren. Joseph Pilates, ein durchtrainierter Mann aus Mönchengladbach, wollte während seiner Kriegsgefangenschaft den Körper weiter stählen und dachte sich ein Programm aus, das auch auf kleinstem Raum funktioniert.

Heute gilt Pilates als Gesundheitssport und wird von den Krankenkassen unterstützt. Weil eine aufrechte Haltung der Wirbelsäule gefördert wird, eignet sich der Sport als Ausgleich für Menschen, die viel Zeit am Schreibtisch verbringen – und er macht sich gut als Ergänzung, wenn intensiv andere Sportarten trainiert werden.

Das sind die Unterschiede

„Die Atemtechnik ist der größte Unterschied zwischen den zwei Bewegungsformen“, erklärt Professor Ulf Gebken, Direktor des Instituts für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Duisburg-Essen. „Die Atmung beim Yoga erfolgt durch die Nase und ist zentraler Bestandteil der Bewegung.“ Außerdem gibt es Variationen in der Art, die Übungen auszuführen: „Beim Yoga geht es darum, eine Übung zu halten, während sich Pilates eher auf die korrekte Wiederholung konzentriert“, sagt Gebken.

Zwischen den Übungen als solche bestehen laut dem Professor aber keine gravierenden Unterschiede, denn viele Figuren seien sich durchaus ähnlich.

Yoga bietet eine Kombination aus Sport für Körper und Geist. „Deshalb ist es hier extrem wichtig, sich auf die spirituelle Ebene einzulassen. Während Pilates sich auf das Körperstyling fokussiert, kommt im Yoga auch die psychische Komponente dazu. Damit sollte man sich identifizieren können“, sagt der Wissenschaftler. Eine gelungene Yoga-Stunde trainiert also nicht nur den Körper, sondern soll auch den Geist vom Stress befreien und auf lange Sicht heilsam wirken.

Wer daran Spaß hat

Generell sind beide Sportarten für alle Altersgruppen und Fitnessstufen geeignet. Yoga und Pilates verfolgen das Ziel, die Gesundheit zu verbessern und darüber hinaus das Körperbewusstsein zu schulen. Wer im stressigen Alltag nach besonderer Entspannung mit einer Prise Spiritualität sucht, ist beim Yoga genau richtig.

Gerade für Sport-Neulinge oder Wiedereinsteiger bietet sich laut Ulf Gebken Pilates besonders an. Gerne genommene Nebenwirkung: Weil Pilates selbst kleinste Muskeln fordert, purzeln die Pfunde.

Übrigens: Lange Zeit galt beides als rein weiblich, doch das ändert sich seit etwa zehn Jahren. Gebken sagt: „Auch Männer entdecken die Sportarten für sich. Generell erleben Yoga und Pilates schon länger einen Boom, ein Ende ist nicht abzusehen.“

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