Tanz

Tanzpreis geht an Ausnahme-Pädagogen Martin Puttke

Freuen sich über einen Preisträger, der viele Jahre lang in Essen gewirkt hat (v. li.): Kulturdezernent Andreas Bomheuer, Jas Otrin (Förderverein Tanzkunst Deutschland) und der amtierende Ballettintendant Ben Van Cauwenbergh.FotoKerstin Kokoska

Freuen sich über einen Preisträger, der viele Jahre lang in Essen gewirkt hat (v. li.): Kulturdezernent Andreas Bomheuer, Jas Otrin (Förderverein Tanzkunst Deutschland) und der amtierende Ballettintendant Ben Van Cauwenbergh.FotoKerstin Kokoska

Foto: Essen

Essen.  Der Deutsche Tanzpreis geht 2016 an Martin Puttke, den langjährigen Chef des Aalto-Balletts. Er formte Tänzer-Persönlichkeiten von Weltrang.

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Einmal im Jahr blickt die internationale Tanzszene nach Essen, um Künstlerpersönlichkeiten von Weltrang für ihr herausragendes Lebenswerk zu feiern. Pina Bausch, Maurice Béjart oder John Neumeier gehörten schon zu den Ausgezeichneten. In diesem Jahr bekommt mit Martin Puttke ein Mann den Ehrenpreis, der persönlich auch viel dazu beigetragen hat, der Tanzstadt Essen auch im klassischen Bereich eine Spitzenposition zu geben. Puttke, der von 1995 bis 2008 als Ballettdirektor des Aalto-Ballett geleitet hat, wird bei der Großen Tanzpreis-Gala am 5. März aber vor allem als international bedeutender Ballettpädagoge, als Trainer, Tanz-Professor, Lobbyist und ausgewiesener Spezialist für klassischen Tanz gepriesen. Über die Auszeichnung habe sich der heute 72-Jährige „wie ein kleiner Junge gefreut“, berichtet Jas Otrin, Vorsitzender des Fördervereins Tanzkunst Deutschland.

Puttkes pädagogische Arbeit hat weit über Essen hinaus Spuren hinterlassen und Tanzpersönlichkeiten von Rang geformt. Tänzer wie Mario Perricone, Raimondo Rebeck und Gregor Seyffert wuchsen unter seiner Hand zu Virtuosen heran. „Die einzigen deutschen Tänzer, die international Karriere gemacht haben, kommen aus seiner Schule“, sagt Otrin. Im Spannungsfeld zwischen Klassik und Moderne vereinte Puttke dabei verschiedene choreografische Handschriften, brachte Künstler aus Ost und West zusammen. In bester Erinnerung sind Abende wie die kraftvollen „Brüder Karamasow“ von Boris Eifman, der intensive „Orpheo“ von Heinz Spoerli oder Mario Schröders Pink Floyd- Ballett „The Wall“ geblieben.

NRW-Tanzszene soll eingebunden werden

Dem langjährigen Essener Tanzchef zu Ehren, der bis heute weltweit sein Wissen weitergibt, werden nicht nur das Aalto-Ballett, sondern auch das Wiener Staatsballett und das Ballett am Rhein auftreten. Aus den beiden Häusern kommen auch die Gewinner des mit 3000 Euro dotieren „Tanzpreis „Zukunft“. Der Tänzer Marcos Menha und Choreograf Andrey Kaydanovskiy teilen sich in diesem Jahr die Auszeichnung. Mit dem Anerkennungspreis 2016 werden nach Angaben von Otrin die „drei Grazien der Tanzmedizin“, Elisabeth Exner-Grave, Liane Simmel und Eileen Wanke ausgezeichnet.

Im 34. Jahr des Deutschen Tanzpreises will man die „Marke“ dabei weiter stärken und qualifizieren, sagt auch Kulturdezernent Andreas Bomheuer. Die breit angelegte Tanzszene in NRW soll dabei künftig ebenfalls eingebunden werden.

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