Warnstreik

Öffentlicher Dienst: 500 Mitarbeiter in Essen im Streik

Landesbedienstete demonstrieren auf dem Willy-Brandt-Platz in Essen.

Landesbedienstete demonstrieren auf dem Willy-Brandt-Platz in Essen.

Foto: André Hirtz

Essen.   Mitarbeiter der Uniklinik, der Uni und der Justizbehörden sind für mehr Gehalt auf die Straße gegangen. Verdi deutete bereits weitere Aktionen an

Die bundesweite Warnstreikwelle im öffentlichen Dienst der Länder hat am Dienstag auch Essen erreicht. Um ihrer Forderung nach deutlich mehr Geld Nachdruck zu verleihen, legten am Dienstag rund 500 Beschäftigte die Arbeit nieder. Allein am Uniklinikum waren laut Verdi rund 250 Beschäftigte im Ausstand. Nach Angaben der Klinik mussten einige OP-Säle geschlossen und OPs verschoben werden. In Einzelfällen kam es zu Wartezeiten bei der Behandlung, so die Klinik. Neben den Uniklinik-Angestellten waren auch Mitarbeiter der Uni Duisburg-Essen und der Justizbehörden im Warnstreik. Am Donnerstag folgen die angestellten Lehrer.

Verdi und die Lehrergewerkschaft GEW fordern in der laufenden Tarifrunde sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Bislang hätten die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. „Die Leute sind empört“, betonte die Essener Verdi-Geschäftsführerin Henrike Eickholt. Viele forderten vor allem eine neue Entgeltordnung. „Da tut sich seit Jahren nichts“, so Eickholt. Und nun wollten die Arbeitgeber dies „irgendwie“ mit Gehaltserhöhungen verrechnen. „Das bringt die Leute auf den Baum.“ Eickholt deutete bereits an, dass dies nicht die letzte Aktion vor der nächsten Verhandlungsrunde am 28. Februar gewesen ist. „Das heute war ein Warm-up“.

Justizmitarbeiter wollen bessere Eingruppierung

Die streikenden Mitarbeiterinnen der Essener Justiz hatten sich Pappkartons um den Hals gehängt mit der Aufschrift „Kleine 9“. Dahinter stehe die Forderung, von der heutigen Lohngruppe 6 in die 9 gestuft zu werden. „Darüber gibt es ein höchstrichterliches Urteil. Die Arbeitgeber müssen das endlich beachten“, sagte Helga Sichtermann, die Personalratsvorsitzende am Landgericht. Brutto würde das 560 Euro pro Monat mehr bedeuten. An den Essener Gerichten waren am Dienstag vor allem Justizfachangestellte im Ausstand.

An der Uni legten vor allem dutzende Beschäftigte in der Verwaltung die Arbeit nieder. „Allerdings wird das wohl kaum jemand spüren, weil gerade Semesterferien sind“, sagte ein Streikteilnehmer. Vereinzelt unterstützten auch Beamte den Warnstreik mit einer „aktiven Mittagspause“. In der Regel wird der Tarifabschluss der Länder für die Beamten, die kein Streikrecht haben, übernommen.

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