Uniklinikum Essen

Startschuss zum Bau der neuen Essener Kinderklinik

Zupackende Ehrengäste: Gemeinsam bedeckten sie eine Kapsel mit Wünschen von jungen Patienten in der Baugrube der neuen Universitäts-Kinderklinik mit Erde.

Zupackende Ehrengäste: Gemeinsam bedeckten sie eine Kapsel mit Wünschen von jungen Patienten in der Baugrube der neuen Universitäts-Kinderklinik mit Erde.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Essen.  Die neue Kinderklinik in Essen entsteht mittig auf dem Campus des Uniklinikums. Sie kostet knapp 100 Millionen Euro.

Irgendwie verständlich, dass alle Ehrengäste am Montagnachmittag zunächst einmal in die schon deutlich sichtbare Baugrube mitten auf dem Gelände des Essener Uniklinikums schauten. Sie suchten nach Beweisen, dass es mit der neuen Kinderklinik also tatsächlich losgeht. Das lange Warten, Hoffen und dann doch wieder Enttäuschtwerden dürfte jetzt ein Ende haben. Beim offiziellen Spatenstich erinnerten sich die Gäste an sieben Jahre alte Planungen. Diese werden nun endlich in die Tat umgesetzt.

Immer wieder hatten neue Hürden im Weg gestanden. Mal war es die Finanzierung, mal die Diskussion über die erlaubte Größe, zuletzt dann der Verdacht, dass ein oder gar mehrere Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Erdreich versteckt liegen könnten. Vor rund einem Jahr hatten bereits Evakuierungspläne für die umliegenden Klinikgebäude auf dem Tisch gelegen, nachdem ein verdächtiger Gegenstand entdeckt worden war. Dann die Entwarnung. Doch keine Bombe(n). Dennoch waren Experten noch lange damit beschäftigt, den Boden mit Hilfe von Bohrungen genau zu analysieren.

Neue Kinderklinik bietet Platz für 150 stationäre Patienten

Mission beendet, nun gehört das Gelände den Baggern und Betonmischern. Die neue Kinderklinik soll einen Platz recht mittig auf dem Gelände des Klinikcampus’ finden. Der mehrstöckige Neubau wird auf knapp 10.000 Quadratmeter Nutzfläche kommen und Platz für 150 stationäre Patienten bieten, diese werden auf acht Stationen verteilt, darunter drei Intensivstationen. Ein Haus mit ganz viel Drumherum und Service auch für große Menschen. „Denn so eine Kinderklinik ist immer eine emotionale Sache und auch eine Elternklinik“, sagt Prof. Jochen A. Werner, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Essen. Er sprach davon, dass hier „eine der modernsten Kinderkliniken Deutschlands“ errichtet werde. Bis zum Jahr 2023 soll ein hoher zweistelliger Millionenbetrag aus dem Medizinischen Modernisierungsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen investiert werden. Knapp 100 Millionen Euro sollen Neubau und Inneneinrichtung insgesamt kosten.

Im Jahr 2031 feiert das alte Kinderklinik-Gebäude seinen 100. Geburtstag

Die neue Kinderklinik soll also rechtzeitig fertig sein, bevor das alte Gebäude seinen hundertsten Geburtstag feiern kann. 2031 wäre das und dann sollen andere Abteilungen der Uniklinik auf den ehemaligen Kinderstationen untergebracht sein.

Für die Kinder wird es dann längst den Neubau geben, sofern alles glatt läuft. Entworfen hat die Pläne das Berliner Architektenbüro Heinle, Wischer und Partner. Markant bereits von außen sollen die bunte Fassengestaltung und die Grünflächen werden.

Auch in der Politik ist die Vorfreude auf den Neubau groß. Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen hatte extra einen Flug aus Berlin („Da ist die Stimmung gerade sowieso nicht so gut wie hier an der Uniklinik“) verlegt, um doch noch beim offiziellen Spatenstich in Holsterhausen dabei sein zu können. Er betonte, dass die Klinik auch überregional von großer Bedeutung sei. Bei den Finanzierungsverhandlungen im Landesministerium sei er deshalb auf offene Ohren gestoßen. NRW-Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen erklärte: „Wir möchten, dass hier auch Forschung auf hohem Niveau betrieben werden kann. Deshalb unterstützen wir das Bauprojekt gerne.“

Kapsel mit Kinderwünschen in die Baugrube eingelassen

Und was sagt der Hausherr? „Der medizinische Fortschritt braucht dringend neue bauliche Voraussetzungen“, so die Worte von Prof. Peter Hoyer, Geschäftsführer des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin. Und auch die Wünsche der Kinder sollten nicht zu kurz kommen: Symbolisch wurde eine bunte Kapsel in der Baugrube vergraben. Junge Patienten hatten hier ihre Wünsche aufgeschrieben: mehr bunte Wände, mehr Spielzeug, ein Aquarium.

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