Stadtteilgeschichte

Bürgerschaft erinnert an ersten Heisinger Bürgermeister

Einen Kranz legten Politiker und Mitglieder der Bürgerschaft am Ehrengrab des ersten Bürgermeisters Emil Hagmann, zum 100. Todestag nieder: (v.li.) Henner Höcker, Bürgerschaft, Christian Breuer, Bergbau- und Heimatmuseum, Fabian Schrumpf, CDU-Landtagsabgeordneter, Bürgermeister Rudolf Jelinek und Bezirksbürgermeister Manfred Kuhmichel.

Einen Kranz legten Politiker und Mitglieder der Bürgerschaft am Ehrengrab des ersten Bürgermeisters Emil Hagmann, zum 100. Todestag nieder: (v.li.) Henner Höcker, Bürgerschaft, Christian Breuer, Bergbau- und Heimatmuseum, Fabian Schrumpf, CDU-Landtagsabgeordneter, Bürgermeister Rudolf Jelinek und Bezirksbürgermeister Manfred Kuhmichel.

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Essen-Heisingen.  Wäre es nach Emil Hagmann gegangen, wäre Essen-Heisingen ein Luftkurort. Zum 100. Todestag erinnert Bürgerschaft an den ersten Bürgermeister.

Ohne ihn hätte es wohl das Heisinger Rathaus mit seiner Jugendstil-Architektur so nicht gegeben: Das ist nur ein Beispiel für das Wirken von Emil Hagmann als erstem Bürgermeister des Stadtteils. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Alten Friedhof in der Dorfmitte, wo die Bürgerschaft zu seinem 100. Todestag (18. Oktober) nicht nur einen Kranz niederlegte, sondern vor allem an sein Wirken erinnerte. Historie, die die Bürgerschaft weitergeben und auch vielen zugezogenen Familien in Heisingen vermitteln möchte.

Neun Jahre lang war Emil Hagmann der erste Mann in Heisingen in den Jahren von 1910 bis 1919. Auf dem Dienstweg habe er sich regelmäßig über die akute Arbeitsüberlastung beklagt, von seinen zwölfstündigen Arbeitstagen berichtet und immer wieder Kuranträge gestellt.

Er hat die Geschäftsstraßen Bahnhofstraße und Zölestinstraße ausgebaut

Doch trotz seiner angegriffenen Gesundheit (Herzprobleme zählten dazu) habe er sich engagiert für manche neue Entwicklung in seinem damals boomenden Stadtteil an der Ruhr. Dazu zählte das Rathaus, das in den Jahren 1910/11 gebaut worden ist, die Jugendhalle folgte 1913/14. Entstanden sind aber nicht nur Gebäude, sondern ebenso die Verbindungen, denn der Bürgermeister plante einen massiven Wegeausbau. „Er sorgte durch den Ausbau der Geschäftsstraßen Bahnhofstraße und Zölestinstraße für ein Zusammenwachsen der beiden uralten Heisinger Höfesiedlungen“, haben die Mitglieder der Bürgerschaft zusammengefasst.

Auch die Entwicklung der Wochenendhäuschen-Siedlung am Rand des Schellenberger Waldes zu einem vornehmen Wohngebiet habe unter Emil Hagmann seinen Anfang genommen. Ihm habe die Entwicklung Heisingens zu einem Luftkur-Vorort im Einzugsbereich Essens am Ruhr-Nordufer vorgeschwebt.

Gutes Verhältnis zum Großunternehmer und Ortsmäzen Carl Funke

„Trotz eines guten Verhältnisses zum Großunternehmer und Ortsmäzen Carl Funke sah er die langfristige Notwendigkeit, von der monopolen Abhängigkeit Heisingens von den Zechen weg zu kommen. Ein Ziel, das er nicht erreichen konnte“, berichtet Henner Höcker, der sich mit der Geschichte des Stadtteils befasst und in der Bürgerschaft nach dem Tod des Vorsitzenden derzeit der kommissarische Vorsitzende ist.

Henner Höcker lobt Hagmann besonders als Musterbeispiel für Kommunalpolitiker, welche unermüdlich an der Basis mit den Menschen vor Ort Probleme zu lösen hätten, oft genug heftig angegriffen, und im Alltag viel zu wenig anerkannt würden: „Obwohl Kommunalpolitik für uns Bürger die konkreteste Auswirkung hat, verzeichnen Kommunalwahlen die geringste Wahlbeteiligung und Ortspolitik erfährt oft nur schmähende Kritik. Die Bürgerschaft Heisingen wollte mit der Ehrung Emil Hagmanns ein klares Zeichen setzen.“

Am Vorabend der Heisinger Selbstständigkeit per Telegramm ins Amt berufen

In Heisingen ist ein kleiner Park neben dem Alten Rathaus nach dem früheren Bürgermeister benannt („Hagmanngarten“), seine Ruhestätte ist ein Ehrengrab, das die Heisinger Emil Hagmann gestiftet haben.

Christian Breuer vom Heisinger Museumskreis recherchierte Hagmanns Lebenslauf und entdeckte, dass dieser erst am Vorabend der Heisinger Selbstständigkeit am 1. April 1910 per Telegramm ins Amt berufen wurde. Er zitierte die Schlussworte der Totenrede des damaligen Landrats: „Emil Hagmann - er war ein Mann, nehmt alles nur in Allem, ihr werdet selten seinesgleichen sehen.“

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