Altenessener Stadtteilfest

24. Altenessener Stadtteilfest zählt 30.000 Besucher

Mächtig voll war es auf der Altenessener Straße. Auf der Meile drängten sich die Besucher des 24. Stadtteilfestes unter Regie der IG Altenessen an allen drei Tagen.

Mächtig voll war es auf der Altenessener Straße. Auf der Meile drängten sich die Besucher des 24. Stadtteilfestes unter Regie der IG Altenessen an allen drei Tagen.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Essen-Altenessen.  Das Altenessener Stadtteilfest zog rund 30.000 Besucher an drei Tagen an. Es gilt als größtes Event in Essen-Altenessen und als Aushängeschild.

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Von „guten Perspektiven für den Essener Norden“ sprach Oberbürgermeister Thomas Kufen zur Eröffnung des Altenessener Stadtteilfestes und meinte damit auch anstehende Großprojekte wie den Neubau des Marienhospitals in Altenessen, die „Freiheit Emscher“ im Industriegebiet an der Gladbecker Straße sowie die geplante Bebauung des ehemaligen Kutelgeländes am Palmbuschweg. „Es herrscht eine gewisse Aufbruchstimmung“, sagt Peter-Arndt Wülfing, Festorganisator und Vorsitzender der IG Altenessen. „Das war auch am Wochenende spürbar.“

Der Essener Norden und auch Altenessen sollen attraktiver werden. Dazu trägt der Stadtteilklassiker schon seit vielen Jahren bei. Trotz des Regens zu Beginn verzeichnete das Volksfest bei seiner 24. Auflage mehr Zuschauer als im vergangenen Jahren. Von Freitag bis Sonntag tummelten sich gut und gerne 30.000 Besucher – so Wülfings Schätzung – auf der Altenessener Straße, in den Biergärten am Karlsplatz und am Forumsplatz und auf der Kirmes auf dem Marktplatz.

Altenessener Stadtteilfest profitiert von fehlender Konkurrenz am Wochenende

Spätestens zu Beginn des Liveprogramms kam das Fest richtig ins Rollen“, sagt Wülfing. Wobei längst nicht nur die Altenessener, sondern auch zahlreiche Gäste aus den benachbarten Stadtteilen wie Vogelheim und Karnap und auch von außerhalb – aus Gelsenkirchen, Bottrop und Düsseldorf-Rath – die Chance nutzten, ein paar unterhaltsame Stunden bei Livemusik, Aktionen und schmackhaften Leckerbissen zu verbringen. Mitorganisator Eberhard Kühnle: „Dabei haben wir davon profitiert, dass wir am Wochenende keine Konkurrenz von anderen Großveranstaltungen hatten.“

Erweitertes Familienprogramm zahlt sich aus

Unter den Besuchern waren auch viele Familien. „Seit wir vor ein paar Jahren das Programm etwas umgestellt haben, nehmen viele ihre Kinder stets mit zum Fest“, sagt Kühnle. Die Kirmes, Clownerie auf der Meile, die kostenlosen Aktivitäten auf der Wiese vor der Alten Kirche, wo die Kirchengemeinde mit Unterstützung der IG Altenessen ein Festzelt aufgebaut hatte, brachten erneut den gewünschten Erfolg. Wülfing: „Wir haben wieder ganz viele Kinderaugen zum Leuchten gebracht.“

In Kombination mit dem verkaufsoffenen Sonntag auf der Meile und im Alleecenter sowie den bespielten Biergärten ist das Altenessener Stadtteilfest ein Event, das positive Imagewerbung für den Stadtteil betreibt. Nötig ist das allemal, haftet doch dem Essener Norden noch immer der Ruf an, in erster Linie ein Multi-Kulti-Viertel zu sein. Mit all seinen Vorteilen einer kulturellen Vielfalt, doch besonders mit seinen Nachteilen, bringt doch die Integration nicht selten Probleme mit sich. Und so rückt der Norden der Stadt eher durch negative Schlagzeilen, sprich Kleinkriminalität und rivalisierende Familien-Clans, als durch Positives in den Fokus.

Verhältnisse in Altenessen haben sich verbessert

Darunter hat auch Altenessen zu leiden. Umso wichtiger, dass die IG Altenessen durch Aktionen wie das Stadtteilfest immer wieder Akzente setzt, die zeigen, dass der Stadtteil sicherlich besser ist als sein Ruf. „Ich finde, das ist ein Klischee, das sich zwar hartnäckig hält, doch das so einfach nicht mehr stimmt“, sagt Wülfing. „Natürlich haben wir hier unsere Probleme, ohne Zweifel. Doch hier und generell im Essener Norden hat sich vieles zum Guten verändert.“ So hatte die Polizei, laut Wülfing, an allen drei Tagen des Stadtteilfestes nicht einen einzigen nennenswerten Einsatz zu beklagen. „Ich vertraue ganz der Strategie der Ordnungskräfte“, erklärt der IG-Vorsitzende. „Ich denke, dass diese hier nachhaltige Wirkung zeigt.“

„Wenn die Stadt Essen wachsen kann, dann doch nur im Essener Norden“

Die vom Essener OB Kufen angesprochenen Großprojekte wertet Wülfing allesamt positiv, auch wenn diese erst mittelfristig ihre Wirkung entfalten werden. „Bis zur Bebauung des Kutelgeländes und der Entwicklung der Freiheit Emscher, die direkt an der Grenze zu Altenessen liegt, werden ja noch ein paar Jahre vergehen.“ Wichtig sei jedoch, dass der Essener Norden und seine Potenziale wahrgenommen werden. Dies habe auch die Politprominenz auf dem Stadtteilfest gezeigt.

Realität ist hingegen längst das Altenessen-Süd Karree, das bis auf wenige Ausnahmen bereits komplett bezogen wurde. „Für mich ist das Zentrum eine gute Ergänzung zum Einzelhandel in Altenessen“, attestiert Wülfing. „Das wird das Bahnhofsviertel ganz sicher beleben.“ So wie alle genannten Projekte den Essener Norden nachhaltig verändern werden. Wülfings Fazit: „Wenn die Stadt wachsen kann, dann doch im Essener Norden.“

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