Stadtverwaltung

Stadt Essen zählt Tausende Bewerber für Jobs im Rathaus

Die Stadt Essen ist ein beliebter Arbeitgeber. Im Durchschnitt gibt es bis rund 30 Bewerber für eine ausgeschriebene Stelle. Unser Bild zeigt das Bürgeramt im Gildehof.

Die Stadt Essen ist ein beliebter Arbeitgeber. Im Durchschnitt gibt es bis rund 30 Bewerber für eine ausgeschriebene Stelle. Unser Bild zeigt das Bürgeramt im Gildehof.

Foto: Michael Korte / Funke Foto Service

Essen.  Bei der Stadt Essen gingen letztes Jahr 4780 Bewerbungen für 150 Stellen ein. Bis Juli 2019 zählte das Personalamt 2120 Bewerber für 95 Stellen.

Der „Konzern Stadt“ zählt mit 9500 Beschäftigten nicht nur zu den größten Arbeitgebern in Essen. Jobs im Essener Rathaus sind außerdem überaus begehrt. Aktuelle Auswertungen des Personalamtes bestätigen diese Entwicklung: So gingen im vergangenen Jahr 4780 Bewerbungen für 150 Stellen ein. Ein Trend, der sich auch in diesem Jahr fortsetzt: Bis Juli zählte das Personalamt 2120 Bewerberinnen und Bewerber für 95 Stellen.

Diese Zahlen beziehen sich auf extern ausgeschriebene Stellen im Verwaltungsdienst, im technischen Dienst, Sozial- und Erziehungsdienst und im gewerblichen Dienst. „Darüber hinaus bieten wir laufend die Möglichkeit für Initiativbewerbungen im Sozial- und Erziehungsbereich durch so genannte Dauerausschreibungen“, betont Katharina Steffens vom Presseamt.

Das Presseamt nennt viele Gründe, warum die Stadt ein attraktiver Arbeitgeber ist

Im Bereich Ausbildung, Studium und Qualifizierung ergibt sich ein ähnliches Bild. 2018 habe es 268 Einstellungen gegeben bei zirka 6150 Bewerbern. In diesem Jahr gab’s bis Juli bereits 6920 Bewerber und 275 Einstellungen.

Welche Stellen sind besonders gefragt? „Stellen im Kulturbereich, aber auch Politessen, Verkehrsaufseher sowie andere Außendiensttätigkeiten“, erwidert die Stadtsprecherin. Ebenfalls beliebt: Erzieher/-innen, Sozialarbeiter, Schulhausmeister, Straßenwärter bis hin zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Weniger gefragte Stellen finden sich im IT-Bereich und im Ingenieurwesen.

Das Presseamt nennt mehrere Gründe, warum das Rathaus als größter Arbeitgeber im Stadtgebiet so beliebt ist. „Die Stadt Essen bietet sichere Arbeitsplätze, vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten, flexible Arbeitszeiten und schreibt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf groß“, fügt die Sprecherin hinzu. Auch das Spektrum an Berufen sei immens. Die 9500 Mitarbeiter verteilen sich auf 280 verschiedene Berufe vom Sachbearbeiter bis zum Ingenieur, hinzu kämen 37 verschiedene Ausbildungsberufe. Weitere Pluspunkte für die Stadt seien das betriebliche Gesundheitsmanagement und ein umfangreiches Fortbildungsprogramm.

Personalrats-Chef beklagt Kannibalisierung unter den Städten im Ruhrgebiet

Als Vorsitzender des Personalrates betrachtet Kai-Uwe Gaida die aktuelle Personalsituation mit gemischten Gefühlen. „Es gehen mehr Leute, als man ausbilden kann“, sagt er. Es seien insbesondere die geburtenstarke Jahrgänge, die nun das Pensionsalter erreichten. „Für neu zu besetzende Stellen gibt’s gar nicht genug junge Leute“, sagt Gaida.

Hinzu komme ein grundsätzliches Problem des Öffentlichen Dienstes: das erbitterte Ringen um die guten Leute. „Nicht nur die Kommunen untereinander werben sich die Leute ab, auch Landesbehörden werfen ein Auge auf Fachkräfte in den Rathäusern“, sagt Gaida, der offen von Kannibalisierung spricht. Die Zollämter an Rhein und Ruhr beispielsweise bildeten überhaupt keine eigenen Kräfte aus. „Sie locken die von uns ausgebildeten Kräfte weg.“

Verstärkt werde die Konkurrenz im Öffentlichen Dienst durch die zunehmende Bereitschaft von Mitarbeitern, in eine andere Stadt zu wechseln. Die Stadtsprecherin weist auf den Fachkräftemangel und die Konkurrenzsituation zur Privatwirtschaft hin, die seit jeher bessere Verdienstmöglichkeiten biete. „Besonders im Bereich Ingenieurswesen und im IT-Sektor habe die Stadtverwaltung Schwierigkeiten, Personal zu rekrutieren.

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