Rathausplatz Kettwig

Kettwiger Ideen zum Rathausplatz gehen an die Verwaltung

Viele Diskussionen gab es in der Vergangenheit um den Kettwiger Rathausplatz.

Viele Diskussionen gab es in der Vergangenheit um den Kettwiger Rathausplatz.

Foto: Reiner Worm / FUNKE Foto Services

ESSEN-KETTWIG.  Das nächste Kapitel rund um die Gestaltung des Kettwiger Rathausplatzes wird die Verwaltung schreiben. Die Bezirksvertretung IX hat entschieden.

Die Diskussion um die Umgestaltung des Kettwiger Rathausplatzes nahm im Oktober 2015 erstmals so richtig Fahrt auf. Damals stellte die Bezirksvertretung IX 35.000 Euro aus ihren Haushaltsmitteln für eine erste und im Nachhinein viel gescholtene Umgestaltung der Fläche zur Verfügung. Schotterbeete wurden angelegt, unzählige Stauden gepflanzt – doch vom angestaubten Charme der 1970er Jahre hat der Platz bis heute nichts verloren.

Klar formulierte Bitte geht an die Verwaltung

Das nächste Kapitel der unendlichen Geschichte schrieb wieder die BV IX. Am Dienstag verabschiedete sie in ihrer turnusmäßigen Sitzung einstimmig eine klar formulierte Bitte an die Verwaltung, den Platz neu- oder umzugestalten und damit ein Planungsbüro zu beauftragen.

Zwei Gruppen mit zwei unterschiedlichen Vorstellungen über die Zukunft von Kettwigs „Mitte“ hatten sich in den vergangenen Jahren gebildet. Bezirksbürgermeister Michael Bonmann brachte alle Protagonisten an einen Tisch. Und im Rahmen einer Sitzung des Arbeitskreises Rathausplatz wurde vor wenigen Wochen der Antrag an die Verwaltung formuliert.

Keine Einwände gegen den geplanten Antrag der Bezirksvertretung

Den Vorwurf, für nicht genügend Öffentlichkeit gesorgt zu haben, wies Michael Bonmann zurück. „An dieser Sitzung haben zehn BV-Mitglieder teilgenommen, der Gesamtvorstand des Vereins ‘Wir in Kettwig’, fünf Architekten, Vertreter des Heimat- und Verkehrsvereins und von Kettin. Und während dieser Sitzung gab es keine Einwände gegen den geplanten BV-Antrag.“

Ohne Diskussion wurde dieser Antrag dann auch am Dienstag auf den Weg ins Essener Rathaus geschickt. Mit einem Hinweis von Michael Bonmann, „dass es hier nur um die reine Platzfläche gehen kann. Der Rathausvorplatz liegt im Sanierungsgebiet Kettwig, und weil diese Gesamtmaßnahme noch nicht abgeschlossen ist, können derzeit auch keine weiteren Fördermittel beantragt werden.“

Umgestaltung kann sich nur auf die Platzfläche beziehen

Der ganz große Wurf, so wie in den Kettwiger Architekten-Ideen geplant, kann die Umgestaltung eh nicht werden. Die Einbeziehung des Bereichs Schulstraße, Märchenbrunnenplatz und des Marktplatzes ist nicht möglich – „wenn man dort etwas verändert, müssten die dafür bereits geflossenen Fördermittel zurückgezahlt werden“, weiß Michael Bonmann.

Konkret bittet die BV IX die Verwaltung um mehr Aufenthaltsqualität für alle Altersgruppen, die Nutzbarkeit für Veranstaltungen mit der entsprechenden Infrastruktur wie Strom- und Wasseranschlüsse, um die Berücksichtigung von Sichtachsen, die Prüfung eines Niveauausgleichs. Außerdem sollen „gastronomische Aktivitäten“ ermöglicht werden.

Die Skulptur „Familie“ kann nicht versetzt werden

Einige Punkte konnten schon im Vorfeld geklärt werden. So kann die Skulptur „Familie“ von Herbert Lungwitz, die 1985 dort aufgestellt wurde, nicht versetzt werden – für die Edelstahl-Skulptur „Breklosku“ von Werner Graeff (aufgestellt 1988) wäre ein alternativer Standort möglich.

Für die Bezirksvertretung und den HVV, der in der Diskussion um den Rathausplatz quasi die Moderation übernommen hatte, ist die Arbeit vorerst getan. Michael Bonmann: „Wir reichen auch die Entwürfe der verschiedenen Gruppierungen weiter und lassen den Planern natürlich alle künstlerischen und architektonischen Freiheiten“.

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