Reingeschmeckt

Erster Pluspunkt: Um die Ecke am Beginn der Stadtwaldwende gibt es einen Parkplatz. Das ist super, denn nach dem Umbau ist die Verkehrsführung am Stadtwaldplatz ja nicht gerade übersichtlich.

Zweiter Pluspunkt: Jeder Gast wird vom Besitzer persönlich mit Handschlag begrüßt. So beginnt ein entspannter Abend im Hanau‘s. Zeitgemäß erfolgte unsere Reservierung zuvor via Facebook und SMS. Das ist für manchen noch ungewohnt, in der Gastronomie aber auch längst nicht mehr unüblich. Da stört die fehlende Möglichkeit zur Kartenzahlung schon eher.

Gemütlich ist es hier, nicht stylish, auch nicht plüschig, das Ambiente hat eher etwas von einem größeren Wohnzimmer. Und die Soulklänge im Hintergrund passen prima dazu. Es gibt keine Karte, die Auswahl erfolgt – wie es sich immer mehr durchsetzt – an der gereichten Tafel mit dem Tagesangebot.

Die Vorliebe für Meerestier fällt gleich ins Auge. Und wer hier die schnelle oder Schankwirtschaftsküche vergangener Besitzer vermutet, liegt vollkommen falsch. Denn Michael Hanau schlägt die feineren kulinarischen Klänge an, die er sich auf seinen Stationen bei Hannappel oder dem Golfclub Hösel angeeignet hat. So findet man hier Schnecken in Kräuterweißwein (9 Euro), Carpaccio vom Weideochsen (10,50) oder Venusmuschel in Weißweinsud (9) ebenso wie Traditionelles, zum Beispiel Hering nach Hausfrauenart mit „Kartöffelkes“ (7,90) oder eine Gulaschsuppe (5).

Vorab vertreiben frisches Baguette, Landbrot, Oliven und ein Kräuterquark den ersten Hunger. Und die werden, weil wir auf Nachzügler warten, netterweise einfach nachgereicht. Es ist Spargelzeit, da kommen wir am Dreiklang Walbecker Spargel, Kartoffeln und Schinken oder Schweinefilet (16,50 Euro) nicht vorbei. Die Zubereitungsart ist klassisch und wir sind erfreut, dass Hollandaise und Butter – es gibt beides – gesondert gereicht werden. Das Pariser Pfeffersteak (16,50) überzeugt geschmacklich und gewinnt zusätzlich durch seine Beilagen: krosse Bratkartoffeln und knackiges mediterranes Gemüse.

Allerdings ist die Wartezeit von über einer Stunde für fünf Personen recht lang. Die Portionen sind ausreichend, doch es passt noch ein Dessert. Bei Sabayon und Erdbeer-Eiscup überlegen wir noch, der Küchenempfehlung „warmer Schokokuchen“ können wir aber nicht widerstehen. Er ist – wenn auch zugekauft – köstlich, und mit Eis und Sahne der perfekte Abbinder. Da kann uns das abschließend gereichte Salzgebäck kaum noch locken.

Und wenn’s am schönsten ist, soll man ja bekanntlich auch aufhören.

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