Häuserschäden

Risse in Häuserzeile in Essen – neue Messung am Sonntag

Essen.   Nachdem Anwohner in Essen Risse an ihren Häusern feststellten und ein Gehweg absackte, ist die Ursache noch unklar. Sonntag wird erneut gemessen.

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Plötzlich waren da diese Risse: über Fenstern, in der verklinkerten Fassade, an der Wand, ja, sogar im gut gefüllten Swimming-Pool hinterm Haus. Seit einer Woche schon sollen einige Anwohner einer ganzen Häuserzeile an der Helmstraße in Unterfrintrop mit Sorgen beobachtet haben, was sich da buchstäblich als Menetekel an ihrer Hauswand abzeichnete.

Doch aktiv wurde keiner. Und erst am Freitagnachmittag, als auch der Gehweg vor den Häusern merklich abgesackt war, schlugen sie Alarm – und sorgten so für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Stadtwerken, Technischem Hilfswerk und Gutachtern, die gleich mehrere Gebäude, von den Hausnummern 59 bis 73, in Augenschein nehmen mussten.

Mieter des betroffenen Hauses kommen bei Verwandten unter

Dies, um die Frage zu klären, ob man hier die Menschen denn noch guten Gewissens wohnen lassen kann. Zumindest in einem Fall lautete die Antwort: Nein. Dem Haus Helmstraße 71 droht offenbar der Einsturz, es wurde am frühen Freitagabend für unbewohnbar erklärt, die beiden Mieter mussten evakuiert werden, sie kamen bei Verwandten unter.

Für die anderen sieben betroffenen Gebäude, darunter auch eine Gartenlaube, besteht eine solche Einsturzgefahr offenbar nicht. Dort werden nach Angaben von Stadt-Sprecherin Silke Lenz die Risse mit Klebestreifen markiert, um mögliche weitere Absack-Bewegungen erkennen zu können. Anfang der kommenden Woche werden diese dann fachmännisch begutachtet. „Und dann wissen wir mehr.“

Auch Werner und Doris Rose harren in ihrem 100 Jahre alten Haus aus. Doch sie können beobachten, wie immer neue Rissen auftauchen. Das Technische Hilfswerk hat so genannte Riss-Monitore angebracht. An ihnen lässt sich ablesen, ob die und wie die Risse sich vergrößern. Am Sonntag um 14 Uhr wird eine erneute Messung stattfinden.

Ursache wird jetzt untersucht

Die Ursache der Gebäuderisse ist nach wie vor unklar. Um einen Tagesbruch handle es sich offenbar nicht, so Lenz, denn Prüfungen hätten ergeben, dass es offensichtlich keine Hohlräume in der Nähe der Erdoberfläche gibt. Auch das Nachbaubergamt in Dortmund schließt Bergbauschäden aus. Als denkbar gilt ein durch die lange Hitzeperiode abgesenkter Grundwasserspiegel, weil in dem Quartier ein unterirdischer Bachlauf existiert. Ausschließen konnten die Stadtwerke den Bruch größerer Leitungen. Dies hätten Prüfungen vor Ort ergeben.

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