Lead City

Planer stellen Route für Süd-West-Fahrradstraße in Essen vor

Das Interesse an der neuen Fahrradstraße war so groß, dass es am kommenden Freitag einen weiteren, bereits ausgebuchten Termin gibt. Die Planer wollen dadurch mögliche Schwachstellen entdecken.

Das Interesse an der neuen Fahrradstraße war so groß, dass es am kommenden Freitag einen weiteren, bereits ausgebuchten Termin gibt. Die Planer wollen dadurch mögliche Schwachstellen entdecken.

Foto: Vladimir Wegener

Essen-Holsterhausen/Südviertel/Frohnhausen.   500.000 Euro sollen in den Ausbau von drei Fahrradstraßen fließen. Eine von ihnen verbindet Frohnhausen, Holsterhausen und das Südviertel.

Die erste von drei neuen Fahrradrouten in Essen könnte im Herbst auf den Weg gebracht werden: Ingenieure des beauftragten Planungsbüros aus Hannover stellten nun die geplante Strecke zwischen dem Südviertel und Frohnhausen vor – und nahmen 25 Radler mit.

Das Interesse an der Tour war dabei im Vorfeld so groß, das es am kommenden Freitag einen weiteren, bereits ausgebuchten Termin gibt. Ziel der Fahrt war es, mögliche Schwachstellen entlang der künftigen Fahrradstraße auszuloten und die Pläne entsprechend zu verbessern, heißt es aus dem Rathaus. Über die Fahrradstraße entscheiden dann im Herbst die Politiker der Bezirksvertretung I und III. Finanziert wird die Maßnahme mit Geld aus dem Lead-City-Projekt. Damit unterstützt der Bund mehrere Kommunen bei Verkehrsprojekten, die die Luft verbessern sollen. Frühestens im nächsten Jahr hätten Radler dann weitestgehend freie Fahrt zwischen dem Bahnhof Essen-West und der Haltestelle Moltkeplatz im Südviertel.

Strecke von der Witteringstraße bis zum Bahnhof West

Wie sich das in den Pedalen anfühlen könnte, davon bekamen die Teilnehmer nun einen Eindruck. Viele sachkundige Fahrradfahrer gingen an den Start zwischen der Witteringstraße und dem Bahnhof Essen-West – allesamt Essener, die dem Vorhaben Fahrradstraße sehr aufgeschlossen gegenüber stehen. Es sei bedauerlich, dass diejenigen, die im Vorfeld Kritik an den Plänen geäußert hätten, nicht vor Ort waren, heißt es seitens der Organisatoren.

Die Pläne für die „Premium“-Fahrradroute sehen unter anderem vor, sämtliche Kreuzungen entlang der Strecke mit vorgezogenen Haltelinien für Radfahrer zu versehen: ähnlich, wie es bereits an der Kreuzung zwischen Kahr- und Alfredstraße umgesetzt wurde. Darüber hinaus haben die Radfahrer auf einem Großteil der Strecke Vorrang – dürfen etwa auch nebeneinander fahren. Abgesehen von der Bevorzugung des Radverkehrs bleibt etwa auf der Gemarkenstraße, über die ein Großteil der Strecke führen wird, vieles beim Alten: Dort gilt weiterhin Tempo 30. Ebenso bleiben sämtliche Parkplätze entlang der neuen Fahrradstraße bestehen.

ADFC gehen die vorgelegten Pläne nicht weit genug

Dem Essener Ableger des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) geht der Vorschlag noch nicht weit genug. So hätte sich ADFC-Vorsitzender Mirko Sehnke gewünscht, dass der Durchgangsverkehr an mancher Stelle künftig außen vor bleibt: „Die vorgestellten Pläne sind besser als nichts, aber ideal ist anders.“ Sehnke hatte mit „etwas revolutionäreren Ansätzen gerechnet“, beispielsweise, die Savignystraße mit Hilfe von Pollern komplett für den Autoverkehr zu sperren.

Gleichzeitig könne auch an der Streckenführung noch gefeilt werden. „Speziell die Querung an der viel befahrenen Kreuzung Frohnhauser Straße lässt sich noch verbessern“, schlägt Sehnke vor.

Bei der jüngsten Radtour ernteten die Planer, kleinen Kritikpunkten zum Trotz, vor allem Zustimmung: Und Lob für die frühzeitige Bürgerbeteiligung. In einem nächsten Schritt sollen nun Grundlagendaten erhoben werden. Heißt konkret: der Verkehr entlang der gesamten Strecke wird gezählt und fließt in die Pläne mit ein. Nach dem Sommer soll sie dann final stehen, die so genannte A-Route.

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