Gastro-Trend Burger

Experte erklärt: Darum sind Burger so beliebt – und ungesund

Solche Super-Burger gibt’s auch nicht jeden Tag in der Mensa der Uni Essen, und doch: „Wenn wir Burger auf der Karte haben, brauchen wir fast nichts anderes anzubieten“, sagt Mensa-Küchenchef Martin Koch.

Solche Super-Burger gibt’s auch nicht jeden Tag in der Mensa der Uni Essen, und doch: „Wenn wir Burger auf der Karte haben, brauchen wir fast nichts anderes anzubieten“, sagt Mensa-Küchenchef Martin Koch.

Foto: André Hirtz

Essen.   Zu den größten Burger-Produzenten in Essen zählt die Uni-Mensa. Deren Ernährungswissenschaftler sagt: Burger sind und bleiben Fast Food.

Schätzungsweise 20 Burger-Restaurants gibt es mittlerweile im Essener Stadtgebiet, ohne McDonald’s und die anderen üblichen Verdächtigen. Doch zu den größten Burger-Produzenten zwischen Karnap und Kettwig zählt auch die Uni-Mensa.

„Wenn wir Burger auf der Karte haben, braucht man fast keine anderen Gerichte mehr“, sagt Mensa-Küchenchef Martin Koch. Heißt: 3000 Burger gehen an einem Tag weg wie die sprichwörtliche warme Semmel.

3000 Burger gehen an einem Tag in der Mensa weg

Sein Kollege Oliver Lubojanski, Ökotrophologe des Studierendenwerks Essen-Duisburg, das die Mensen betreibt, hat zu Burgern eine klare Meinung: „Sie sind und bleiben Fast Food.“ Heißt: „Normalen Menschen, die keine Extremsportler sind, würde ich streng genommen zu einem Burger im Monat raten. Nicht zu einem pro Woche.“ Auch wenn für Burger das gilt, was man für alle Gerichte sagen kann:„Aus sehr hochwertigen Zutaten kann man durchaus auch einen sehr hochwertigen Burger machen.“

Für Anfang April, wenn das neue Semester startet, plant das Studierendenwerk (betreibt sechs Mensen im Ruhrgebiet) wieder die beliebte Burger-Woche: Jeden Tag ein anderer Klops! Es geht los mit dem Chili-Cheese-Rind-Burger, es folgt der Fit-Burger (mit Hähnchen), dann Cheese-Bacon, schließlich ein Lachs-Burger, und am Ende was Gesundes: der vegane Kürbis-Bürger. Mit einer Frikadelle aus Kürbisfleisch mit Couscous.

„Allein die Soßen haben einen hohen Zuckergehalt“

Der letzte klingt jetzt aber nicht so schädlich, oder? „Egal, wie man ihn variiert – der Burger hat eine hohe Kaloriendichte“, sagt Lubojanski. Auch, wenn man Dinkel- statt Weizenbrötchen nimmt und besonders viel Salat dazwischenschiebt: „Das ist am Ende eher Augenwischerei. Allein die Soßen haben einen so hohen Zuckergehalt, dass der Tagesbedarf schon fast mit einem Burger abgedeckt sein dürfte.“ Ketchup, Remoulade, Barbecue-Soße: „Das sind im Grunde Zuckerpasten.“

Gleiches gilt für Salz und Fett – plus Ungesundes wie Antioxidationsmittel und Konservierungsstoffe: „Vor allem dann, wenn Fertigprodukte verwendet werden und wenig Frisches.“ Welcher Burger habe schon Geflügelfleisch zwischen den Brötchenhälften, das auf dem Grill ohne Zusatz von Fett zubereitet wurde, fragt Lubojanski. In der Regel sind die Patties frittiert und somit reich an gesättigten Fettsäuren – nichts, womit der Körper etwas anfangen kann außer, dick zu werden.

Warum der Burger so beliebt ist

Warum sind Burger so beliebt, Herr Lubojanski? „Der Varianten-Reichtum ist enorm, das macht sie attraktiv“, erklärt der Ernährungsexperte. „Und man sieht auf den ersten Blick sehr schön, was drin ist.“ Natürlich gilt für Burger das, was für alle ungesunden Lebensmittel gilt: „Sie haben die richtige Mischung aus Eiweißen, Kohlenhydraten und Fetten – das mag der Mensch, das ist ganz natürlich“, sagt Lubojanski. Deshalb seien übrigens auch Kartoffelchips so begehrt: „Sie haben das perfekte Verhältnis von Fetten und Kohlehydraten.“

Und jetzt? „Es gilt, was Paracelsus gesagt hat“, erklärt der Wissenschaftler. „Die Menge macht das Gift.“ Also: Burger ja, aber nicht zu oft – es sei denn, in der Mensa ist Burger-Woche...

DIE UNI-MENSA IN ESSEN

  • Weitere populäre Gerichte der Mensa sind Schnitzel und Curry-Wurst. Rund 40 Mitarbeiter hat die Großküche am Campus Essen.
  • Das Studierendenwerk Essen-Duisburg betreibt in Essen auch die Mensen des Klinikums, der Folkwang-Hochschule und mehrere Caféterien.

Mitarbeit: Benjamin Groß, Lavin Esmahil

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben