Ostern

Straußenfarm in Essen landet Volltreffer mit XXL-Ostereiern

Straußeneier sind nicht von Natur aus bunt, aber riesig.

Straußeneier sind nicht von Natur aus bunt, aber riesig.

Foto: Alexandra Roth

Essen-Schuir.   Auf dem Rutherhof in Essen-Schuir sorgen Strauße für die Frühstückseier. Längst haben sich die besonderen Hingucker zum Osterfest herumgesprochen. Schließlich ist das Riesenei recht ergiebig: Der Inhalt entspricht etwa 25 bis 30 Hühnereiern. Dafür dauert es gut 90 Minuten, bis es hart gekocht ist.

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Dank des milden Winters haben die Strauße auf dem Rutherhof schon früh mit dem Legen begonnen. Mit den ersten Küken rechnet Uwe Schlieper Anfang Mai. Aber nicht alle Eier landen im Brutkasten, denn im Moment sind die frischen Eier der Renner - Ostereier XXL sind gefragt, und die Liste der Vorbestellungen ist lang.

„Es passiert nicht oft, dass wir Speiseeier schon zu Ostern verkaufen können. Wir sind einen Monat eher dran, und das passt“, sagt Schlieper. Der Inhalt eines Straußeneies entspricht 25 bis 30 Hühnereiern. „Meistens wird Rührei daraus gemacht, aber jetzt hat mir ein Kunde erzählt, dass er ein Ei hartgekocht hat. Anderthalb Stunden hat das wohl gedauert.“

Kein ganz billiges Vergnügen, denn ein Speiseei kostet 29 Euro, sorgt aber neben dem guten Geschmack auch noch für ein Aha-Erlebnis beim Osterbrunch. Ein Kunde holt gerade ein vorbestelltes Straußenei ab und nimmt gleich noch sieben leere Eier mit. „Die verteilen wir am Ostersonntag an alle Kinder, die zu Besuch sind.“

Schade, dass es mit Markus Lanz und „Wetten, dass...?“ nicht weitergeht. Uwe Schlieper wäre der perfekte Kandidat, denn „ich kann an den unterschiedlichen Strukturen der Eierschale erkennen, welche Henne das Ei gelegt hat.“

Uwe Schlieper beherbergt 100 Laufvögel

Seit rund zwölf Jahren betreibt Uwe Schlieper auf dem weitläufigen und idyllisch gelegenen Gelände zwischen Kettwig und Werden die Straußenfarm. Gemeinsam mit Partnerin Martina Heining und seinem Team kümmert er sich um die rund 100 Laufvögel.

Friedlich seien sie, die Strauße. „Aber in der Pubertät drehen die jungen Hähne auf“, sagt er. Und besonders vorsichtig müsse man sein, wenn man die Eier aus dem Gemeinschaftsnest hole. Allerdings sei nicht der große Schnabel das Problem. Uwe Schlieper: „Die Füße mit den zwei Zehen sind ihre ‘Waffe’. Einem solchen Tritt sollte man ausweichen.“ Martina Heining stellt „King“ vor. Der tritt natürlich nicht, sondern schaut völlig entspannt auf den Grasbüschel in der Hand. Den will er haben - und er bekommt ihn auch. Der prachtvolle Straußenhahn ist deutlich über zwei Meter lang. Und bis zu 150 Kilogramm kann ein männlicher Strauß wiegen. Was Martina Heining über „King“ und seine Artgenossen weiß, ist bemerkenswert. Im Rahmen von Führungen geben sie und Uwe Schlieper dieses Wissen weiter. Prädikat empfehlenswert. Für das Frühstück am Ostermontag gibt es auf dem Rutherhof übrigens noch wenige freie Plätze. Und natürlich steht dann Straußenrührei auf der Speisenkarte.

Straußenfleisch ist mittlerweile rar

Begehrt ist neben dem Straußenei auch das Fleisch des Wildtieres. Fettarm ist es und hat wenig Cholesterin. Die große Nachfrage kann Schlieper kaum befriedigen. Nur rund 20 Straußenfarmen gibt es in Deutschland. Uwe Schlieper: „Noch vor wenigen Jahren kam das meiste Fleisch aus Südafrika, doch 2011 brach dort die Vogelgrippe aus, und es mussten 165 000 Tiere gekeult werden. Für viele Farmer war es das Aus.“

Im Café des Rutherhofes gibt es auch eine große Verkaufsecke. Mit Eiern, mit Leder und Federn - alles vom Strauß. Geöffnet ist dort täglich von 10 bis 21 Uhr.

Besonders die Größe der Eier fasziniert die Gäste. Durchschnittlich anderthalb Kilo wiegt so ein Straußenei - „und das schwerste brachte 2,3 Kilogramm auf die Waage“, sagt Uwe Schlieper. Die Schale sei mit zwei Millimetern Dicke so stabil, dass man sie auch mit Werkzeug bearbeiten könne. Die mit filigranen Schnitzereien verzierten Straußeneier, die er anbietet, stammen allesamt aus Afrika, der Heimat der Strauße.

Das zweite Standbein von Uwe Schlieper und Martina Heining ist übrigens eine Swin-Golf-Anlage. Die liegt in Sichtweite der Straußengehege, und von dort hat man einen herrlichen Rundumblick über den Essener Süden. Aber das ist ein anderes Thema.

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