Kultur

Es fehlt Kunst im öffentlichen Raum

Skulpturen des Fischlaker Bildhauers Roger Löcherbach.

Skulpturen des Fischlaker Bildhauers Roger Löcherbach.

Foto: Fremdbild

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Essen-Werden. Barbara Schröder hat einen Plan. Und daran wurde die Werdenerin wieder erinnert, als sie vor kurzem einen Artikel über den 80. Geburtstag von Marianne Kühn las, die Mitte der 1980er Jahre mit viel Energie den Skulpturenpark Kettwig initiiert hatte und über lange Zeit auch betreute. Mehr Kunst im öffentlichen Raum - das wünscht sich auch Barbara Schröder für Werden. Das passe einfach zum Stadtteil. Und an diesem Plan will sie auch festhalten. Einige Schritte sind schon konkret. So mag sie die Kunst des Bildhauers Roger Löcherbach, der sein Atelier auf einem Bauernhof in Fischlaken hat und mit seinen ausdrucksstarken Holzskulpturen u.a. im Duisburger Lehmbruck Museum vertreten ist. „Die Kunst ist in Werden versteckt - dabei würde es perfekt zum Stadtteil passen, wenn wir mehr Kunst in den Alltag integrieren würden“, sagt die 70-Jährige. Sie ist jetzt auf der Suche nach Unterstützern - „ich habe schon viele Gespräche geführt, aber die Sache stagniert“.

Dabei kann sie schon Konkretes vorweisen, denn eine passende Löcherbach-Skulptur steht zur Verfügung. Das Motiv: Eine sitzende Frau und ein stehender Mann - jeweils mit einem vergoldeten Horn. Und auch den Standort hat Barbara Schröder schon ausgeguckt: „Die B224 ist natürlich für den Stadtteil eine Katastrophe, aber man könnte diese viel befahrene Straße auch nutzen. Ein kleines Rasenstück direkt am Platz der Werdener Feintuchwerke wäre ideal, und diese Skulptur würde von vielen Menschen gesehen.“ In Sichtweite der Folkwang Universität der Künste ein klug gewählter Standort.

Sie weiß, dass es ein langer Weg werden könnte, denn „man braucht natürlich auch die Unterstützung der Stadt, weil es sich um ein öffentliches Grundstück handelt“. Und man braucht Menschen, die ihren Plan unterstützen und auch finanzieren. „Ich habe schon mit Roger Löcherbach über den Preis gesprochen, und ich bin sicher, dass man das schultern kann.“

Barbara Schröder und ihr Mann Lutz, der im Vorstand des Kunstverein Ruhr ist, sind vor zehn Jahren von Mülheim nach Werden gezogen. Auch privat umgeben sie sich gern mit Kunst - ob im Haus oder im Garten. Zwischen den üppig blühenden Pflanzen scheint eine Löcherbach-Skulptur zu schweben. „Wir sind einfach glücklich, wenn wir schöne Sachen sehen. Wenn wir uns für ein Kunstwerk entscheiden, ist das einfach ein Bauchgefühl. Dafür verzichten wir auch gern auf andere Dinge. Und von Kunst umgeben zu sein, das würde ich mir für alle Werdener wünschen“, sagt Barbara Schröder. Das Kettwiger Konzept des Skulpturenparks hat sie beeindruckt - und auch die Hartnäckigkeit, mit der erst Marianne Kühn und dann ihre Nachfolgerin Katrin Engelhardt dieses Ziel verfolgt haben.

Roger Löcherbach ist für Barbara und Lutz Schröder ein Künstler, „der für Werden ganz wichtig ist. Wenn in einem Garten ein Baum kaputtgeht, kommt er, und macht etwas daraus.“ Unter anderem zu sehen im Gartenhaus Dingerkus an der Brandstorstraße. „Aber wir haben sicherlich noch viele andere Künstler, die im Stadtteil präsent sein könnten.“

Über Kontakt mit weiteren potenziellen Unterstützern freut sich Barbara Schröder - per E-Mail an info@schroeder-steuerberater.de oder aber per Telefon unter 0201/95 98 30 11.

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