Verkehr

Politik stützt Polizei: Radeln in Essen muss sicherer werden

Wenn verunsicherte Radler auf Gehwege ausweichen, kann es eng werden.

Wenn verunsicherte Radler auf Gehwege ausweichen, kann es eng werden.

Foto: Polizei

Essen.  Grüne und Linke im Rat der Stadt sprechen sich für geschützte Radwege und Tempo 30 aus. Fahrradstraßen sollen für Durchgangsverkehr tabu sein..

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Die Ratsfraktionen von Grünen und Linken unterstützen die Vorschläge des Chefs der Direktion Verkehr bei der Essener Polizei, Wolfgang Packmohr, für mehr Sicherheit im Radverkehr.

„Wir Grüne teilen die Auffassung der Polizei, dass die Sicherheit des Radverkehrs durch Tempo 30 neben Radstreifen erhöht werden sollte“, machte Ernst Potthoff, verkehrspolitischer Sprecher der grünen Ratsfraktion jetzt deutlich. Noch sicherer werden solche Radstreifen, wenn man sie als geschützten Raum auch baulich von der Fahrbahn für Autos abgrenze. Um den Radverkehrsanteil deutlich zu erhöhen und sicherer zu machen, bedürfe es generell mehr Radstreifen zu Lasten des Autoverkehrs.

„Wir teilen die Meinung der Polizei, dass der Raum für die Autos in Essen so üppig bemessen ist, dass dem Radverkehr deutlich mehr Platz eingeräumt werden kann“, sagte Potthoff. . Auch sprechen sich die Grünen für mehr Fahrradstraßen aus, die für den Durchgangsverkehr tabu sein sollten. Das städtische Ordnungsamt stehe in der Verantwortung, rigoroser gegen Falschparker auf Radwegen vorzugehen.“

Verkehrssicherheit für Radler muss dringend verbessert werden

Für die Linke im Rat ist Tempo 30 neben Radstreifen und die Sperrung der Fahrradstraßen für den Durchgangsverkehr „überfällig“. Bereits der „Fahrradklima-Test“ des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) vom Frühling habe gezeigt, dass die Verkehrssicherheit für Radler dringend verbessert werden müsse.

„Es ist hanebüchen, dass

einfordert, während die Große Koalition aus CDU und SPD jeden entsprechenden Vorschlag im politischen Raum in den letzten Jahren bekrittelt und verhindert hat,“ kritisiert Ratsherr Wolfgang Freye für die Linke im städtischen Planungsausschuss. „Zur Zeit ist es noch nicht einmal klar, ob die Planungen für die Ost-West-Fahrradstraße von Rüttenscheid nach Frohnhausen von der Großen Koalition mitgetragen werden. Wir haben schon vor rund zwei Jahren Vorschläge zur Ausweitung der 30 km-Zonen gemacht. Inzwischen ist die Straßenverkehrsordnung geändert worden und erleichtert solche Maßnahmen, was gerade an den vielen Straßen ohne getrennte Radwege wichtig wäre. Die Diskussion um einen fahrradfreundlichen Umbau der Stadt muss endlich in Schwung kommen.“

Immer noch kein Konzept für Radspuren an Hauptverkehrsstraßen

Kopenhagen gebe im Jahr pro Einwohner rund 35 Euro für den Radverkehr aus, Amsterdam 11 Euro, Berlin immerhin noch 4,70 Euro und Essen keine 2 Euro, macht Freye deutlich. Einen Antrag der Linke-Fraktion, die Mittel für den Ausbau von Radwegen wenigstens auf zehn Prozent der Mittel für den Straßenbau zu setzen, habe die Große Koalition abgelehnt. Es gebe immer noch kein Konzept für erkennbar abgetrennte Radspuren an den Hauptverkehrsstraßen.

„Der öffentliche Raum ist begrenzt und wird bisher größtenteils von den Autos dominiert“, so Wolfgang Freye: „Deshalb ist eine Diskussion um eine Neuverteilung der Verkehrsfläche zugunsten von Radverkehr, Fußgängern und Bus und Bahn dringend notwendig, damit ein künftiger Anteil von 25 Prozent Radverkehr an der Gesamtverkehrsleistung erreicht werden kann.“ (j.m.)

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