Stau

Staus an der Ringstraße werden Kettwig noch länger begleiten

Die Baustelle der Stadtwerke ist der Auslöser allen Übels. Durch sie wird die Ringstraße zum Nadelöhr. Die Staus wirken sich auch auf die Großkreuzung Hauptstraße/Ruhrtalstraße(Graf-Zeppelinstraße aus.

Die Baustelle der Stadtwerke ist der Auslöser allen Übels. Durch sie wird die Ringstraße zum Nadelöhr. Die Staus wirken sich auch auf die Großkreuzung Hauptstraße/Ruhrtalstraße(Graf-Zeppelinstraße aus.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Essen-Kettwig.  Auf der Ringstraße in Kettwig sind derzeit Staus an der Tagesordnung - mit fatalen Folgen für das Umfeld. Ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Lange Staus prägen derzeit das Bild rund um die Kreuzung Haupt-/Ring-/Ruhrtal- und Graf-Zeppelin-Straße in Kettwig. Besonders, wer im Berufsverkehr unterwegs ist, braucht starke Nerven und muss gehörige, unfreiwillige Standzeiten in Kauf nehmen. Auslöser dafür ist eine Baustelle der Essener Stadtwerke nahe der Bushaltestelle Ringstraße (5). Dort wird der Verkehr geschleust – mit fatalen Folgen auch für das Umfeld. Und ein Ende des Verkehrschaos’ ist noch lange nicht in Sicht.

Mit den Arbeiten begonnen hatten die Stadtwerke auf der Ringstraße im Bereich Steinweg bis Bachstraße schon vor gut drei Wochen. „Auf Zuruf des Amts für Straßen und Verkehr, das im Anschluss die Bushaltestelle barrierefrei ausbauen will“, wie Stadtwerkesprecher Dirk Pomplun erklärt. „Seitdem verlegen wir dort Gas- und Wasserleitungen.“ Für die Beteiligten sind Absprachen wie diese durchaus üblich. „Die alten Versorgungsleitungen hätten vielleicht noch ein paar Jahre gehalten, doch dann hätten wir später vor Ort wieder alles aufreißen müssen“, so Pomplun weiter.

Stadtwerke wollen Arbeiten auf der in der dritten Septemberwoche beenden

Wegen der Baustelle musste von Beginn an eine Fahrspur auf der Ringstraße permanent gesperrt werden. Der Verkehr wird seitdem in beide Fahrtrichtungen per Baustellenampel geschleust. Zwar misst das gesamte Baufeld nur knapp 80 Meter, doch für eine einzige Verkehrsschleuse ist dies viel zu lang. „Das Projekt wurde deshalb gedrittelt“, rechnet Pomplun vor. „Mittlerweile befinden wir uns in der dritten Bauphase.“

Die Wanderbaustelle der Stadtwerke sorgt auf der ohnehin schon stark befahrenen Ringstraße für ein verhängnisvolles Nadelöhr. „In Stoßzeiten staut sich der Verkehr bis kurz vor die Brücke“, sagt Daniel Behmenburg. Der SPD-Bezirksvertreter aus Kettwig beobachtet die Situation seit Beginn mit gemischten Gefühlen. Nicht zuletzt deshalb, weil die Baustelle aufgrund ihrer Lage gravierende Auswirkungen auf die Kreuzung Hauptstraße/Ruhrtalstraße und Graf-Zeppelin-Straße hat.

Stadt installiert eine mobile Anlage mit Baustellenampeln

„Die gesamte Situation vor Ort ist sehr komplex, da unter anderem die Baustellenampel auf der Ringstraße mit den Ampeln auf der Kreuzung unmittelbar koordiniert werden muss“, räumt Stadtsprecher Patrick Opierzynski ein. Doch dies ist technisch im Grunde nicht machbar, da dadurch der Zeittakt der stationären Ampeln an der Großkreuzung durcheinander geraten würde. Seit Beginn der Baustelle wurde daher die Ampel an der Hauptstraße/Ecke Ringstraße durch eine weitere mobile Ampel ersetzt, die direkt mit der auf der Ringstraße gekoppelt ist.

Anfangs funktionierte dies noch relativ gut. Der Verkehr auf der Ringstraße floss verhältnismäßig zügig durch die Schleuse. Doch als die Baustelle weiterzog, wurde wohl auch der Ampeltakt verändert. „Am Mittwoch brauchte man von der Brücke bis zum Edeka am Anfang der Ringstraße eine geschlagene Dreiviertelstunde“, erfuhr Behmenburg von entnervten Anwohnern. „Und das sind vielleicht 400 Meter.“ Auf der Graf-Zeppelin-Straße staut sich der Verkehr mitunter bis zur Einmündung Corneliusstraße. Der Stadt ist dies durchaus bewusst, „doch es gibt hier keine Möglichkeit einer effektiven Umleitung“, sagt Stadtsprecher Patrick Opierzynski. „Alles andere als die gewählte Ampellösung wäre noch katastrophaler.“

Düstere Aussichten also. Besonders deshalb, weil es noch einige Zeit so weitergehen dürfte. Zwar geht die Baustelle der Stadtwerke zügig voran, soll laut Stadtwerkesprecher Pomplun statt Ende September bereits eine gute Woche früher beendet werden. Doch direkt danach beginnt der Umbau der Bushaltestelle Ringstraße (5). Die geschätzte Bauzeit beträgt einen Monat.

Schwierige Verkehrslage bleibt noch mindestens bis Ende Oktober bestehen

Es bleibt also eng an der Ringstraße in Kettwig, zumal die Baustelle des Amts für Straßen und Verkehr noch näher an der Großkreuzung liegt. Nicht auszuschließen, dass es dabei zu noch heikleren Situationen im Kreuzungsbereich kommt. Eine gute Nachricht: Die Bachstraße ist seit Donnerstag wieder als Einbahnstraße vom Promenadenweg bis zur Ringstraße befahrbar. Dort wurde zuletzt gebaut, so dass der Verkehr Mitte der Straße wenden und wieder zur Ringstraße zurückkehrte.

Wie auch immer: Die Baustelle und die Staus werden Kettwigs Großkreuzung noch bis Ende Oktober begleiten – wenn nichts dazwischen kommt.

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