Jugendberufshilfe

Projekt „Jugendwohnen“ siedelt zur Bäuminghausstraße über

Die Mitarbeiter des Projekts sind Ansprechpartner für die die jungen Flüchtlinge. Sie helfen ihnen in allen Lebenslagen. Ein gutes Vertrauensverhältnis ist wichtig für den Erfolg des Projekts.  

Die Mitarbeiter des Projekts sind Ansprechpartner für die die jungen Flüchtlinge. Sie helfen ihnen in allen Lebenslagen. Ein gutes Vertrauensverhältnis ist wichtig für den Erfolg des Projekts.  

Foto: Alexander Mueller / JBH

Essen-Altenessen.  Seit Oktober 2016 betreut das Projekt „Jugendwohnen“ jugendliche Flüchtlinge. Nun zog das Team der Jugendberufshilfe zur Bäuminghausstraße um.

Vor drei Jahren, im Oktober 2016, wurde das vom Jugendamt Essen finanzierte Projekt „Jugendwohnen“ in Altenessen gegründet. Seitdem betreut die Jugendberufshilfe (JBH) intensiv jugendliche Flüchtlinge – mit dem Ziel, sie auf ein selbstständiges Leben in ihrer neuen Heimat vorzubereiten. Eine ebenso wichtige wie anspruchsvolle Aufgabe, der die JBH ab sofort in ihren neuen Räumen an der Bäuminghausstraße 46 nachkommt.

Der neue Standort ist perfekt gelegen, so dass die jungen Geflüchteten leicht ihre von der Jugendberufshilfe organisierten vier Wände und die JBH-Beratungsangebote im Palmbuschweg erreichen können. „Derzeit werden von uns 23 Jugendliche betreut“, erklärt Ina Wolbeck, Bereichsleiterin Migration und Integration. Die Jugendlichen erhalten Hilfe, bis sie sich fit genug fühlen, in eine eigene Wohnung zu ziehen, und eine berufliche Perspektive haben.

Bis zu 30 Jugendliche werden betreut. Im Moment sind es 23 junge Flüchtlinge

Bis es soweit ist, gilt es jedoch gemeinsam einige Hürden zu nehmen. „Man muss sich vor Augen halten, dass diese Jugendlichen allein geflüchtet sind und in ein Land kommen, das sie überhaupt nicht kennen“, so Ina Wolbeck. Die bis zu 30 Teilnehmer aus Ländern wie beispielsweise Afghanistan, Guinea oder Syrien waren schon mehrere Jahre im betreuten Wohnen, bevor sie in eines der insgesamt 26 Apartments der JBH in Altenessen, Borbeck oder Kray ziehen.

Hier leben sie entweder alleine oder zu zweit, gehen noch zur Schule, machen bereits eine Ausbildung oder werkeln an ihrem Berufseinstieg: „Sie machen bei uns den ersten Schritt in die Selbstständigkeit“, erläutert Dr. Saskia Wiza, Projektleiterin von Jugendwohnen. „Wir bieten ihnen das Rundum-Paket: Wir beraten sie bei schulischen Belangen, helfen ihnen bei der Haushaltsführung, fördern sie bei ihrem Fachabitur oder auf dem Weg in den Job.“

Nach dem Einzug in die eigene Wohnung geht die Betreuung noch sechs Monate weiter

Zugeteilt werden die Jugendlichen von der Fachgruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge des Jugendamts. Die Jugendberufshilfe-Mitarbeiter sind Ansprechpartner für alle Themen und regelmäßig besuchen die Jugendlichen die Räume in der Bäuminghausstraße – auch bloß auf einen Plausch! So ein vertrautes Verhältnis zu den Jugendlichen ist wichtig, deshalb unternehmen Pädagogen und Teilnehmer gemeinsame Freizeitaktivitäten. „Für Freitag ist ein Boule-Turnier im Kaiser-Wilhelm-Park geplant“, sagt Ina Wolbeck. Denn: „Alleine zuhause zu sitzen, ist für die Jugendlichen das Schlimmste.“

Ziel sind die berufliche Integration sowie das Beziehen einer eigenen Wohnung. Das kann auf Initiative der Jugendlichen passieren, aber auch auf Empfehlung des Jugendberufshilfe-Teams: „Wenn wir sehen, sie sind auf einem guten Weg, fühlen sich stabil und können ihre Behördengänge alleine regeln, dann suchen wir gemeinsam eine Wohnung“, erklärt Projektleiterin Wiza. Doch selbst dann können die Jugendlichen noch sechs Monate lang in die Nachbetreuung kommen und stehen dann gut vorbereitet auf eigenen Füßen. Ina Wolbeck: „Es ist der Schönste, wenn man die Jugendlichen, die man drei Jahre lang betreut hat, endgültig entlässt und sieht, wie gut sie sich entwickelt haben.“

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