Straßenkunst

Frohnhausen feiert Festival der Straßenkünste

Joscha Hendricksen (vorne, auf dem Boden sitzend), und Thomas Klaus, Nora Schlebusch, Maribel Medina Rodriguez, Galeristin Bianca Wickinghoff, André Schiegler und Stefan Kirchhoff (v.l.) haben das Kunstfest organisiert.

Joscha Hendricksen (vorne, auf dem Boden sitzend), und Thomas Klaus, Nora Schlebusch, Maribel Medina Rodriguez, Galeristin Bianca Wickinghoff, André Schiegler und Stefan Kirchhoff (v.l.) haben das Kunstfest organisiert.

Foto: FOTO: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen-Frohnhausen.  Mittelpunkt des viertägigen Festes ist die Galerie „Clowns & Pferde“. Programm mit Ausstellungen, Performances, Tanzdemo und einem Tag im Park

Essen hat ein neues, viertägiges Festival der Straßenkünste, das von Donnerstag, 22. August, bis Sonntag, 25. August, in Frohnhausen seine Premiere erleben wird: das Kreisch-Festival. Veranstalter ist der Denkodrom e.V., die künstlerische Leitung hat der Essener Performance-Künstler Joscha Hendricksen.

Mittelpunkt des Festivals ist die Galerie „Clowns & Pferde“, Frankfurter Straße 33. Von dort aus geht es in die Straßen. Dabei soll es nicht nur um „Street Art“ im engeren Sinne gehen, „sondern um alles, was auf der Straße stattfindet oder was damit zu tun hat“, ist auf der Festival-Homepage zu lesen. Mit Straßen sei alles gemeint, was draußen ist – also auch Parks und Plätze, Baumkronen und Kanaldeckel – heißt es weiter.

Festival greift gesellschaftspolitische Themen auf

„Ich bin in Frohnhausen gut vernetzt und habe bei Performances schon öfter mit der Galerie ,Clowns & Pferde’ zusammengearbeitet“, erklärt Joscha Hendricksen, warum dieser Stadtteil als Veranstaltungsort ausgewählt wurde. Über Soziale Medien, Newsletter und die Plattform „callforkunst“ sei das Festival ausgeschrieben worden. Etwa 50 Interessenten aus Deutschland und dem benachbarten Ausland meldeten sich. „Vieles war zu teuer oder räumlich nicht machbar“, so der 37-Jährige.

Die Beiträge, die machbar waren, greifen immer wieder gesellschaftspolitische Themen auf. Das Festival will zeigen, welche Möglichkeiten Kunst und Kultur zur politischen Stellungnahme haben. „Das gesellschaftliche Klima hat sich verändert, auch wenn sich viele nicht direkt bedroht fühlen“, sagt Joscha Hendricksen.

Während am Donnerstag eine Ausstellung und eine Performance in die Galerie „Clowns & Pferde“ einladen, ist für Freitag eine Tanz-Demo gegen Rechts geplant. Treffpunkt ist um 17 Uhr der Bahnhof Essen-West.

Ein Tag im Gervinuspark

Von dort aus geht es später zum Frohnhauser Marktplatz, wo um 20 Uhr der Film „Der Gipfel – Performing G20“ gezeigt werden wird. Die mediale Verarbeitung der Proteste gegen den G20-Gipfel 2017 in Hamburg legte den Fokus auf Gewalt und Verwüstungen. Dass es daneben aber auch eine Masse von friedlichen und hochkreativen Aktionen gab, zeigt Rasmus Gerlach in seinem Film.

Den Abschluss des Festivals bildet am Sonntag ab 14 Uhr der „Tag im Park“ im Gervinuspark. Mit diesem Format einer offenen Mitmach-Aktion für Jedermann haben die Veranstalter Erfahrung, fand es doch schon dreimal im Kaiser-Wilhelm-Park in Altenessen statt. Der Gervinuspark sei zwar deutlich kleiner, „doch es wird genauso gut funktionieren“, hofft Hendricksen. Dort ist dann die Street-Art-Theatergruppe „Gruppe Gesprächsbereitschaft” unterwegs und fordert die Besucher zum Mitmachen auf.

Der Name des Festivals sei das Ergebnis eines Brainstorms unter den Teilnehmern des Netzwerks X – Kunst und Soziales. „Es soll den Impuls ausdrücken, laut zu werden und Aufmerksamkeit zu erzeugen“, sagt Joscha Hendricksen.

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