Benefiz-Veranstaltung

Familie organisiert Benefiz-Konzert für Menschen in Vietnam

Mit Musik will Familie Do auf die Missstände in Vietnam aufmerksam machen: (v.l.) Duc-An, My Linh und Mai Do.

Mit Musik will Familie Do auf die Missstände in Vietnam aufmerksam machen: (v.l.) Duc-An, My Linh und Mai Do.

Foto: Foto: André Hirtz / Funke Foto Services

Essen-Margarethenhöhe.  Mai Do von der Margarethenhöhe hat vietnamesische Wurzeln. Sie lädt zum Benefiz-Konzert mit Vorträgen über die Situation in der alten Heimat ein.

Ein Benefiz-Konzert mit Lesungen zugunsten von verfolgten Menschen in Vietnam veranstalten die gebürtige Vietnamesin Mai Do (44) und ihre Kinder My Linh (15) und Duc-An (13) in Kooperation mit der katholischen Gemeinde Zur Heiligen Familie am Sonntag, 7. Juli, im Gemeindesaal am Ginsterweg auf der Margarethenhöhe. Ab 17 Uhr spielen die Jugendlichen, die schon mehrfach für ihre musikalischen Leistungen ausgezeichnet wurden, Werke von Bach, Schumann und Chopin auf Klavier und Cello. „Es geht nicht nur um das Geld, das an diesem Abend hoffentlich in Form von Spenden zusammenkommt, sondern vor allem darum, auf die Situation in Vietnam aufmerksam zu machen, wo es um Menschenrechte, Presse- und Meinungsfreiheit schlecht bestellt ist“, sagt Mai Do.

Vater und Bruder waren in den 1980er Jahren aus Vietnam geflohen

Die 44-Jährige wird an diesem Nachmittag über die Situation in Vietnam berichten, wie sie es bereits vor einigen Wochen in einem Gottesdienst der Gemeinde getan hat. „Daraufhin habe ich persönlich und telefonisch zahlreiche Rückmeldungen erhalten. So entstand die Idee zu dem Benefiz-Konzert. Ich finde es wichtig, etwas zu tun und auf Missstände aufmerksam zu machen, wenn man selbst in einem Land leben darf, in dem frei seine Meinung äußern kann. Ich bin sehr dankbar, dass ich hier lebe und meine Kinder zum Beispiel in Sachen Ausbildung alle Möglichkeiten haben“, sagt Mai Do. Man höre hier sehr wenig über die Situation in Vietnam, einer sozialistischen Republik mit Einparteien-System.

„Ich habe dort viele Verwandte, Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen, zu denen ich per Telefon oder E-Mail Kontakt halte. Manchmal kommen sie auch zu Besuch“, so Mai Do, die seit ihrem zehnten Lebensjahr in Deutschland lebt.

Die Cap Anamur rettete die sogenannten Boat-People

Ihr Vater und ihr älterer Bruder seien 1982 aus Vietnam geflohen, um in Freiheit leben zu können. Sie seien von der Cap Anamur als sogenannte Boat-People gerettet worden. 1984 hätten dann die Mutter, zwei weitere Brüder und sie selbst im Zuge der Familienzusammenführung ebenfalls nach Deutschland kommen dürfen. Sie seien erst im Flüchtlingslager in Unna untergekommen, dann nach Essen-Katernberg gezogen. „Als ich dann eine Familie gegründet habe, sind wir auf die Margarethenhöhe gezogen, wo wir uns sehr wohl fühlen und auch in der Gemeinde sehr gut aufgenommen wurden“, blickt Mai Do zurück.

Ihren Mann, der mit seiner Familie ebenfalls aus Vietnam geflohen war und von der Cap Anamur gerettet wurde, habe sie auf einer Feier kennengelernt, auf der er mit seiner Band spielte. Das Paar hat drei Kinder, die alle musikalisch sehr begabt sind und diverse Male erfolgreich am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teilgenommen haben. Bevor die Kinder geboren wurden, sei sie 1999 noch einmal in Vietnam gewesen. „Da lebten meine Großeltern noch“, erinnert sie sich. Heute einen Urlaub in der alten Heimat zu verbringen, komme angesichts der dortigen Lage nicht in Frage – „obwohl es für die Kinder natürlich sehr interessant wäre, die Heimat der Eltern kennenzulernen“.

Ein Urlaub in Vietnam ist für die Familie derzeit undenkbar

„Es wäre wohl nicht gefährlich, aber ich möchte nicht das Regime dort unterstützen, indem ich dorthin fahre“, so die Wahl-Essenerin. Vielleicht ändere sich die Situation ja irgendwann, so dass man die alte Heimat besuchen könne, hofft Mai Do, die auch schon beim Runden Tisch Holsterhausen über Vietnam referiert hat. Sie würde gern auch weiterhin Vorträge über die Situation in Vietnam halten, nehme dazu Kontakt zu Parteien und Organisationen wie Amnesty International auf.

Im Rahmen des Benefiz-Konzertes wird das Büchereiteam der Gemeinde Zur Heiligen Familie zwischen den Musikstücken kurze Texte vortragen. Der Eintritt zum rund einstündigen Konzert ist frei, Spenden für Familien, die durch die Beschlagnahmung ihrer Häuser und Wohnungen obdachlos geworden seien, seien erwünscht, so Mai Do. Bei Getränken, Gebäck und anderen Snacks könnten die Besucher nach dem Konzert noch zusammenbleiben.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben