Vandalismus

Kupferdreher Vereine gründen Gemeinschaft gegen Vandalismus

Die großen Pfeiler am Busbahnhof in Kupferdreh sind schon seit Jahren besprüht, inzwischen sind auch die neuen Bänke beschmiert.

Die großen Pfeiler am Busbahnhof in Kupferdreh sind schon seit Jahren besprüht, inzwischen sind auch die neuen Bänke beschmiert.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Essen-Kupferdreh.  Schmierereien am Busbahnhof, Spielplätzen und Gedenkstätten: Bürgerschaft Kupferdreh bringt Vereine an einen Tisch. Ihr Thema ist Vandalismus.

Vollgesprühte Spielplätze und Gedenkstätten, Schmierereien am Busbahnhof oder Hauswänden: Immer wieder haben Mitglieder der Bürgerschaft Kupferdreh auf die Missstände in ihrem Stadtteil hingewiesen, haben zuletzt sogar eine Belohnung ausgelobt. Jetzt haben sie die Vereine an einem Runden Tisch zusammengebracht und die Aktionsgemeinschaft gegen Vandalismus ins Leben gerufen. Das Hauptthema: Verunstaltung des Ortsteils. Das nächste Treffen steht am 30. Oktober an, dazu sind Bürger eingeladen. „Wir hoffen, dass uns dann Polizei und Stadt erklären, was jeder einzelne tun darf und kann“, sagt Rainer Busch von der Bürgerschaft.

„Wir wollen endlich etwas bewegen“, sagt der Kupferdreher. Denn aus zahlreichen Gesprächen wisse er, dass die aktuelle Situation im Stadtteil viele ärgert und wütend macht. Nun möchten sie das Problem mit mehreren Stimmen und vor allem Nachdruck angehen. Wohlwissend, dass sie bereits in der Vergangenheit vieles gemeinsam bewirkt haben, etwa bei der Rettung des Schwimmbades oder dem Bau der Turnhalle, blickt Rainer Busch zurück. „Auch jetzt sind alle wieder der Meinung, dass etwas passieren muss.“

Vandalismus verstärkt seit Aufständerung am Bahnhof

Busch selbst beobachtet den Vandalismus in seinem Stadtteil verstärkt, seitdem der Bauabschnitt am Bahnhof mit der Aufständerung abgeschlossen wurde: Seit 2012 sind dort die Pfeiler besprüht worden. Inzwischen aber machen die Täter auch vor Spielplätzen, Gedenkstätten oder auch Lokomotiven des Vereins Hespertalbahn nicht halt. Manche Schriftzüge wiederholten sich seit Jahren. Erst jüngst sind auch historische Tafeln der Bürgerschaft zerstört worden. „Wir haben alles versucht, aber die sind nicht mehr zu retten“, sagt Rainer Busch.

Nun wollen die Betroffenen gemeinsam handeln, der Anfang ist getan: Zu einem ersten „Runde-Tisch-Gespräch“ hatte die Bürgerschaft Kupferdreh bereits die Vertreter einiger großer Kupferdreher Vereine und Institutionen, wie die Kupferdreher Werbegemeinschaft, den Turnverein Kupferdreh 1877, SG Kupferdreh-Byfang, IG Stadtbad Kupferdreh und Vertreter der Hespertalbahn versammelt. Die Diskussion drehte sich vor allem um die Verunstaltungen im Stadtteil durch wilde Schmierereien, aber auch um die Vermüllung an den Altpapiercontainern und die zahlreichen Aufkleber, die man inzwischen auf allen Verkehrsschildern und Laternen findet.

Jetzt sollen die Bürger eingebunden werden

Der Tenor des Treffens: „Sehr wichtig ist dabei, dass wir auch die Bürger mit einbinden.“ Gleichwohl betonen die Mitglieder der Vereine, dass sie bereits regelmäßig anpackten, um ihr Umfeld wieder sauber zu bekommen: „Das Problem ist aber viel größer und es reicht den Kupferdrehern langsam.“

Das erste Treffen habe bereits viele Ideen hervorgebracht, so sei angedacht, die Beleuchtung in verschiedenen Bereichen Kupferdrehs zu verbessern, sowie Parks und Grünflächen besser einsehbar zu machen. So soll eine höhere soziale Kontrolle möglich werden, wodurch das Sprayen erschwert würde, lautet die Hoffnung.

Aufs Thema aufmerksam machen und wachrütteln

„In gemeinsamen Aktionen wollen wir Kupferdreh wieder sauber bekommen und dazu den Runden Tisch regelmäßig einberufen“, so Jürgen Gentzmer, der stellvertretende Vorsitzender der Bürgerschaft Kupferdreh. Mögliche Putzaktionen seien der zweite Schritt, erklärt Rainer Busch. Zunächst veranstaltet die Bürgerschaft Kupferdreh einen Informationsabend zum Thema, an dem auch Sachverständige aus verschiedenen Bereichen anwesend sein würden. Die Einladung gilt auch an alle Bürger: „Wir wollen weiterhin auf das Thema aufmerksam machen und alle wachrütteln.“

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