Drogenszene

Uni Duisburg-Essen will die Drogenszene aussperren

Der Eingang R12 zählt zu den Problemzonen der Hochschule, was das Ausbreiten der Drogenszene angeht. Auch Eingänge wie V13 oder V15 sind betroffen. Sie alle liegen am Rand der nördlichen Innenstadt.

Foto: Ulrich von Born

Der Eingang R12 zählt zu den Problemzonen der Hochschule, was das Ausbreiten der Drogenszene angeht. Auch Eingänge wie V13 oder V15 sind betroffen. Sie alle liegen am Rand der nördlichen Innenstadt. Foto: Ulrich von Born

Essen.   Die Uni Duisburg-Essen will die Öffnungszeiten ihrer Gebäude künftig eingrenzen. Das soll verhindern, dass Süchtige die Räume der Uni aufsuchen.

Die Uni Duisburg-Essen will die Öffnungszeiten ihrer Gebäude künftig stärker begrenzen. Damit soll verhindert werden, dass Süchtige oder Drogenhändler die Räume der Hochschule aufsuchen – ein Problem, das offenbar nicht so leicht in den Griff zu bekommen ist.

In der Teeküche der Bauwissenschaftler fanden Mitarbeiter morgens mal einen Süchtigen, der dort übernachtet hatte. „Und mir ist schon mal eine Frau auf der Toilette entgegengekommen, die noch ihren Arm abgebunden hatte“, erhzählt eine Mitarbeiterin. Offensichtlich handelte es sich um eine Heroin-Süchtige, die sich soeben auf dem Uni-Klo einen Schuss gesetzt hatte.

Erste Toiletten haben Zugangssperren

In einem Trakt der Bauwissenschaft sind die Toiletten nur noch mit Uni-Ausweis, der einen Chip enthält, benutzbar – die Hochschule überlegt derzeit, dass weitere Toiletten eine Zugangssperre erhalten sollen.

„Das Problem, dass Drogensüchtige unsere Gebäude aufsuchen, wird seit etwa einem bis zwei Jahren auch im Senat diskutiert“, berichtet Uni-Sprecherin Beate Kostka. Im Herbst letzten Jahres wurde bekannt, dass die Hochschule einen privaten Sicherheits-Dienst engagiert hat, der regelmäßig den Campus kontrolliert. „Ja, die laufen hier regelmäßig herum, vor allem in den Abendstunden“, haben Mitarbeiter beobachtet. „Seit dem Einsatz des Sicherheitsdienstes ist die Lage besser geworden“, betont Beate Kostka.

Derzeit sind die Gebäude von 6 bis 22 Uhr geöffnet

Derzeit sind die Gebäude auf dem Essener Campus montags bis samstags zwischen sechs und 22 Uhr geöffnet. Sonntags ist außerdem auch die geisteswissenschaftliche Bibliothek für Publikum zugänglich. Wie die künftigen, begrenzten Öffnungszeiten aussehen, und wann sie eingeführt werden, wird derzeit noch diskutiert.

Das Problem, dass Drogensüchtige sich in Uni-Nähe aufhalten, ist wahrlich nicht neu: Schon vor Jahren installierte man blaues Licht im Treppenhaus des Parkhauses an der Universitätsstraße, damit Süchtige sich dort schlechter einen Schuss setzen können.

Das Parkhaus hat einen schlechten Ruf

Erst im letzten Winter fand die Polizei eine Leiche am Uni-Parkhaus – ein Drogenopfer. Ohnehin ist das Parkhaus ein neuralgischer Punkt: „Ich parke dort nie – wer einen Gegenstand auf der Rückbank liegen lässt, kann sicher sein, dass abends die Scheiben des Autos eingeschlagen sind, und dass die Sachen geklaut sind“, berichtet ein Uni-Mitarbeiter. Die Angst einflößende Atmosphäre, das ungepflegte Umfeld rund um die Uni-Eingänge und das Parkhaus tun ihr Übriges dazu. Das Wasserspiel vor R12: Marode Betonblöcke, trocken gelegt. Sitzbänke vor dem Glaspavillon: Halb zugewuchert, sichtbar in die Jahre gekommen. Da nützt es wohl nicht viel, dass die Hochschule den grünen Wuchs regelmäßig zurückschneiden lässt und der Gebäudebestand, mehr als 40 Jahre alt, Stück für Stück saniert wird. Stattdessen scheint die Installation der Videokameras am Rheinischen Platz die Lage an der Uni wieder verschärft zu haben – die Szene wandert weiter, sucht und findet neue Quartiere.

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