Neue Gratis-Zeitschrift

Konkurrenz für "Apotheken-Umschau": Noweda plant Zeitschrift

Rund 160 000 Apotheken-Artikel hat die in Essen beheimatete Genossenschaft Noweda im Sortiment – demnächst wohl auch eine Zeitschrift.

Rund 160 000 Apotheken-Artikel hat die in Essen beheimatete Genossenschaft Noweda im Sortiment – demnächst wohl auch eine Zeitschrift.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Die Apotheker-Genossenschaft Noweda plant eine Konkurrenz-Illustrierte zur auflagenstarken Apotheken-Umschau. Burda ist als Partner mit im Boot.

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Mit Risiken und Nebenwirkungen kennen sie sich in der Gesundheitsbranche aus, deshalb liefert Noweda die bahnbrechende Neuigkeit in homöopathischen Dosen. Denn nicht weniger als einen medialen Großangriff plant die in Essen-Altendorf beheimatete Apotheker-Genossenschaft, der bundesweit mittlerweile 9200 Apotheker angehören: Sie will, gemeinsam mit Hubert Burda Media, der „Apotheken Umschau“ Konkurrenz machen, dem nach der ADAC-Postille „Motorwelt“ auflagenstärksten Magazin der Republik.

Erst vor zwei Wochen haben die Kartellbehörden die dazu geplante Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens freigegeben. Damit ist der Weg frei für eine „kleine Sensation“, wie das Fachmagazin „Healthcare Marketing“ vermeldet: Einem Platzhirschen mit 9,2 Millionen verkauften Exemplaren pro Monat – „verkauft“, weil die Apotheker dafür zahlen – macht man eben nicht mal so eben das Revier streitig.

Neben der Zeitschrift auch digitale Angebote

Das wissen sie bei Noweda und verweisen bei der Gelegenheit darauf, dass das geplante Magazin ja nur ein Bestandteil einer neuen Offensive für die Apotheke vor Ort ist: Es gehe darum, den angeschlossenen Apotheken, die ohnehin schon mit der Konkurrenz von Arznei-Versendern und schwindenden Erlösen zu kämpfen haben, einen neuen, moderneren, und das heißt auch: digitalen Auftritt zu verschaffen.

Gut möglich also, dass künftig zumindest rezeptfreie Medikamente auch per App von Kunden geordert werden können.

Die neue Konkurrenz „nehmen wir mit Interesse wahr“

Dergleichen plant – so ein Zufall – auch der Wort & Bild-Verlag aus Baierbrunn, in dem die „Apotheken Umschau“ seit über 60 Jahren erscheint. Geschäftsführer Dr. Dennis Ballwieser gibt sich auf Anfrage betont gelassen: „Die Nachricht, dass auch andere sich für die Apotheke vor Ort engagieren wollen, nehmen wir mit Interesse wahr“, heißt es etwas spitz in einer Mitteilung. Das ändere aber nichts am bisherigen Kurs für die Zeitschrift, die monatlich fast 20 Millionen Leserinnen und Leser finde: „Unsere redaktionelle Qualität, die knapp 100 Kolleginnen und Kollegen sichern, macht uns (...) ebenso einzigartig wie unsere klare Trennung von redaktionellen Inhalten und Anzeigen.“

Bei Noweda weiß man, dass es nicht ohne Blessuren abgehen wird, hier oder dort. In ein paar Wochen soll klar sein, mit welchen Mitteln sie dagegen angehen.

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