Paketdienst

Paketdienst GLS baut neues Paketzentrum im Essener Norden

Der Paketdienst GLS baut in Essen einen seiner größten Standorte in Deutschland. Beim Spatenstich an der Emscherbruchallee dabei: (v.l.) Thomas Sandmann, Matthias Schwehn, Gero Liebig, Dirk Mammalibra, Martin Seidenberg und Gerhard Zülch.

Der Paketdienst GLS baut in Essen einen seiner größten Standorte in Deutschland. Beim Spatenstich an der Emscherbruchallee dabei: (v.l.) Thomas Sandmann, Matthias Schwehn, Gero Liebig, Dirk Mammalibra, Martin Seidenberg und Gerhard Zülch.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Essen.  Weil immer mehr Pakete verschickt werden, baut der Paketdienst GLS in Essen jetzt ein neues Paketzentrum und stieß dabei auf seltene Nachbarn.

Der Paketdienstleister GLS baut im Essener Norden ein Paketzentrum und erweitert damit sein Logistiknetzwerk in der Region. 16 Millionen Euro investiert das Unternehmen. Der neue Standort soll zudem eine Drehscheibe für internationale Sendungen werden. Von dort aus will GLS vor allem Pakete für die Beneluxstaaten umschlagen. Das kündigte Gero Liebig, bei GLS verantwortlich für die Region West, am Dienstag beim ersten Spatenstich an. Mit der neuen Umschlaghalle entstehen 165 Arbeitsplätze.

Mit dem Neubau reagiert GLS, ein Tochterunternehmen der britischen Royal Mail, auf das rasante Wachstum im Paketbereich in Deutschland. In der GLS-Gruppe nimmt derzeit das Paketaufkommen pro Jahr zweistellig zu, so Liebig. Zahlen zu regionalen Entwicklungen nennt das Unternehmen nicht. Wenn das neue Essener Paketzentrum im Spätsommer 2020 an den Start geht, rechnet GLS zunächst mit 60.000 Paketen, die täglich angeliefert bzw. von dort ausgeliefert werden. Sollte sich das Paketwachstum weiterhin so rasant fortsetzen, dann plant GLS, den Standort in Essen noch zu erweitern. „Zumindest aus heutiger Sicht ist das die präferierte Option“, so der Manager. Die Prognosen gehen von einem Ausbau in drei bis fünf Jahren aus. Auf dem Gelände besteht die Option, die Halle so zu vergrößern, dass bis zu 200.000 Pakete täglich umgeschlagen werden können. Dann würde Essen zu einem der größten GLS-Standorte in Deutschland aufsteigen. Die Zahl der Arbeitsplätze könnte sich verdoppeln.

GLS-Areal so groß wie sieben Fußballfelder

Genügend Platz gibt es: Das Gelände für die neue Halle hatte GLS bereits vor zehn Jahren gekauft und über die Zeit als Reserve brach liegen lassen. Die Fläche liegt im Gewerbegebiet Econova nahe des Stadthafens an der A42. Sie ist 53.000 Quadratmeter groß und entspricht damit etwa der Größe von sieben Fußballfeldern. In unmittelbarer Nachbarschaft hatte bereits der Konkurrent DHL vor wenigen Jahren eine Zustellbasis eröffnet.

Wie schon DHL schätzt auch GLS den zentralen Standort im Ruhrgebiet mit guter Anbindung an die Autobahn nach West und Ost. Anfangs rechnet das Unternehmen mit 130 Touren pro Tag, die die Paketzusteller fahren. GLS arbeitet bei der Paketauslieferung mit Subunternehmen zusammen. Für Essen würden etwa zehn solcher Unternehmen gesucht, sagt Liebig.

Die Praxis ist nicht unumstritten. Die Bundesregierung plant derzeit, generell die Fahrer solcher Subunternehmen besser vor möglicher Ausbeutung zu schützen. Der Plan: Paketdienste sollen für ihre Subunternehmen haften, wenn sich diese nicht an gesetzliche Vorgaben wie den Mindestlohn halten. „Wir warten ab, wie die Entscheidung ausfällt und werden dann sehen, wie wir reagieren“, sagte eine GLS-Sprecherin zu den politischen Plänen lediglich.

1200 Molche auf der Baufläche eingesammelt

Vor einer völlig anderen Herausforderung stand GLS, als es um die Erschließung des Geländes in Essen ging. Auf dem brachliegenden Areal mit vielen Feuchtzonen fühlten sich seltene Molche und Kröten wohl. Die Experten vom Umweltamt der Stadt fanden Teich- und Kammmolche, Bergmolche sowie Erd- und Kreuzkröte. Alles schützenswerte Arten. Sie mussten deshalb vor Baustart vorübergehend in anderen Biotopen untergebracht werden. Allein 1200 Molche sammelt das eigens von GLS beauftragte Unternehmen vor Ort ein. Nun entsteht auf der GLS-Fläche direkt an einem angrenzenden Waldstreifen ein großes Biotop, in das die Kröten und Molche schließlich wieder einziehen sollen.

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