Ermittlungen

Essener Drogenplantagen haben Millionen-Erträge abgeworfen

Während der Löscharbeiten an der Münchener Straße in Essen-Holsterhausen sind die Drogen-Plantagen entdeckt worden. Das Gebäude wurde erheblich beschädigt.

Während der Löscharbeiten an der Münchener Straße in Essen-Holsterhausen sind die Drogen-Plantagen entdeckt worden. Das Gebäude wurde erheblich beschädigt.

Foto: Socrates Tassos

Essen.   Cannabis-Anbau an der Münchener Straße lief seit geraumer Zeit. Verträge vor über einem Jahr abgeschlossen. Mieter stammt vermutlich vom Balkan.

Bei den Ermittlungen nach dem Fund einer großen Menge Marihuana-Pflanzen in einem Gebäudekomplex an der Münchener Straße im Essener Stadtteil Holsterhausen sind die Ermittler des Rauschgiftkommissariats der Essener Polizei einen Schritt vorangekommen. Eine Erkenntnis heißt: Die dortigen Drogen-Plantagen dürften seit geraumer Zeit betrieben worden sein und mehrere Ernten mit einem Straßenverkaufswert in Millionenhöhe abgeworfen haben.

Wie Polizeisprecher Peter Elke am Mittwoch berichtete, konnte die Kripo über die Eigentümer der Immobilie inzwischen die angeblichen Personalien des Mieters erfahren, der bereits vor über einem Jahr das Gebäude an der Münchener Straße angemietet hatte. Der Mann stammt vermutlich vom Balkan und hat offenbar keinen deutschen Wohnsitz. Vor Ort soll er häufig mit anderen jungen Männern gesehen worden sein.

Etwa 1500 Cannabis-Pflanzen angebaut

Ob es sich bei dem Verdächtigen, von dem die Polizei derzeit nicht weiß, wo er sich aufhält, um den eigentlichen Drogenbauern handelt oder er möglicherweise Dritten Zugang zu dem Gebäude für den Anbau von Drogen verschaffte, ist noch unklar, sagte Elke. Nach bisherigen Erkenntnissen geht die Polizei davon aus, dass in der früheren Flüchtlingsunterkunft insgesamt etwa 1500 Cannabis-Pflanzen auf zwei Etagen gehegt und gepflegt worden sind.

Da die Plantagen regelmäßig besucht und überprüft worden sind, so die Polizei, könnten Zeugen in den zurückliegenden Monaten wichtige Beobachtungen gemacht haben. Wem in der Vergangenheit verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Nahbereich der Münchener Straße 67 aufgefallen sind, der sollte sich bei der Essener Polizei unter der Rufnummer 0201/829-0 melden.

Wie bereits berichtet, gehen die Ermittler davon aus, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Drogendelikten und der vorsätzlichen Brandstiftung gibt, die drei AfD-Wahlkampffahrzeuge in Flammen aufgehen ließ. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt in diesem Fall nach wie vor wegen des Verdachts einer vorsätzlichen Brandlegung zum Nachteil einer politischen Partei, hat aber noch keine heiße Spur.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben