Wichtelfarm

Hilferuf der Wichtelfarm: Kinderkleiderkammer sucht Sponsor

In der Wichtelfarm an der Schwanenkampstraße in Essen bietet Daniel Splettstößer bedürftigen Familien nicht nur Kinderkleider, sondern auch Buggys, Wickelkommoden oder Spielzeug an.

In der Wichtelfarm an der Schwanenkampstraße in Essen bietet Daniel Splettstößer bedürftigen Familien nicht nur Kinderkleider, sondern auch Buggys, Wickelkommoden oder Spielzeug an.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Die Essener Wichtelfarm hilft Familien in Not: Hier gibt’s Spielzeug, Kleidung und Unterstützung. Doch nun braucht die Wichtelfarm selbst Hilfe.

Als Daniel Splettstößer aus gesundheitlichen Gründen in Frührente gehen musste, wollte er trotzdem „etwas Erfüllendes machen“ und nebenbei etwas Gutes tun. So gründete er 2017 den Verein „Wichtelfarm“, der als gemeinnützig anerkannt ist, und richtete – zunächst in Rüttenscheid – eine Kinderkleiderkammer ein. Splettstößer durchforstete Kleinanzeigen im Internet nach dem Hinweis „kostenlos für Selbstabholer“ und sammelte so Kinderkleidung, Wickelkommoden, Bettchen oder Spielzeug ein. Schnell füllten sich die Regale, zumal sich auch viele Spender fanden, die gut erhaltene Kindersachen an ihn weitergaben.

Doch bald brauchte der Eigentümer den Raum, den er Splettstößer kostenlos zur Verfügung gestellt hatte. So zog die Wichtelfarm im Februar 2018 an die Schwanenkampstraße 41, wo der Verein allerdings Miete zahlen muss. Und nicht nur das: Weil die 70 Quadratmeter dort zu wenig Platz für Möbel und Kinderwagen bieten, mietete Splettstößer noch Lagerräume dazu. Das aber ist auf Dauer aus den bescheidenen Mitteln des Vereins nicht zu stemmen, schon länger musste der Frührentner eigenes Geld zuschießen. „Jetzt sind meine Reserven weg. Ich musste den Vermieter bitten, mir die Monatsmiete zu stunden. Zum Glück hat er das gemacht.“

Sie bauen Möbel auf und bringen Kinder zum Lachen

Dauerhaft aber benötige er Sponsoren, um die Wichtelfarm am Leben zu erhalten. „Ich laufe schon ‘rum und putze Klinken.“ Natürlich gebe es auch andere Kleiderkammern oder Wohltätigkeitsläden, räumt Splettstößer ein, aber die Wichtelfarm erlebe enormen Zulauf: „Wir betreuen 160 Familien, die hier Spielzeug für die Kinder, Kleidung oder gar Möbel finden.“ Wer einen Beleg für seine Bedürftigkeit vorlege, bekomme eine Familienkarte und erhalte die Sachen kostenlos bzw. im Tausch. Alle andere zahlen eine kleine Spende. „Manchmal bringen wir Kinder mit einer Kleinigkeit zum Lachen“, sagt Splettstößer, der selbst vier Kinder zwischen drei und 23 Jahren hat.

Die zehn Ehrenamtlichen der Wichtelfarm holen aber auch Möbel bei Spendern ab und bringen sie zu Familien, die sie nicht selbst transportieren können. Oder sie helfen Eltern, deren Kinderwagen kaputt gegangen ist, mit einem „Leihwagen“ aus. „Wir haben auch schon Kindermöbel aufgebaut und ganze Kinderzimmer eingerichtet.“ Die Wichtelfarm stehe auch immer bereit, wenn eine Familie in Not gerate. „So suchen wir gerade eine Wohnung für eine Familie, die ihr Zuhause bei einem Brand am 1. Mai verloren hat. Die leben derzeit mit einem drei Monate alten, nierenkranken Baby in der Notunterkunft“, sagt Splettstößer. Er gehe voll in dieser Aufgabe auf, sagt der 46-Jährige. „Aber im Moment plagt mich die Sorge, ob ich die Wichtelfarm retten kann.“

>>> SPONSOREN UND SPENDER GESUCHT

  • Die Wichtelfarm an der Schwanenkampstraße 41 im Essener Westviertel ist Montag bis Donnerstag jeweils von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Außerdem öffnet sie jeden ersten Samstag im Monat von 10 bis 13 Uhr.
  • Sponsoren und Spender melden sich unter: Tel. 0201 – 9777 9191 oder via Mail: info@wichtelfarm.de
  • Gern würde die Wichtelfarm auch in größere Räume umziehen, dann könnte sie das angemietete Lager aufgeben.

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