Kulturkongress

Große Gala für europäische Kulturmacher auf Zollverein

Kulturmanager Oliver Scheytt (Mitte) wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet.  Laudator und NRW-Landtagsabgeordneter Thomas Nückel und Michelle Müntefering, Staatsministerin für internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, gratulierten.

Kulturmanager Oliver Scheytt (Mitte) wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Laudator und NRW-Landtagsabgeordneter Thomas Nückel und Michelle Müntefering, Staatsministerin für internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, gratulierten.

Foto: MATTHIAS GRABEN / FUNKE Foto Services

Essen.  Kulturmarken-Award auf Zeche Zollverein: Auszeichnung für europäische Kulturmacher wird erstmals im Ruhrgebiet vergeben. Preis für Oliver Scheytt

Förderturm statt Fernsehturm: Auf der Zeche Zollverein ist am Donnerstagabend der 14. Kulturmarken-Award verliehen worden. Mit dem renommierten Preis werden Kulturschaffende und Institutionen aus ganz Europa ausgezeichnet. Erstmals wurden die Sieger nicht in Berlin, sondern auf dem Essener Welterbe gekürt. Ein wichtiger Preis ging direkt ins Ruhrgebiet: Prof. Oliver Scheytt, langjähriger Essener Kulturdezernent und Geschäftsführer der Kulturhauptstadt.2010, wurde für sein Lebenswerk geehrt.

Scheytt sei ein „Vordenker der Kulturpolitik und des Kulturmanagements in Deutschland und ein Botschafter des neuen Ruhrgebiets“, so die Begründung. „Ohne Sie wäre Zollverein kein Weltkulturerbe geworden“, befand der NRW-Landtagsabgeordnete Thomas Nückel in seiner Laudatio und lobte Mut, Tatkraft und Visionen des Preisträgers, der den Lifetime Achievement Award mit 61 Jahren fast noch für etwas verfrüht hält.

Der Kulturmarken-Award wird im Rahmen des Kulturinvest-Kongresses alljährlich von einer 42-köpfigen Expertenjury in acht Kategorien vergeben. So ging der Titel „Europäische Kulturmarke“ in diesem Jahr an die internationale Messe „Jazzahead!“, die die Jury mit konsequenter Markenführung überzeugte. Als „Europäische Trendmarke“ wurde das improvisationsfreudige Berliner Stegreif-Orchester ausgezeichnet. Das Krefelder Stadtmarketing kann sich über den Preis für Stadtkultur freuen.

Ein Titel geht ins Kulturland Brandenburg

Weitere mit dem Ruhrgebiet verbundene Bewerber gingen allerdings leer aus. Der langjährige Intendant des Dortmunder Konzerthauses und derzeitige Chef des Festspielhauses Baden-Baden, Benedikt Stampa, blieb im Rennen um den Titel „Europäischer Kulturmanager“ hinter Hedwig Fijen, Direktorin der Biennale Manifesta, zurück. Auch das im Kulturhauptstadtjahr 2010 initiierte Projekt JeKits (Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen) konnte die Jury in der Sparte „Europäisches Bildungsprogramm“ nicht vollends überzeugen. Der Titel ging an die Deutsche Gesellschaft für „Erbe, Tradition, Moderner Europäischer Kultur- und Wissenstransfer durch Wandergesellen“.

Das Kulturland Brandenburg wurde zur Europäischen Kulturtourismusregion 2019 gekürt. Deren Kulturministerin Martina Münch zeigte sich vom Strukturwandel-Beispiel der Welterbezeche Zollverein inspiriert. „Das machen wir in der Lausitz genauso mit der Braunkohle.“

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