Kriminalität

Vergewaltigungs-Fälle: Viele Hinweise nach Foto-Fahndung

Milva Schonhauer, Kriminaloberkommisarin, Ulrich Schmitz, Kriminalhauptkomissar, und Anette Milk, Oberstaatsanwältin (v.l.) berichteten, dass mehrere junge Männer wegen Vergewaltigungsverdacht in Untersuchungshaft genommen worden sind.

Foto: Caroline Seidel

Milva Schonhauer, Kriminaloberkommisarin, Ulrich Schmitz, Kriminalhauptkomissar, und Anette Milk, Oberstaatsanwältin (v.l.) berichteten, dass mehrere junge Männer wegen Vergewaltigungsverdacht in Untersuchungshaft genommen worden sind. Foto: Caroline Seidel

Essen/Gelsenkirchen.   Nach Festnahme junger Männer aus Essen und Gelsenkirchen spricht Polizei von „besonders abscheulichen Straftaten“. Hinweise auf den Gesuchten werden geprüft.

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Die Essener Polizei spricht von „besonders abscheulichen und brutalen Straftaten“: Eine fünfköpfige Gruppe junger Männer soll in den vergangenen Wochen mehrere Schülerinnen in ihr Auto gelockt und an entlegenen Plätzen gemeinschaftlich vergewaltigt haben. Unter anderem auf einem Feld und in einem Wald im Essener Süden fielen jeweils vier der Verdächtigen im Alter von 16 bis 23 Jahren gemeinschaftlich über zwei ihrer 16-Jährigen Opfer aus Essen und Gelsenkirchen her, gaben Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch bekannt.

Die Mädchen waren der Gewalt ihrer Peiniger schutzlos ausgeliefert. Auf die Frage nach der Dauer ihrer Martyrien sagte Kriminaloberkommissarin Milva Schonhauer: „Es wird sich um Stunden gehandelt haben.“

Einer der mutmaßlichen Täter ist polizeibekannt

Drei der mutmaßlichen Täter, darunter ein Essener (19), sitzen bereits in Untersuchungshaft. Gegen einen den Ermittlern bekannten 16-Jährigen, der wie drei weitere der Beschuldigten aus Gelsenkirchen stammt, liegt aufgrund seines jugendlichen Alters noch kein Haftbefehl vor. Nach dem fünften Verdächtigen, der nach den ersten Festnahmen seiner Komplizen Mitte Januar offenbar untergetaucht ist, fahndet die Polizei jetzt mit einem Foto. Es handelt sich um den 18 Jahre alten Gelsenkirchener.

Wie die Polizei auf Nachfrage am Donnerstagmorgen bestätigte, seien bereits mehrere Anrufe von Hinweisgebern eingegangen. Diese müssten zwar noch genau geprüft werden, der entscheidende Hinweis sei jedoch noch nicht dabei gewesen.

Allein der Älteste aus der Gruppe ist den Behörden bereits durch Betrugs- und Körperverletzungsdelikte aufgefallen. Alle anderen sind bislang unbeschriebene Blätter, sagte Kriminalhauptkommissar Ulrich Schmitz.

Nach den bisherigen Ermittlungen ist es im Dezember und im Januar zu jeweils einer Vergewaltigung gekommen. Eine weitere versuchte Vergewaltigung im Januar ist den Ermittlern ebenfalls bekannt geworden, nachdem sich die 16 Jahre alten Mädchen an die Polizei gewandt hatten. Die Behörden gehen jedoch von mindestens drei weiteren Delikten mit bislang unbekannten Opfern und Tatorten aus. Durch die Auswertung der Chatverläufe auf den Handys der jungen Männer, in denen sie die sexuellen Handlungen beschrieben, haben sich diese Hinweise ergeben, sagte Schmitz.

Mit einem Auto gemeinsam umher gefahren

Die mutmaßlichen Vergewaltiger haben nach Überzeugung der Ermittler ihre Taten genau geplant und sie gingen dabei besonders perfide vor: Über soziale Netzwerke oder Bekannte sollen sie Kontakt zu den Mädchen aufgenommen haben, um sich mit ihnen zu treffen. Spürten sie ein anfängliches Vertrauen ihrer Opfer, seien die anderen Männer dazugekommen. Mit einem Auto sei man dann gemeinsam durch die Stadt gefahren, bevor es an einem entlegenen Ort wie einem Waldstück im Essener Süden zu den Sexualstraftaten gekommen sei. Um die jungen Frauen gefügig zu machen, habe man ihnen die Handys abgenommen und damit gedroht, sie an Ort und Stelle auszusetzen.

Weitere Details zu den Straftaten nannten die Behörden aus Gründen des Opferschutzes nicht.

Um mögliche weitere Sexualdelikte der Männergruppe aus Essen und Gelsenkirchen aufklären zu können, sollten sich Opfer der Essener Polizei unter der Rufnummer 0201/829-0 anvertrauen.

+++ Update: Der 18-Jährige hat sich bei der Polizei gestellt. Mehr dazu lesen Sie hier. +++

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