Wildgatter Heissiwald

Der Förderverein Wildgatter sammelt für die Tiere

Der Förderverein Wildgatter kümmert sich um die Tiere im Heissiwald.

Der Förderverein Wildgatter kümmert sich um die Tiere im Heissiwald.

Foto: FUNKE Foto Services

Essen-Bredeney.   Am 9. Oktober können Kinder wieder Kastanien für die Tiere im Heissiwald abgeben. Der Förderverein hat einen zusätzlichen Mitarbeiter eingestellt.

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Wenn der Förderverein für das Wildgatter im Heissiwald am Sonntag, 9. Oktober, 10 bis 12 Uhr, wieder Kinder und Eltern einlädt, gesammelte Eicheln und Kastanien abzugeben, können die Besucher das neue Fernrohr testen, das zur Beobachtung der Tiere installiert wurde. Der Vereinsvorsitzende Hans-Peter Huch weiß noch von anderen Neuerungen zu berichten. So habe der Verein zum Jahresanfang eine neue Hilfskraft eingestellt, die sich um Tiere und Gehege kümmert und die beiden Kräfte unterstützt, die für die Fütterung des Wildes zuständig sind. „Die Tiere grasen, bekommen aber in der Woche täglich eine Ration aus Mais, Trockenfutter, Gemüse und Salat. Am Wochenende werden sie bewusst nicht gefüttert, damit der Magen zur Ruhe kommt“, sagt Tierarzt Frank Möbius, der sich seit vielen Jahren um die Tiere kümmert. Der 74-Jährige wird bald einen Veterinär als Nachfolger einarbeiten, weil er sich selbst aus Altersgründen zurückziehen will.

Seit 22 Jahren besteht der Förderverein für das Wildgatter, hatte sich im Juni 1994 gegründet, weil die Stadt das Gehege wegen leerer Kassen aufgeben wollte. Viele Jahre war die ehemalige Bundesministerin Antje Huber, die im vergangenen Jahr starb, bekannteste Unterstützerin und später Ehrenvorsitzende, das Gesicht des Vereins. Inzwischen hat der Verein rund 300 Mitglieder und finanziert die Pflege der Tiere und Neuerungen am Gehege aus den Beiträgen. „Unser Ziel ist es, heimische Tiere zu präsentieren“, sagt der Vorsitzende. Neu seien die Stromversorgung und die Hütten für die Helfer.

Insgesamt leben rund 20 Tiere im Gehege, Rot- und Damwild, Mufflons und Wildschweine. „Zur Blutauffrischung haben wir einen neuen Hirschen bekommen. Der alte litt unter genetisch bedingten Klauenproblemen, die er auf folgende Generationen vererbt hätte“, sagt Frank Möbius. Die Zahl der Tiere müsse konstant bleiben, mehr lasse weder die Größe des Areals noch die Neigung der Tiere zu Revierkämpfen zu.

„Wir selbst sind noch nie nach Tieren zur Blutauffrischung in anderen Gehegen gefragt worden, aber wenn es so wäre, müsste man das organisieren“, sagt Armin Wuttke, Förster und zweiter Vorsitzender des Vereins. Allerdings habe es Anfragen zur Auswilderung zahmer Tiere gegeben. „Da sind wir aber skeptisch. Das unterstützen wir nicht“, so Wuttke.

Auch der Förderverein, der gern mehr junge Familien als Mitglieder hätte, ist im digitalen Zeitalter angekommen. Mitglied Jean Pierre Kurth hat den neuen Internet-Auftritt gestaltet, wo in den nächsten Tagen auch ein professionell produzierter rund dreiminütiger Imagefilm über den Bredeneyer Heissiwald, das Wildgatter und den Förderverein zu sehen sein wird. Den Film, der auch im Hinblick auf das Grüne-Hauptstadt-Jahr 2017 entstand, gibt es auch auf DVD.

Im Frühjahr startet der Förderverein Wildgatter Heissiwald mit jeweils sechs Stück pro Wildart. Im Laufe des Jahres kämen dann in der Regel 13 Frischlingen, je vier Kälber bei Rot- und Damwild und vier Lämmer bei den Mufflons dazu.

„Zum Jahresende müssen dann natürlich Tiere entnommen werden, sonst würde es ja schnell zu voll im Gehege“, sagt der zweite Vorsitzende Armin Wuttke, der sich bemüht, das Wort „schlachten“ zu vermeiden, denn das hörten die Besucher und Förderer nicht so gern. Tatsächlich sei Wildfleisch aber ein hochwertiges und vor allem im Winter beliebtes Nahrungsmittel. Die Tiere würden an einen Essener Fleischer oder an Restaurants abgegeben. „Natürlich achten wir auf ein ausgewogenes Alters- und Geschlechterverhältnis bei den verbleibenden Tieren, so dass jeweils zwei Frischlinge bei der Herde bleiben“, erklärt der Förster.

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