Sozialprojekt

Holsterhausen bekommt ein „Fachgeschäft für Stadtwandel“

Die Initiatoren des „Fachgeschäfts für Stadtwandel“ (v.l.) Stefan Kohlmann, Ariane Möllmann und Jörn Ahaus mit der mobilen Küche vor ihren Ladenlokal, das im Dezember des Jahres offiziell eröffnet werden soll.

Die Initiatoren des „Fachgeschäfts für Stadtwandel“ (v.l.) Stefan Kohlmann, Ariane Möllmann und Jörn Ahaus mit der mobilen Küche vor ihren Ladenlokal, das im Dezember des Jahres offiziell eröffnet werden soll.

Foto: Christof Köpsel

Essen-Holsterhausen.   Acht kreative Köpfe eröffnen im Dezember das „Fachgeschäft für Stadtwandel“ an der Gemarkenstraße und wollen den Stadtteil nachhaltig verändern.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es bewegt sich etwas in der Gemarkenstraße. Das „Fachgeschäft für Stadtwandel“ hat das ehemalige „Prominent“-Möbelgeschäft bezogen. Ab jetzt wird das achtköpfige Projektteam die 240 Quadratmeter große Fläche zu einem interaktiven Raum verwandeln. Im Dezember soll das Geschäft offiziell eröffnen. Die Initiatoren des Projekts kommen aus verschiedenen lokalen Vereinen und Organisationen, die sich für Nachhaltigkeit und soziale Begegnung einsetzen, wie zum Beispiel dem Essener Ableger von „Transition Town“ oder der Initiative für Nachhaltigkeit.

Vergangenes Jahr hatten sich die Gründer beim „Parking Day“ getroffen und das Konzept auf die Beine gestellt. Die Innogy-Stiftung fördert in Kooperation mit der Stiftung Mercator das Projekt 18 Monate lang. Dazu gibt es Workshops und Schulungen im Rahmen des Förderprogramms „Energie fürs Quartier“ (siehe Info). Lange waren die Ehrenamtlichen auf der Suche nach einem Lokal, jetzt kann es richtig losgehen.

Kleiderkammer für Flüchtlinge

Zusammen mit dem „Runden Tisch“ in Holsterhausen übernimmt das Fachgeschäft die Kleiderkammer für Flüchtlinge, die Second-Hand-Charakter bekommen soll. „Die Möbel sind so gestaltet, dass der Raum flexibel genutzt werden kann“, erklärt Ariane Möllmann vom Projekt.

Vermietung eines Lastenfahrrads

Aber es gibt noch weitere Komponenten im Konzept: So wird auch der Verleih des Lastenfahrrads für den Stadtteil mit in den Laden wandern, ein Solarmodul für den Balkon kann ebenfalls kostenlos ausgeliehen werden. Die Betreiber spielen mit dem Gedanken, diesen Ansatz auszuweiten und noch weitere Dinge zum Verleih anzubieten, die vielleicht nicht jeder Zuhause hat, etwa eine Bohrmaschine oder ähnliche Geräte, die man nur sporadisch braucht.

Neben den rein ökologischen Gedanken soll im Geschäft auch die soziale Nachhaltigkeit gefördert werden. Ein Begegnungsbereich im vorderen Teil des Ladens sowie ein Co-Working-Platz mit Internetanschluss sollen die Nachbarn zusammenführen und zum Austausch einladen.

„Wir bieten hier die Infrastruktur zum nachhaltigen Denken“, betont Björn Ahaus. „Wir bieten zwar etwas an, aber die Bürger sollen sich auch einbringen.“ Eigeninitiative sei gefragt: „Das gilt für Aktionen, Workshops oder Ideen, die sich hier im Raum realisieren lassen, aber genauso für die Gestaltung des öffentlichen Raums.“ Besonders dort liege viel Potential im Stadtteil. Das Projekt möchte sich auch darum bemühen, Holsterhausen im Ganzen attraktiver zu gestalten. Ahaus: „Ein Laden zum Mitmachen, in dem jeder willkommen ist.“

>> FÖRDERPROJEKT UNTERSTÜTZT DAS TEAM

Das „Fachgeschäft für Stadtwandel“ sind eines von acht Förderprojekten von „Energie fürs Quartier“. Dieses Förderprojekt unterstützt die Gruppen mit je 20 000 Euro, aber auch durch Schulungen, beispielsweise im Bereich Kommunikation. Kontakt: Svenja Feuster; efq@dynamis-online.de; 0201-12 48 484.

Zu diesen acht Teams zählt auch das Rad-Team Leibniz-Gymnasium aus Altenessen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben