Nachhaltigkeit

Holsterhausen ist ein guter Standort für Start-Up „Kommabei“

Norman Bärenbrinker steht an seiner Siebdruckmaschine. Er bedruckt für sein Label Kommabei T-Shirts. Vor einem Jahr hat er sein Geschäft in Essen-Holsterhausen eröffnet.

Norman Bärenbrinker steht an seiner Siebdruckmaschine. Er bedruckt für sein Label Kommabei T-Shirts. Vor einem Jahr hat er sein Geschäft in Essen-Holsterhausen eröffnet.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Essen-Holsterhausen.  Vor einem Jahr hat der Laden „Kommabei“ mit nachhaltiger Mode in Essen-Holsterhausen eröffnet. Das Viertel unterstützt den jungen Gründer.

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Die Start-Up-Szene in Essen wächst und wächst. Auch in Holsterhausen ist sie längst angekommen: Vor einem Jahr eröffnete Norman Bärenbrinker sein Ladenlokal auf der Gemarkenstraße. „Es war absolut die richtige Entscheidung“, sagt er heute.

Klamotten, Schmuck, Karten, Bilder: Das alles gibt es in seinem Laden zu kaufen. Das meiste davon gestaltet er selbst – mit einer Siebdruckmaschine, die im hinteren Teil seines Geschäfts steht. Genau das sei am Anfang ein großes Problem gewesen, erklärt der Essener. Denn: „Ich musste der Stadt begreiflich machen, dass ich sowohl eine Druckerei als auch ein Ladenlokal in einem Geschäft eröffnen möchte.“ Dafür musste er dort zunächst einen Bauantrag stellen. Da es sowas bisher scheinbar noch nicht gegeben habe, sei die Stadt zunächst sehr skeptisch gewesen, so Bärenbrinker.

Viele Viertel in Essen waren für den Gründer nicht bezahlbar

Die Standortsuche erwies sich ebenfalls als kompliziert. „Denn auch wenn sich Essen selbst als Einkaufsstadt bezeichnet – das ist sie nicht“, sagt er. Essen sei unter den Top 10 der Städte mit den teuersten Mieten für Einzelhändler in Deutschland, erklärt der Gründer. Viele Viertel waren deswegen für ihn unbezahlbar – oder zu weitab vom Schuss.

Bevor er in Holsterhausen in einem ehemaligen Blumenladen fündig wurde, gründete er 2016 sein Label mit einem Freund zusammen. Der stieg irgendwann wegen seiner Kinder aus – Norman Bärenbrinker machte alleine weiter, zunächst in der eigenen Wohnung. Mit seinem ersten Ladenlokal wagte er den nächsten Schritt und hat es bis heute nicht bereut. Obwohl er zugibt: „Nur vom Einzelhandel würde sich mein Geschäft noch nicht ganz rentieren.“ Auch sein Onlinegeschäft, der Verkauf auf Märkten und Workshops halten das Start-Up am Laufen.

Die Kleidung von Kommabei wird nachhaltig produziert

Sowohl der Druck als auch die Kleidung, die er von Partnerunternehmen bekommt – alles ist nachhaltig und fair produziert. Das wirkt sich auf die Preise aus, was für einige immer noch nicht verständlich sei. „Die Modeindustrie ist die dreckigste Industrie, die es gibt“, sagt der Gründer. Und so sei es für ihn selbstverständlich, dass eine Hose auch mal 100 Euro kostet, „dafür aber nicht von Kindern produziert wurde.

Seine Kundschaft schätzt diese Nachhaltigkeit, viele Stammkunden hat er in diesem Jahr gewinnen können. Und die kommen nicht nur aus Holsterhausen, sondern aus ganz Essen und aus anderen Ruhrgebietsstädten. „Ich habe hier an der Gemarkenstraße meinen Platz gefunden – hier gehe ich so schnell nicht mehr weg.“

Holsterhauser freuen sich über das Start-Up in ihrem Viertel

Dass der Laden Holsterhausen und die Gemarkenstraße bereichert, davon ist Harald Hagen von der Initiative „Wir sind Holsterhausen“ „zu 100 Prozent überzeugt“. Die Vielfalt, die Kommabei oder auch das Fachgeschäft für Stadtwandel in den Stadtteil bringen, tue dem Viertel sehr gut, so Hagen. „Die Holsterhauser haben den Laden mit Neugierde und großem Interesse angenommen.“

Seinen Jahrestag wird Bärenbrinker am Montag, 18. November, feiern. Von 13 bis 17 Uhr darf jeder Besucher selbst unter Anleitung an der Siebdruckmaschine drucken. Ab 19.30 Uhr wird es ein Konzert mit „Samotta“ geben.

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